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Eilenburger Kirchenförderverein erinnert an Turmhaubenbekrönung vor 20 Jahren

Wiederaufbau Eilenburger Kirchenförderverein erinnert an Turmhaubenbekrönung vor 20 Jahren

Seit 20 Jahren glänzt die barocke Turmhaube wieder auf dem Turm der Eilenburger Nikolaikirche. Der Vorgang damals war spektakulär: Ein gigantischer Kran war nötig, um das tonnenschwere Bauwerk an seinen Platz zu heben. Seitdem hat sich in und um das Gotteshaus viel getan. Aber der Wiederaufbau ist immer noch nicht vollendet.

Barocke Turmhaube am Kranhaken. Nun glänzt sie seit 20 Jahren über Eilenburgs Nikolaikirche.

Quelle: Ernst Gottlebe

Eilenburg. Genau 20 Jahre ist es her: Seitdem sitzt die barocke Turmhaube wieder auf dem Turm der Eilenburger Nikolaikirche. Wer kann sich noch an die zeltförmige Dachbekrönung erinnern, die für Jahrzehnte das Bild prägte?

Emsiges Treiben auf dem Nikolaiplatz

Ernst Gottlebe erinnert an den Jahrestag: Ende Juni herrschte damals „rund um den Nikolaiplatz ein emsiges Treiben“. Er war zu dieser Zeit Beaubeauftragter der Kirchgemeinde. „Seit Wochen hatten Zimmerleute und Dachdecker am Fuße der Kirche die 16 Meter hohe barocke Turmhaube mit offener Laterne und großer Wetterfahne aufgebaut. Sie entstand nach dem Vorbild aus dem Jahr 1672.“ Denn die Kirche war im Zweiten Weltkrieg Opfer amerikanischer Spreng- und Brandgranaten geworden. Der Gemeinde gelang es in den Nachkriegsjahren, das Gotteshaus im Großen und Ganzen, aber mit vielen Provisorien wieder aufzubauen. So war die neue Turmhaube, die letztlich das gesamte Stadtbild veränderte, ein symbolträchtiger, aber auch technisch beachtlicher Akt, der viele Zuschauer anlockte. Selbst Besucher des 27. Deutschen Evangelischen Kirchentages, der in Leipzig gefeiert wurde, kamen von der Pleiße in die Muldestadt.

Turmhaubenbau war große Herausforderung

In der LVZ wurde über die zeitlichen Abläufe dieses Tages berichtet: 10.44 Uhr ertönter ruf: Alles straff. Das hieß: Die acht Seile, von denen die Turmhauben umfasst wurden, waren gleichmäßig gespannt. 10.50 Uhr kommt die Konstruktion in die Schwebe. Das Messgerät im Spezialkran zeigt 45 Tonnen Gewicht für das Objekt an, das er da auf 41 Meter Höhe bugsiert. Um 11.24 Uhr erschallt der Ruf von Polier Holger Wiegand: Sitzt wie angemessen. Der Dekanatsposaunenchor aus dem hessischen Alsfeld stimmt den Eilenburger Choral „Nun danket alle Gott“ an. „Ein Turmhaubenbau von dieser Größe und noch dazu im Stil einer vergangenen Bauepoche bedeutete für die beteiligten Denkmalpfleger, Architekten, Ingenieure und Handwerker eine beachtliche Herausforderung. Gegenüber einer Planungszeit von zehn Jahren war dann die Bauzeit von nur 81 Tagen auf Grund einer guten Teamarbeit erstaunlich kurz“, so Gottlebe.

Seit 1994 widmet sich der Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadtkirche Eilenburg dem Projekt, in dem Ernst Gottlebe heute als Schatzmeister fungiert. Mittlerweile hat das Gotteshaus die einstige äußere Gestalt wieder erhalten. Es erfreue sich hoher Akzeptanz. Und es wird nicht allein für Gottesdienste genutzt, auch Konzerte, die Abi-Zeugnisübergaben, ein Teil des Weihnachtsmarktes finden hier statt. Doch der Wiederaufbau sei längst nicht vollendet: Als nächstes aufwendiges, aber auch sehr notwendiges Projekt ist der Gewölbeeinbau im Kirchenschiff. Dafür wird nun Geld gesammelt. Es gibt Stifterplaketten zu kaufen. Außerdem ist ein Spendenkonto eingerichtet.

Von Heike Liesaus

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