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Eilenburg Eilenburger Kitas machen gute Erfahrungen mit Flüchtlingskindern
Region Eilenburg Eilenburger Kitas machen gute Erfahrungen mit Flüchtlingskindern
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Der kleine Anuar (3, links) aus Albanien spielt gerne mit seinen Altersgenossen auf dem Klettergerüst an der "Bärchen"-Kindertagesstätte. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Hier wie da würden den Kindern sowohl Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten der Kulturen aufgezeigt. Und das nicht nur in Bezug auf die Familien, die aus Krisengebieten kommen, sondern deren Eltern beispielsweise auch aus Griechenland oder der Türkei stammen.

Im "Bärchen"-Haus werden zur Zeit zwei Flüchtlingskinder betreut: Eins aus Albanien ist seit August, eines aus Pakistan schon zwei Jahre da. 16 Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien besuchen zurzeit die Kita "Bummi". Sie kommen aus sieben Nationen in den Krisengebieten des Nahen Ostens sowie aus Osteuropa.

"Die Integration ist bei uns überhaupt kein Problem. Kinder sind da nicht so scheu", so Heyde. Die Sprachbarriere wäre zwar da. Aber neben der Verständigung mit Händen und Füßen würde zuerst das Verstehen der deutschen Sprache recht schnell funktionieren. Auch das albanische Kind, das erst seit einem Vierteljahr in der Kita ist, würde schon einiges verstehen. Heyde hofft, dass die Kleinen bereits in der Kita genug Deutsch lernen, um die DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) in der Grundschule überspringen zu können. In einer regulären Klasse könnten sie dann mit ihren Freunden aus dem Kindergarten zusammen bleiben.

Der Nachwuchs aus Asylbewerber-Familien, so die Erfahrungen sowohl im "Bärchen" als auch in der "Bummi"-Kita, werde nicht nur durch Freundschaften integriert, sondern auch durch die hiesige Kultur, die vorgelebt wird. Heyde sowie "Bummi"-Kita-Leiterin Waltraut Richter versichern, über die Aufnahme von Flüchtlingskindern in ihren Häusern hätten sie bisher vonseiten der Eltern und der Erzieher noch nichts Negatives gehört. Die Verständigung mit den ausländischen Eltern sei zwar ebenfalls schwierig, aber machbar. "Bisher haben wir immer einen Weg für die Kommunikation gefunden." Dolmetscher oder Flüchtlingspaten würden gern aushelfen. Der erste Kontakt mit den Familien entstehe meistens im Beisein von Sozialhelfern oder Bekannten, die schon länger da sind und die die Flüchtlinge begleiten.

Die Aufnahmemöglichkeiten in beiden Kitas stoßen aber mittlerweile an ihre Grenzen. "Bärchen" hat mit 120 Plätzen auch für Integrativkinder Kapazitäten vorzuhalten. Von 265 Plätzen in der Kita "Bummi" sind zurzeit 256 belegt. "Mit den Anfragen für Dezember und Januar sind wir aber ausgebucht", so Richter. Es gebe zwar auch immer mal Fluktuation, gerade bei den Flüchtlingskindern. Für die Zukunft muss die Stadt auch in anderen Einrichtungen Reserven finden. Doch auch dort ist es eng.

Andrea Schrader und Karin Rieck