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Eilenburg Eilenburger Klärwerk: Experten wollen aus Schlamm Phosphor gewinnen
Region Eilenburg Eilenburger Klärwerk: Experten wollen aus Schlamm Phosphor gewinnen
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00:25 06.06.2018
Blick auf die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Mittlere Mulde im Eilenburger Ortsteil Hainichen. Hier startet im Sommer ein dreijähriger Versuch zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Phosphor aus Klärschlamm gewinnen. Wenn ein die Umwelt schonendes und den Geldbeutel füllendes Verfahren in der Zukunft einmal Wirklichkeit werden sollte, könnte auch Eilenburg einen Teil dazu beigetragen haben. Denn das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) testet in der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Mittlere Mulde das neu entwickelte Verfahren, bei dem der Phosphor mittels Bierhefe aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden soll. „Wir unterstützen dieses Anliegen voll und ganz“, so Mathias Müller, Geschäftsführer des Zweckverbandes.

Anlage wird im Sommer aufgebaut

Der Verband stelle seine Anlage zum Aufbau einer Versuchsanlage „gern zur Verfügung“, so Müller. Doch bis auch der im Eilenburger Abwasser anfallende Phosphor bei den Landwirten als Düngemittel landet, dauert es noch. Denn auf der Anlage, die im Juli oder August aufgebaut wird, werden allein für die Versuchsreihen drei Jahre veranschlagt. Aber immerhin ist das Verfahren bereits im Labor erfolgreich getestet worden und wird auch deshalb von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell mit insgesamt 475 000 Euro gefördert.

Lediglich Abfall-Hefe aus der Brauerei wird benötigt

Was dabei mit dem Klärschlamm passiert, erklärte kürzlich der DBU-Referent für Biotechnologie Hans-Christian Schäfer in der Fachzeitschrift Wasser und Abwasser EUWID. Danach komme der Klärschlamm unter Ausschluss von Luft in Wasser, so ass sich der Phosphor darin löst. Dieses Wasser komme dann wiederum in einen Behälter mit Hefe, die den Phosphor, aber nicht die im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe aufnehme. „Außer dem Reststoff Hefe, der als Abfall in Brauereien anfällt, benötigt das Verfahren keine chemischen Zusätze“, unterstrich Projektleiterin und Professorin Susann Müller vom UFZ in dem bereits erwähnten Beitrag einen wichtigen Vorteil gegenüber bisherigen Verfahren. Hinzu komme noch, dass weniger Energie erforderlich sei.

Phosphor-Rückgewinnung ist ab 2030 Pflicht

In Eilenburg soll das im Leipziger Labor entwickelte Verfahren nun unter realen Bedingungen getestet und weiter entwickelt werden. Läuft es wie erhofft, könnte das derzeit noch übliche Verbrennen von zwei Dritteln der kommunalen Klärschlämme, ohne den darin enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen, der Vergangenheit angehören. Damit würde Deutschland zum einen bei der Versorgung mit Mineraldüngerphosphaten nicht mehr vollständig von Importen abhängig sein. Zum anderen hat das Bundeskabinett im Januar 2017 aber auch eine Änderung der Klärschlammverordnung beschlossen, mit der die Rückgewinnung von Phosphor ab 2030 zur Pflicht wird.

Von Ilka Fischer

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