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Eilenburg Eilenburger Konzertreihe feiert 70-Jähriges
Region Eilenburg Eilenburger Konzertreihe feiert 70-Jähriges
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06:00 29.08.2018
Carsten Lippert, Andreas Hammermann und Ernst Gottlebe mit der Festschrift zu 70 Jahre Stunde der Musik. Zum Konzert am Freitag wird sie verteilt. Quelle: Foto: Kathrin Kabelitz
Eilenburg

Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten. Aristoteles war es, der dereinst diese Worte sprach. Zu Beginn des Konzert-Jahres 2018 der „Stunde der Musik“ zitierte Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) den griechischen Philosophen. Aus gutem Grund: Seit 70 Jahren gibt es die hochwertige Reihe, sie zählt damit zu den wenigen kleineren Konzertveranstaltungen bundesweit, die trotz aller Hoch und Tiefs ihren festen Platz in der Kulturlandschaft hat. Der kommende Freitagabend steht ganz im Zeichen des Jubiläums.

Mit einem Werbeabend ging es los

1948 nahm das Ganze seinen Anfang. Trotz großer Existenznot nach den dunklen und kräftezehrenden Kriegsjahren erkannten die Eilenburger die kraftspendende Wirkung eines kulturellen Ausgleiches. Der Pianist und Komponist Fritz Busch initiierte am 6. Oktober 1948 in der Aula des Lehrerseminars, der heutigen Belian-Schule, die erste Veranstaltung, die zunächst noch „Werbeabend“ hieß. Später wurden daraus die Rathauskonzerte, bis sich die Bezeichnung „Stunde der Musik“ etablierte, die nach einigen Orts-Wechseln in der Aula des Rinckart-Hauses ihren Platz gefunden hat. Über viele Jahrzehnte hatte Ernst Gottlebe die organisatorischen Fäden in der Hand, bevor 2013 der Eilenburger Musikverein übernahm und die Reihe in bewährter Form fortführt. Denn das Anliegen ist über all die Jahre geblieben: Anspruchsvolle Konzerte klassischer Musik zu bieten, teils mit hochkarätigen und überregional sowie international agierenden Künstlern, die auch dank der guten Kontakte zur Hochschule für Musik Felix Mendelssohn Bartholdy, zum Gewandhaus und MDR-Sinfonieorchester gewonnen werden konnten. 1969 widmete Karl-Heinz Pick Eilenburg gar eine Konzert-Komposition für Klavier und Orchester.

Künstler loben Atmosphäre

Freude hat sie in all den Jahren zahllosen Besuchern beschert. Und auch die Künstler schätzen die Konzerte wegen des aufgeschlossenen Publikums, der guten Akustik und Atmosphäre sowie des Gedankenaustausches im Anschluss an jedes Konzert. Die Konzertreihe hat ihren festen Platz im Kulturleben der Stadt und der Umgebung, fand auch schon im internationalen Journal „Chopin in the world“ ihren Platz. „Die Atmosphäre ist so persönlich und warmherzig“, lobt die Pianistin Ulrike Gottlebe-Ebert. „Nicht nur Metropolen bieten Konzerterlebnisse. Aber wenn eine Stadt wie Eilenburg sich einer nunmehr 70-jährigen Kammermusikreihe erfreuen kann, ist dies ein sehr kostbares Gut“, sagt Prof. Jürnjakob Timm, 1. Solocellist des Gewandhaus-Orchesters Leipzig. Sätze wie diese sind in der Festschrift zu lesen, die pünktlich zum Jubiläum und übrigens erstmals in der Stunde-der-Musik-Geschichte, erscheint. In Zusammarbeit von Ernst Gottlebe, Andreas Hammermann vom Eilenburger Musikverein und Carsten Lippert von CARLI-medien ist auf 20 Seiten in komprimierter Form die Historie auf Papier gebannt.

Festkonzert am Freitag

Das Festkonzert am Freitagabend bestreiten mit Ulrike Gottlebe-Ebert und Sybille Hesselbarth zwei bekannte Gesichter. Die aus Eilenburg stammende Pianistin, die seit 2006 in Baden-Württemberg lebt, und die 1. Solo-Cellistin des MDR-Sinfonie-Orchesters kennen sich aus Leipziger Zeiten, haben auch in Eilenburg schon gemeinsame Konzerte gegeben. Nun musizieren sie unter dem Titel „Wiedersehensfreude“ erneut zusammen.

Beginn ist um 19 Uhr in der Aula des Rinckart-Hauses, Dr.-Külz-Ring. Es erklingen Werke von Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Dmitri Schostakowitsch und Max Bruch. Karten für 12 Euro (Schüler/Studenten: 4 Euro) an der Abendkasse.

Von Kathrin Kabelitz

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