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Eilenburg Eilenburger Läden machen dicht, Nachfolger nicht in Sicht
Region Eilenburg Eilenburger Läden machen dicht, Nachfolger nicht in Sicht
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13:53 19.05.2015

Das ist links und rechts der Eilenburger Shopping-Meile Leipziger und Torgauer Straße genauso. Hier sind in jüngster Zeit die Sorgen von Kunden immer lauter zu vernehmen, einige dieser Geschäfte könnten demnächst schließen. Denn nicht wenige Neugründer der Nachwende-Zeit erreichen das Rentenalter. Und ob immer Nachfolger in Sicht sind, daran gibt es Zweifel.

In nicht mal mehr fünf Monaten schließt Inhaberin Regina Geißler (64) ihr Fotogeschäft. "Ich freue mich auf den Tag, an dem ich zu Hause bleiben kann. Ich stand 45 Jahre lang von 9 bis 18 Uhr hinter ein und demselben Ladentisch", macht sie keinen Hehl aus ihrer Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt. Ein Nachfolger? Darum schert sich Geißler nicht in dem Mietshaus mit dem Ladenlokal, das der städtischen Wohnungsverwaltung gehört. Was die EWV daraus künftig macht, "das interessiert mich nicht und das weiß ich auch nicht". Für die weitere Belebung der Eilenburger Innenstadt gibt sie keine gute Prognose ab: "Von den Jüngeren findet sich kaum noch einer, der sich hier selbstständig machen will. Eilenburg ist für uns kleine Händler ein hartes Pflaster." Die Leute würden die Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür "zu wenig schätzen". Jetzt, wenige Monate vor dem Ruhestand, kämen noch viele, würden bedauern, dass sie aufhören will, und hätten noch dies und jenes zu erledigen, ehe bei Geißlers die Lichter ausgehen. "Noch sind die Läden in der Innenstadt gut besetzt", so die agile Frau. "Aber der Tag wird kommen ...", ist sie sich sicher.

Im Obst- und Gemüsehandel Klepel versichert Irene Klepel: "Solange mein Ehemann und ich fit sind, besteht das Geschäft weiterhin. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht, was danach kommt." In der Drogerie Klemm erzählt Inhaber Steffen Graichen, dass er beabsichtigt, im Herbst zu schließen. "Nach 128 Jahren", blickt er kurz auf die Geschichte eines der ältesten noch existenten Unternehmen in der Muldestadt zurück, das Karin und Steffen Graichen in vierter Generation führen. "Ich möchte jetzt die Kunden vor allem noch darauf hinweisen, ihre Gutscheine einzulösen." Das ist Steffen Graichen bei dieser Gelegenheit vor allem wichtig.

Im ebenfalls traditionsreichen Uhren- und Schmuckgeschäft Frodl in der Torgauer Straße will sich Inhaber Josef Frodl, der in diesem Jahr das 76. vollende, wie in der Nachbarschaft zu hören ist, zur Thematik nicht weiter äußern. Dabei könne die Nachfolge hier durchaus geregelt werden, ist von Insidern zu hören. Da sei noch einiges in der Schwebe. Und es sei wohl auch die Sorge vor Umsatzeinbußen und Vertragsproblemen, wenn beabsichtigte Schließungen vorab nicht so gern kommuniziert würden - so auch in der Stadtbäckerei Holz. Die Konkurrenz der Discounter, das fehlende Stadtmarketing und vieles mehr, ergänzen Szene-Kenner zu einem komplexen und komplizierten Thema, das den kleineren Dienstleistern im Handel das (Über)Leben vor allem in kleinstädtischen Strukturen schwer macht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2015
Karin Rieck und Victoria Gr

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