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Eilenburger Musikschule Fröhlich wird 25 und gibt am Sonnabend ein Konzert

Bürgerhaus Eilenburger Musikschule Fröhlich wird 25 und gibt am Sonnabend ein Konzert

So ein Name ist nun mal Programm und das hat Weitzel Gebietsleiterin seit 25 Jahren durchgezogen. Sie ist Gebietsleiterin für die Musikschule Fröhlich in der Region Eilenburg. Die Audenhainerin begeisterte schon Hunderte fürs Musizieren mit Akkordeon und Melodica.

Keine Angst vor Tasten und Knöpfen: Eine der Gruppen der Musikschule Fröhlich probt an der Grundschule Ost.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Musikschule Fröhlich? Das sind doch die mit den Akkordeons, die immer so ernst gucken? „Oh, da arbeiten wir ständig dran“, erklärt Jeanette Weitzel lachend. Aber es ist nun mal so: Allen die da spielen, sind richtigen Töne wichtig. Die zu treffen, bedarf es gewisser Konzentration, was den entsprechenden Gesichtsausdruck erzeugt. Doch wer eine Probe der Gruppen erlebt, bekommt mit: Gemeinsam musizieren zu können, macht einfach Spaß. Wie das klingt, ist am Sonnabend beim Jubiläumskonzert im Bürgerhaus zu erleben. Jeanette Weitzel ist seit 25 Jahren Leiterin des Gebietes Eilenburg der Musikschule Fröhlich. Wie viele Lenze sie persönlich zählt, will sie nicht verraten. Sie gibt gleich lachend zu: „Am liebsten wär’s mit, wenn meine Musikschüler von vor 25 Jahren einfach sagen: Die hat sich überhaupt nicht verändert.“ Die agile Audenhainerin mit den dunklen Locken verbreitet nach wie vor Begeisterung für die Instrumente, deren Handhabung kompliziert wirkt: Auf der einen Seite Knöpfe, auf der anderen eine Tastatur. Und dann ist da noch der Balg dazwischen mit gewisser Grazie auszubreiten und wieder zusammenzudrücken.

Generationsübergreifend

Das alles beherrscht Leonie Kurth, die inzwischen 17 Lenze zählt, ohne Probleme. Sie ist eine ehemalige Schülerin, spielt aber beim Konzert mit. Bei der Porbe dienstags in der Grundschule Ost ist sie deshalb ausnahmsweise dabei. „Seit zehn Jahren spiele ich, zuerst noch mit der Melodica.“ Wenn sie heute auch nicht mehr Unterricht nimmt, gehört doch das Akkordeon für sie zum Leben. Es wird immer mal aktiviert, auf alle Fälle zu den Festtagen im Familienkreis. Mit Manuela und Lisa Rolle ist gleich ein Mutter und Tochter-Duo in der Runde. „Wir wollten damals, dass die Gruppe zustande kommt“, erzählen die beiden, warum gleich noch die Mutter dazukam. Denn geübt wird in kleinen Gruppen. Beim Konzert werden sie gemeinsam auftreten. Frank-Fabian Krönert wiederum ist 14 Jahre jung und hatte mit der Melodica angefangen, weil ein Freund dabei war. „Er spielt heute ein anderes Instrument. Ich bin beim Akkordeon geblieben, auch deshalb, weil ich jetzt neben meiner Oma und ihrem Bruder der Dritte in der Familie bin, der Akkordeon spielt.“ Mit der Melodica, bei der die Luft für die Töne über Mundstück und Luftschlauch ins Instrument kommt, starten die meisten Kinder. So sitzen auch noch die Maskottchen Toffel und Theo auf dem Tisch. Sie hatten vorher der Grundschulgruppe, die in der Stunde vorher übte, den Rücken gestärkt. Die Größeren proben nun für Stücke aus dem Konzertprogramm: Da ziehen Piraten übers Meer, taucht das Yellow Submarine der Beatles auf, steigt im Herbstlied der Drachen im Wind. Klänge, die maritime Gefühle erzeugen. Nicht umsonst heißt das Akkordeon auch Schifferklavier. Aber es geht auch anders mit Country Roads und Lambada. Je nach Stück wird auch gesungen, mal kommen Schellen-Ringe zum Einsatz, mal wird mit dem Cajon, der Kistentrommel, rhythmisch unterstützt.

Musik-Spaß

Keine Angst vor den Tasten und Knöpfen. So ist das Credo von Jeanette Weitzel zu umreißen: „Wir achten nicht so sehr darauf, dass die Finger eine bestimmte Haltung haben, sondern, dass die Töne stimmen. Spaß muss die Musik machen, dann kommt alles andere mit.“ Die Fröhlich-Musikschulen gibt es seit den 1970er-Jahren. Das Ganze ist als Franchise-Unternehmen organisiert. Unter der Dachmarke unterrichten mehr als 300 selbstständige Musiklehrer an die 30 000 Schüler in Deutschland und Österreich. Für die Region Eilenburg ist Jeannette Weitzel Motor. „Ich hatte Musiklehrerin studiert. Aber Klassen mit 20 bis 30 Kindern wollte ich eigentlich nie unterrichten. Dann las ich von dem Konzept in der Zeitung und sah es mir an. Zuerst dachte ich, das alles umzusetzen, schaffe ich nie. Aber ich habe es probiert. Und ich hätte nie geglaubt, dass ein einmal 25 Jahre daraus werden.“ Zum Glück hält ihr der Ehemann den Rücken frei, denn auch wenn die großen Kinder schon Mitte/Ende Zwanzig und aus dem Haus sind, der Jüngste, kam gerade in die Schule. Jetzt organisiert sie parallel die Orchesterreise, die in reichlich einer Woche stattfinden soll. Und im Dezember wartet das nächste Highlight: Die Fröhlich-Musikschulen treten gemeinsam mit dem Mundharmonika-Star Michael Hirte auf.

Lampenfieber

Nun konzentriert sich das Lampenfieber erstmal auf die Jubiläums-Party. „Ich werde auch nicht immer vorn dirigieren. Das Akkordeon spielen ist mir dann schon lieber“, sagt die Musikschulleiterin. Es soll hinterher auch viel Raum fürs gesellige Beisammensein geben. Im Programm, bei dem mehr als 60 Mitwirkende auf der Bühne agieren, sind auch die Kinder aus der Musikkunde-Gruppe dabei und der Jesewitzer Grundschulchor, den Weitzel ebenfalls leitet. Natürlich wirkt auch das Orchester, das sich aus Musikschülern gründete, Die Fröhlichen Akkordeon-Asse, mit. „Das wird im September nun auch schon wieder 18, also erwachsen“, erklärt Jeanette Weitzel. Fröhlich natürlich.

Das Konzert der Schüler der Musikschule Fröhlich startet um 14.30 Uhr am Sonnabend im Bürgerhaus. Eintritt inclusive Verzehrgutschein: 5 Euro/3,50 Euro. Einlass ist ab 14 Uhr.

Von Heike Liesaus

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