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Eilenburger Nikolaikirche: Kerzen leuchten zur Erinnerung und gegen Hass und Gewalt

Holocaust-Gedenktag Eilenburger Nikolaikirche: Kerzen leuchten zur Erinnerung und gegen Hass und Gewalt

Kerzen, die in der Nikolaikirche brannten, leuchteten nicht allein zum Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch gegen Hass und Gewalt in der Gegenwart. Die Zeremonie zum Holocaust-Gedenktag hat an dieser Stelle Tradition. Diesmal gibt es auch eine Ausstellung der Organisation Pro Asyl.

Kerzen entzünden die Teilnehmer nicht allein zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialmus , sondern auch für den Widerstand gegen Hass und Gewalt heute.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Die Kerzen, die am Mittwochabend in der Nikolaikirche brannten, leuchteten nicht allein zum Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch gegen Hass und Gewalt in der jetzigen Zeit. Die Zeremonie zum Holocaust-Gedenktag hat an dieser Stelle Tradition. „Jeder, der sich mit dem Geschehen befasst, weiß, dass es eigentlich nicht zu begreifen ist“, sagte Yvonne Henselin in der Ansprache, die sie gemeinsam mit Pfarrerin Angelika Schiller zur Andacht hielt. Und auch aktuell stehe die Frage: „Wie begegne ich Hass und Gewalt? Was geschieht hier eigentlich?“ Da sei die Zerissenheit zwischen dem Anspruch zu helfen, Gutes zu tun und den Ängsten: Wie soll alles werden?

Die Konfirmandengruppe hat versucht, sich dem Thema Konzentrationslager Buchenwald zu nähern. Die Teenager tragen später Fakten in der Chorkirche vor, die sie zusammengetragen haben: Wann wurde das Lager gegründet? Wie viele Insassen gab es? Wie waren die Häftlinge untergebracht? Wie war das mit Paul Schneider, der „Prediger von Buchenwald“ genannt wird? Sogar ein Modell haben sie aufgebaut.

Der Abstand zwischen diesen und heutigen Zeiten ist groß. Was damals geschah, ist nur schwer nachvollziehbar. Doch warum erinnern? Im Kirchenschiff war auch eine Wander-Ausstellung der Organisation „Pro Asyl“ aufgebaut. Sie zeigte Poster, mit welchen Mitteln Länder an den EU-Außengrenzen in den vergangen Jahren versuchten, Flüchtlingsströmen zu begegnen: Inhaftierungslager, Sonderkommandos, die Boote aufs Meer zurückschleppten und ihrem Schicksal überließen.

Die Schau kann in den kommenden Wochen im Raum unterm Turm der Nikolaikirche besichtigt werden. Gruppen können sich in der Kinder- und Jugendarche, Telefon 03423 604033, anmelden.

Von Heike Liesaus

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