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Eilenburger OB zieht beim Club 50 plus eine erste kleine Bilanz

Besuch Eilenburger OB zieht beim Club 50 plus eine erste kleine Bilanz

Beim Club 50 plus in Eilenburg wurden in dieser Woche quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Anlässlich des 15-jährigen Club-Bestehens zog nicht nur Vorsitzende Edith Dietrich Bilanz. Auch Ralf Scheler, Oberbürgermeister der Muldestadt, blickte vor zahlreichen Senioren auf ein Jahr Amtszeit zurück und beantwortete Fragen.

Christel Kraufhoff von der Eilenburger Volkssolidarität und Edith Dietrich von Club 50 plus (von links) sind in 15 Club-Jahren ein Gespann, das für Abwechslung im besten Alter viel bewirkt.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die Gelegenheit, mit Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) ausgiebig ins Gespräch zu kommen, war günstig: Fast auf den Tag genau nach der Premiere des Clubs 50 plus vor 15 Jahren nahm das Stadtoberhaupt die Einladung der Club-Aktiven ins Stammlokal, die Begegnungsstätte der Eilenburger Volkssolidarität, gern an. Um ebenfalls nach einem Jahr im Amt eine kleine Bilanz zu ziehen und Fragen zu beantworten.

Edgar Otto junior beispielsweise, der inzwischen 94-jährige Mitbegründer des Clubs und Ehrenbürger der Stadt, vermisste die Bindung der örtlichen Sternwarte an die Stadt, deren Geschichte bekanntlich dank des Engagement seines Vaters, Edgar Otto senior, bereits 85 Jahre zurückreicht. „Wenn wir am 30. September Besuch aus der Partnerstadt Butzbach bekommen, dann ist tags darauf ein Programmpunkt der Besuch in der Sternwarte“, kündigte Scheler an, der übrigens dem neuen Betreiber, der Kreisvolkshochschule, nichts Nachteiliges nachsagen konnte.

Wohnort-Kampagne: OBM bittet um Geduld

Welche Ergebnisse es mittlerweile gibt, die die „Kleinstadt-Metropole“ mit ihrer selbstbewussten, teils auch „belächelten und polarisierenden“ Wohnstandortkampagne schon eingefahren hat, wollten Clubgäste ebenfalls wissen. „Wir sind erst am Anfang, das geht nicht so rasant“, bat der OBM um Geduld. Bauträger hätten unter anderem für den Bereich Jacobsplatz oder Martinstraße Interesse bekundet. Die erforderlichen Beschlüsse würden für den Stadtrat auch für den Grünen Fink, einschließlich des Ausbaus der holprigen Straße ins künftige neue Wohngebiet vorbereitet. Scheler: „Das funktioniert alles aber nur, wenn Leipzig weiter wächst und damit der Bedarf an Wohnraum.“ Vom aktuellen Boom müsse Eilenburg unbedingt profitieren. „In etwa fünf Jahren wollen wir den Einwohnerrückgang gestoppt haben, ihn vielleicht umkehren“, zeigte sich der OBM optimistisch. Mit diesem Optimismus wolle er auch die nächsten sechs Jahre angehen. „Denn Pessimismus und Angst sind die falschen Begleiter.“ Weshalb die Lebensfreude, die von einer Interessengruppe wie dem Club 50 plus ausgeht, und von den vielen Vereinen, die in Eilenburg aktiv sind, die Standortfaktoren aufwerten, mit denen Eilenburg um neue Einwohner wirbt.

Scheler verteidigt Finanz-Regime

Das strenge Finanzregime für die Stadt, die Struktur der Stadtverwaltung, Probleme des Hochwasserschutzes im Ort Hainichen, wie bereits berichtet, und auch private Befindlichkeiten eine Stadtoberhauptes spielten an diesem Mittwochnachmittag eine Rolle. Er habe die Entscheidung, im vergangenen Jahr für das Oberbürgermeister-Amt zu kandidieren, nicht bereut, halte „auch mal Prügel“ aus, wenn etwas nicht so funktioniere wie gewünscht, hätte im Vergleich zu seiner früheren Aufgabe als Handwerkerpräsident und Unternehmer, als er noch viel auf Reisen war, trotz eines langen Arbeitstages vergleichsweise mehr Zeit für Privates, sagte er auf eine solche Frage. Aber die psychische Belastung sei höher. Lauter Beifall folgte, als Renate Scheler, die Mutter des 52-Jährigen, sagte, sie habe noch nie so viel Einblick in die Arbeit ihres Sohnes bekommen wie hier und dass sie sehr stolz auf ihn sei.

Von Karin Rieck

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