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Eilenburger Obdachlosenheim schließt

Haus an der Mulde Eilenburger Obdachlosenheim schließt

Zum Jahresende schließt die Stadtverwaltung Eilenburg die Obdachlosen-Unterkunft im Haus An der Mulde. Zuletzt lebten hier noch eine Hand voll Bedürftige. Die ziehen jetzt in kommunale Wohnungen, wo sie auch sozial betreut werden sollen.

Das Haus An der Mulde 1 hat als Obdachlosenunterkunft ausgedient.

Quelle: Karin Rieck

Eilenburg. Noch vor Weihachten zieht der letzte Bewohner der Eilenburger Obdachlosenunterkunft in die eigenen vier Wände. Das war dieser Tage sowohl im Rathaus als auch beim Betreiber, der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig, zu hören. Dieser Verein hatte das Haus An der Mulde 1 seit 2009 samt der Bedürftigen in unterschiedlicher Zahl in Obhut. Zuletzt waren es noch vier Bewohner, eine Frau und drei Männer. Deshalb kamen in den vergangenen Wochen in der Stadtverwaltung Belegungszahlen, Wirtschaftlichkeit sowie der perspektivische Bedarf in Eilenburg unter die Lupe.

Rathaus stellt sich der Verantwortung

Mit dem Ergebnis: Die genannten Bewohner und weitere Bedürftige sind günstiger in Wohnungen unterzubringen. „Auf eigenen Wunsch zog einer der Betroffenen ins betreute Wohnen des Seniorenzentrums Mockrehna in die Ostbahnhofstraße, einer ins Hochhaus, wo es ebenfalls eine soziale Betreuung gibt, und die Frau in eine Mietwohnung“, sagte Annett Krause, die Fachbereichsleiterin Bürgerservice, auf Anfrage zum Stand der Dinge. Ein häuslicher Pflegedienst kümmere sich außerdem um einen weiteren Mann, der in seiner eigenen Wohnung auch dreimal am Tag mit Essen versorgt werden soll. Die Stadtverwaltung habe sich damit ihrer sozialen Verantwortung gestellt, beim Neustart sowie allen damit zusammenhängenden Formalitäten geholfen. Und werde die Entwicklung auch künftig im Auge behalten.

Der Geschäftsführer der Leipziger Erwerbsloseninitiative, Wolfgang Osterkamp, sah die Perspektive für die Betroffenen weniger rosig. Diese seien nur mit einem bislang geregelten Tagesablauf, den Auflagen der Hausordnung – vor allem auch, was den Alkoholkonsum angeht – „mit ihrem Alltag einigermaßen vernünftig über die Runden gekommen“. Der Stadt seien die Härtefälle und Probleme bekannt. Ob die künftige dezentrale Betreuung funktioniert, werde sich zeigen.

Die Vertragskündigung für die kommunale Immobilie ist zum Jahresende für den Verein rechtskräftig. Ab Januar, ergänzte Annett Krause, werde das Haus, in dem einst 30 Betten für Wohnungslose in Ein- bis Zweibettzimmern vorgehalten wurden, wieder in den Bereich Liegenschaften übernommen. Konkrete Zukunftspläne seien für das Gebäude mit Muldeblick, das an dieser Stelle inzwischen auch mit einer Hochwasserschutzmauer abgeschirmt wird, bislang nicht spruchreif.

Zukunft der Immobilie ist ungewiss

Zuletzt war die Kapazität des Objektes im Winter 2014/15 noch voll ausgelastet. Da kamen auch die anstehenden Sanierungsarbeiten und der Brandschutz wiederholt auf den Tisch. „Wir konnten schon da nur das Untergeschoss mit zehn Betten belegen“, so Osterkamp. Vor allem Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialrentner stellten das Klientel im früheren Lehrlingswohnheim, das seit den 1990er-Jahren als Asyl dient. Das Haus wurde früher auch von Vereinen und für Verwaltungsbüros genutzt, ehe hier Hilfebedürftige ein Dach über den Kopf und Hilfe bekamen, die mit einer eigenen Wohnung und ihrem Leben in der Regel selbst nicht klar kommen, wissen die Sozialarbeiter. Sie bekommen nunmehr im Wirkungsbereich des Sozialvereins neue Aufgaben.

Örtliche Behörden wollen sich auch künftig im Bedarfsfall um Notdomizile kümmern. Macht zum Beispiel ein Brand von jetzt auf gleich obdachlos, wurden bisher auch Ferienwohnungen der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft genutzt.

Von Karin Rieck

Eilenburg 51.4597557 12.617702
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