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Eilenburger Papierfabrik setzt auf mehr qualifzierte Bewerber

Eilenburger Papierfabrik setzt auf mehr qualifzierte Bewerber

Eilenburg. Das Sachsen-Werk will auch im neuen Jahr seine Spitzenposition im Stora-Enso-Konzern behaupten. Was bedeutet, technologische Prozesse der Papierproduktion müssen in relativ kurzen Zeiträumen wiederum aktuellen Erfordernissen angepasst werden.

Wie berichtet, geht das bis Ende des ersten Quartals auch mit Personaleinsparungen einher, die sich aus effizienteren Produktionsabläufen ergeben.

"Das Ausscheiden von 34 Mitarbeitern konnten wir weitgehend sozial verträglich mit Altersteilzeitregelungen und Abfindungen abfedern", sagte Werkleiter Ulrich Höke. "Jetzt blicken wir vor allem wieder nach vorn. Wir sind nach wie vor gut aufgestellt, schreiben schwarze Zahlen." Auf die Kompetenz hoch qualifizierter Mitarbeiter, die bei dieser Gelegenheit sogar gern aus dem Arbeitsleben ausgestiegen wären, hätte man aber nicht verzichten können. "Wer bei uns seine Ausbildung ordentlich abschließt, hat auch in Zukunft einen sicheren Arbeitsplatz", blickte der Werkleiter bereits vier bis sechs Jahre voraus. Dann werden eine ganze Reihe Kollegen altersbedingt ausscheiden. Weshalb vor allem Spezialisten wie Papiertechnologen, Elektroniker, Mechatroniker sowie EDV-Spezialisten - allerdings inzwischen seltener Jobs im Verwaltungsbereich - im Gewerbegebiet auf dem Eilenburger Schanzberg eine Zukunft haben. Genauso wie Ingenieure in den Bereichen Papiererzeugung, Prozess- und Verfahrenstechnik, Instandhaltung, Mechanik und Elektronik. "Dass die Bewerberzahlen beim Nachwuchs deutlich zurück gegangen sind, bekommen auch wir zu spüren", sagte Höke. Zu besten Zeiten habe es im Sachsen-Papier-Werk bis zu 100 Interessenten jährlich für die Lehrstellen gegeben. Nunmehr seien es pro Jahrgang noch 30. Zurzeit absolvieren 13 Azubis im Betrieb ihre dreijährige Qualifikation. Etwa sechs, schätzt Höke, sollen am Ende der bereits begonnenen Bewerbungsfristen im Spätsommer wieder einen Lehrvertrag bekommen. "Wir starteten schon Werbeaktionen, werden auf Ausbildungsmessen präsent sein", lud der Werkleiter junge Leute mit einem mindestens guten Oberschulabschluss ein, das 256 Mitarbeiter zählende Stammpersonal - dazu kommen 15 Kollegen im Servicebereich für den Konzern - perspektivisch zu ergänzen.

Von den Gesamtkosten bei dem wichtigen Eilenburger Arbeitgeber entfallen 9 Prozent aufs Personal, 50 Prozent aufs Altpapier, aus dem hier grafische Papiere, darunter vor allem für Zeitungen, Zeitschriften und Werbeprodukte entstehen, sowie 20 Prozent auf die Energiebilanz. "Die momentanen politischen Diskussionen im Bereich der Energiekosten sorgen bei uns für große Unsicherheiten", sah der Werkleiter Entwicklungen skeptisch, die den energieintensiven Betrieb in Zukunft zusätzlich belasten könnten. Auch deshalb wurden 2013 etwa zwei Millionen Euro in effizientere Produktionsabläufe investiert. In diesem Jahr werden es wohl zwischen drei und vier Millionen Euro sein, war zu erfahren. So fallen bei der Einfahrt ins Werk Umbauten auf, mit deren Hilfe die Altpapier-Lieferanten und -kunden beim Ein- sowie beim Aus-Checken der Versand-Papiere vieles in Eigenregie auf elektronischem Wege erledigen können. Weitere Automatisierungen nannte Höke im Bereich der Altpapier-Zulieferung und der Ausrüstung der Papiermaschine. 310 000 Tonnen Jahresproduktion bedeuten hier zwar einen Rückgang. Wegen der leichteren und dünneren Papiere, die zurzeit vor allem gefragt sind. Das frühere Hauptgeschäftsfeld Zeitungsdruckpapier macht inzwischen wegen der rückläufigen Nachfrage nur noch etwa 50 Prozent das Volumens in dem Unternehmen aus - das übrigens im August sein 20-jähriges Bestehen begeht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2014
Karin Rieck

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