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Eilenburg Eilenburger Pflegedienst holt jetzt Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern
Region Eilenburg Eilenburger Pflegedienst holt jetzt Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern
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00:39 19.04.2018
Lilia Ouezri unterschreibt mit Ute Händler ihren Vertrag zur Teilnahme an der An- passungsmaßnahme. Quelle: Foto: privat
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Eilenburg

Der Markt für ausgebildete Pflegekräfte ist wie leer gefegt. Auch etablierte Pflegeheime und -dienste müssen sich etwas einfallen lassen. Umso mehr der Eilenburger Pflegedienst Smile den es erst seit dem 1. Januar gibt. Es ist kein Problem, Kunden zu gewinnen und die vier bisherigen Mitarbeiterinnen auszulasten. Im Gegenteil: „Wir werden angerufen und müssen für spezielle Aufgaben schon absagen, weil wir das nötige Personal nicht haben. Auf unseren Rat, es doch bei anderen Diensten zu versuchen, bekommen wir die Antwort, dass die Interessenten dort schon nachgefragt haben, und ihnen nicht geholfen werden konnte“, erzählt Geschäftsführerin Manuela Schubert.

Sie ist in allem versiert, was Personalfragen betrifft. Denn sie betreibt auch die Firma Time Work, ist damit seit 18 Jahren gesamten Bundesgebiet tätig und auf Zeitarbeit im medizinischen, medizinisch-technischen, sozialen und pädagogischen Bereich spezialisiert. Aber woher das Personal für einen neuen Pflegedienst bekommen? Da blieb nur die Flucht nach vorn: Selbst dafür zu sorgen, dass qualifizierte Pflegekräfte aus dem Ausland hier arbeiten können.

Viele Hürden auf neuen Wegen

„Das aber stellte sich als ein viel schwierigeres Projekt heraus, als gedacht“, erzählt sie gemeinsam mit Ute Händler, die die Anwerbung organisierte: „Wir waren zwischenzeitlich abwechselnd immer mal wieder knapp davor, zu sagen: Stopp, das geht nicht mehr. Viele Behörden stellten sich quer, sahen sich nicht zuständig, hatten das noch nie gemacht.“ Dass eigentlich eindeutige Dauer-Arbeitsverträge erst einmal getrennt für Ausbildungs- und Arbeitsphasen ausgestellt werden sollten und dann doch wieder nicht, war da eine eher kleine Hürde. „Eigentlich sollte man denken, dass positiv begleitet wird, wenn auf diese Weise dringend benötigte Fachkräfte ins Land geholt werden. Doch irgendwann hatten wir so viele Probleme, dass der Knoten nicht mehr zu lösen war.“ Dann half es tatsächlich, den CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt ins Boot zu holen, der sich an den betreffenden Stellen einsetzte. Er war dann auch zur Eröffnung der neuen Klassen an der auf Sozial- und Gesundheitswissenschaften spezialisierten Weiterbildungsakademie DPFA in Leipzig eingeladen. Die Berufsschule ist neben Time Work einer der wichtigen Partner, ohne die das Projekt nicht in Gang gekommen wäre, so Schubert. Außerdem die Bundesagentur für Arbeit und der Kommunale Sozialdienst (KSV). In diesem Fall geht es um Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten. Wer aus den Euro-Ländern kommt, braucht nicht einmal eine Anpassung. Doch auch diese Kräfte stehen längst nicht mehr Schlange.

Fachkräfte aus Kolumbien und Ägypten

Nun sind 15 junge Kolumbianer, Brasilianer, Ägypter und Ukrainer da. „Überall dort gibt es eine sehr gute fachliche Ausbildung“, stellt Manuela Schubert fest. Trotzdem spielen nicht nur sprachliche Unterschiede eine Rolle, wenn es darum geht, die Erlaubnis zu bekommen, in Deutschland als Fachkraft zu arbeiten. Innerhalb von 13 Monaten sollen die Ausbildungs-Diefferenzen der Gesundheits- und Krankenpfleger individuell ausgeglichen werden. Sieben Monate Schule, sechs Monate Praktikum sind vorgesehen. „Das ist eine Wahnsinns-Leistung“, schätzt Ute Händler ein. Die Sprachausbildung auf B1-Niveau wird mitgebracht „Aber sie müssen das B2-Zertifikat und die theoretischen Prüfungen schaffen.“ Das Unternehmen hilft deshalb auch bei der Wohnungssuche oder mit zusätzlichen Sprachkursen. Derzeit sind drei der kleinen Klassen in der Ausbildung. Eine erste wird bereits Ende Mai fertig. Die nächsten starten im Juni.

Von Heike Liesaus

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