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Eilenburger Rinckart-Gemeinde: Pfarrer bleibt nach Streit mit der Gemeinde - vorerst

Eilenburger Rinckart-Gemeinde: Pfarrer bleibt nach Streit mit der Gemeinde - vorerst

Wie steht es um die evangelische Kirchgemeinde Martin Rinckart? Wie empfinden deren Mitglieder die Arbeit des Pfarrers? Wie soll und kann weitergehen? - Um das zu klären, waren zirka 60 der 1000 Mitglieder zur Sonderversammlung jetzt ins Gemeindehaus gekommen.

Eilenburg. Wie berichtet, hatten sich in den vergangenen Monaten Konflikte zwischen dem zehnköpfigen Gemeindekirchenrat (GKR) und dem seit zwei Jahren amtierenden Pfarrer Eckehart Winde zugespitzt, dessen Arbeitsweise in die Kritik geraten war.

Der Vorstand hatte im Sommer einen Versetzungsantrag gestellt, der allerdings aufgrund von Formalien nicht umsetzbar war. Sieben Mitglieder wollten die Art der Zusammenarbeit aber nicht weitere drei Jahre aufgrund der fünfjährigen Bindungsfrist hinnehmen. Sie traten zurück. Eine Entscheidung, die sie sich nicht leicht gemacht hätten. Eines wurde in der Versammlung, die Superintendent Mathias Imbusch leitete, klar: An einem konkreten Punkt festmachen lässt sich das Zerwürfnis nicht. Immer wieder wurde betont, dass es hier nicht um die Person Eckehart Winde gehen solle. Immer wieder zeigte sich, wie schwer Kritik an der Persönlichkeit von der an der Amtsführung zu trennen sind.

Der Pfarrer erklärte erneut, dass er sich nach all dem als Stein des Anstoßes aus dem Weg nehmen und selbst anderswo bewerben wolle. Er gab Vorwürfe aber auch zurück: "Ich habe in vielen Dingen Ruhe bewahrt, und musste erkennen, dass diese Ruhe missverstanden wurde." Er verwahrte sich gegen Kritik an Arbeitszeit und Erreichbarkeit.

"Ich kann nichts Negatives sagen, ich habe nicht gewusst, dass es so rumort", gab eine Eilenburgerin wieder, was möglicherweise auf viele in der Gemeinde zutrifft. - "Es ging nicht um Arbeitszeit allein, sondern auch um Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Seelsorge", so Angelika Glas, eine derjenigen, die aus dem GKR ausgetreten waren. Probleme seien angesprochen worden, ein Dialog aber nie zustande gekommen. "Vielleicht sind wir durch Pfarrer Günther verwöhnt, der ist auf die Leute zugegangen in der Hochwasserzeit, hat alte Menschen besucht, andere für ehrenamtliche Arbeit angesprochen", so eine weitere Teilnehmerin. "Gottesdienste sind sicher wichtige Veranstaltungen, aber das Miteinander- reden fehlt", so Ernst Gottlebe. "Wenn sich der Gemeindekirchenrat so in die Enge getrieben sieht, dass er zurücktritt, schrillen Alarmglocken." Vier Mal habe sie eingeladen, ihren Mann, einst selbst Pfarrer und heute erkrankt, seelsorgerisch zu besuchen. Nun habe sie aufgegeben, wolle es nicht mehr, erzählte Inez Laaser. Yvonne Henselin schilderte Beispiele, die zu Irritationen führten: Beim Weltgebetstag, als es um Kontakte mit Flüchtlingen ging, sei die Äußerung gekommen, darauf sei man nicht angewiesen. Bei der Vorbereitung des Kreiskirchentages in Eilenburg fiel die Bemerkung, dass er sich nicht als Gastgeber fühle. Sie seien im Vorstand geblieben, weil Christen solche Konflikte aushalten müssten, verdeutlichte Martina Colditz. Ihren Vorschlag, den Pfarrer zu bitten zu bleiben, griff jedoch niemand auf.

Johann Schneider, Regionalbischof des Propstsprengels Halle-Wittenberg, machte klar, dass Gemeinde und Pfarrer mindestens ein weiteres Jahr miteinander auskommen müssen: "Wie wollen Sie die nächsten Monate überstehen?", wandte er sich an die Versammelten. "Pfarrer, Gemeinde, Gemeindekirchenrat sind aufeinander angewiesen. Kirche ist nicht freie Wirtschaft, sondern das Gegenteil", mahnte er. Der Vorschlag: eine Gemeindeberatung, bei der von neutraler Seite herausgefunden wird, wo Konflikte liegen und was der Gemeinde künftig wichtig ist. Die Mehrheit befürwortete in der Abstimmung ein solches Projekt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.11.2014
lis

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