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Eilenburger Schüler dreht Krimi mit seiner ganzen Familie

Filmprojekt Eilenburger Schüler dreht Krimi mit seiner ganzen Familie

Die Eilenburg-Cops waren erfolgreich, der Mörder ist gefasst. Festgehalten ist das Ganze in einem Streifen, den der Eilenburger Stefan Löwe gedreht hat. Der 19-Jährige hat dafür seine gesamte Familie eingespannt.

Wenn die Mama schießt: Seine Filme "Jenseits von gut und böse" und "Von der Blüte ins Glas" hat Stefan Löwe auch auf Youtube eingestellt.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Der Mörder wagt zwar noch einen Fluchtversuch samt finalem Sprung übers Gartentor, doch die Kriminalisten sind schneller. Der Täter äußert sich daraufhin enttäuscht: fingiertes Alibi, präparierte Tatwaffe, alles hatte so gut gepasst, aber am Ende nichts genützt. Kommissarin Fischer und Kommissar Neumann, die sich daraufhin gegenseitig zur guten Arbeit beglückwünschen, sind im richtigen Leben die Eltern von Stefan Löwe. Und der hat nicht allein Mutter Bianka und Vater Raik motiviert, bei seinem Krimi mitzuspielen, sondern auch Oma, Opa, Tante, Onkel und Cousins.

 

Titel des Resultats der gemeinsamen Anstrengungen: "Jenseits von Gut und Böse". Für den 19-Minuten-Streifen gab's sogar Preise: den Oskar der Amateurfilmgemeinschaft beim Eilenburger Amateurfilmfestival und im Jahr zuvor bereits den dritten Platz in der Publikumswertung beim Leipziger Medien- und Filmfestival Visionale. Heute zählt der Zwölftklässler 18 Lenze. Doch er ging schon ein Jahr jünger professionell zu Werke. Während des verregneten Sommerurlaubs wurde am Drehbuch geschrieben. Das nötige Knowhow hatte er sich in den vergangenen Jahren bei diversen Lehrgängen beschafft, vor allem beim Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal. Der bietet jedem die Möglichkeit, eigene Beiträge für Hörfunk, Fernsehen sowie Onlinemedien zu erstellen. Diese Begleitung ist auch dem kürzerem Löwe-Werk "Von der Blüte bis ins Glas" anzusehen, das sich den Honig sammelnden Bienen widmete, und das sich beim Amateurfilmfest ebenfalls als preiswürdig erwies. In diesem Fall konnte auch auf die Mitarbeit der Mutter und Hobby-Imkerin Bianka Löwe zurückgegriffen werden.

Für die Mitwirkung am Krimi legte die Münchener Verwandtschaft auf dem Weg an die Ostsee extra eine Woche Pause in Eilenburg ein. 14 Drehtage gab es insgesamt, einige 14 bis 15 Stunden lang. Selbst Nachtaufnahmen befand der Nachwuchs-Regisseur für nötig. Aber offenbar konnte er seine Mitstreiter bei der Stange halten: "Es hat ja auch Spaß gemacht." Das ganze Haus hat er zum Polizeirevier umgestaltet. Gar nicht so einfach, das Inventar der vierköpfigen Familie aus dem Blick der Kamera zu räumen. Klar gelingt nicht alles perfekt, aber es wird aufs Arsenal der Profi-Filmemacher zurückgegriffen: So kommt die Außenansicht des realen Polizeireviers ins Bild, um dann auf die Szenerie im zum Verhörraum umfunktionierten Hobbykeller umzuschwenken. Nach der dunklen Szene am Kiessee, geht plötzlich die Sonne über Eilenburg auf.

Einige Nächte gingen für den Filmschnitt drauf. "Und wenn ich ihn mir jetzt anschaue, sehe ich immer noch Fehler", sagt Stefan Löwe. Aber aus denen ist bekanntlich zu lernen. Natürlich könnte er sich die Medienbranche für die berufliche Zukunft vorstellen, als Moderator zum Beispiel. Bühnenerfahrung hat er: Beim Stadtfest trat er mit seiner Geige auf, bei "Das Supertalent" spielte er in Vorrunden schon vorm vollen Saal und der Bohlen-Jury im Bremer Staatstheater.

Unter Hunderten Bewerbern für die sieben Plätze beim einwöchigen Schülerpraktikum im Bayrischen Rundfunk konnte er sich durchsetzen. Nach dem Abi wird er nun voraussichtlich erst einmal ein Freiwilliges Kulturelles Jahr einlegen, um sich zu orientieren. Und zurzeit ruht das Filmschaffen überhaupt: Die Vorbereitungen für die Abitur-Prüfungen im nächsten Jahr laufen an.

Heike Liesaus

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