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Eilenburger Schwimmverein fürchtet um seine Existenz

Nutzungsgebühren Eilenburger Schwimmverein fürchtet um seine Existenz

Wie geht es weiter beim Eilenburger Schwimmverein? Viele der Hobby-Sportler fragen sich, ob er in der Stadt überhaupt gewollt sind. Das wird bei in der Mitglieder-Versammlung deutlich. Der Verein befürchtet, dass höhere Preise für die Nutzung der Schwimmhalle ab neuen Jahr seine Existenz gefährden.

Der SSV befürchtet, dass höhere Nutzungsgebühren in der Schwimmhalle, zu zu hohen Mitgliedsbeiträgen führen würden.
 

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg.  Die Stimmung schwankte zwischen Empörung und Ratlosigkeit. Der Tenor: „Sind wir in der Stadt überhaupt gewollt?“ Bei der Versammlung des Eilenburger Schwimmsportvereins (SSV) im Turnsaal der Volkshochschule waren die Stuhlreihen voll besetzt. Denn das Thema Finanzplanung und –auswertung sowie neue Mitgliedsbeiträge standen auf der Tagesordnung. Und damit die Perspektive des Vereins.

Der hat eine rasante Entwicklung hinter sich. 2008 gegründet, zählt er nun 335 Mitglieder, darunter 220 im Alter von 0 bis 17. Dazu kommen noch 80 Reha-Sportler, die betreut werden. Letztlich begannen Differenzen mit der Leitung der Kulturunternehmung, zu der die Schwimmhalle gehört, seitdem neben den Trainingszeiten montags auch die freitags eingeführt wurden. „Das war damals ein harter Kampf“, stellte der Vereinsvorsitzende Tilo Niedermanner fest.

Differenzen

Am Jahresanfang gipfelten die Differenzen, als der SSV mangelnde Unterstützung beklagte. Die Stadtverwaltung hielt dagegen: Der Verein zahlt teils auf 50 Prozent reduzierte Tarife. Nun sei aber angekündigt, dass mehr Geld für die Nutzung der Bahnen verlangt werden soll. „Was sollen wir tun?“, fragte Niedermanner in der Versammlung, zu der auch OBM Ralf Scheler (parteilos) eingeladen war. Der hatte sich entschuldigen lassen.

Der SSV fürchtet, künftig höhere Nutzungsgebühren in der Schwimmhalle zahlen zu müssen

Der SSV fürchtet, künftig höhere Nutzungsgebühren in der Schwimmhalle zahlen zu müssen.

Quelle: Heike Liesaus

Das Schreckensszenario: Wenn der Verein die Bahnnutzung zu 100 Prozent zahlen müsste, kämen an die 27 000 Euro fürs erste Halbjahr 2017 zusammen. Die Steigerungen könnten auch geringer sein, so der Vereinschef. Bei bisherigen Konditionen wären 16  000 Euro zu berappen. „Bei unseren Mitgliederzahlen sollten wir als Magnet für Eilenburg betrachtet werden“, sagte einer der Sportler. Das ist der Verein schon. Krostitzer, Jesewitzer, Tauchaer nutzen die SSV-Angebote. Will Eilenburg das nicht? „Wir bringen doch Geld“, wunderte sich eines der Vereinsmitglieder. Mit den Nutzungsgebühren werde doch zur Finanzierung und zur Auslastung der Halle beigetragen.

 

Entspanntes Umfeld?

Leipzig biete bessere Bedingungen, berichtete Niedermanner vom Post-Verein, dem er ebenfalls angehört, um in seiner Altersklasse am Wettkampfbetrieb teilzunehmen. Doch einige sehen offenbar gerade im entspannteren Umfeld der kleineren Stadt Vorteile: „In Leipzig ist es hektischer“, erzählte einer der Versammelten. „Mein Sohn erzählt mir schon montags, dass er sich aufs Training am Freitag freut.“ Mehrfach gab es Komplimente an Vorstand und Übungsleiter, besonders an das Ehepaar Niedermanner. Beide agieren als Trainer: „Das, was Ihr leistet, steht im Dienst der Nächstenliebe“, lobte da einer der Hobby-Sportler.

„Wir wollen den Verein nicht sterben lassen“, zog Kathrin Niedermanner das Fazit. Nun erst sei abzuwarten, was von der Stadt kommt. Danach soll es eine erneute Versammlung geben, alles noch einmal durchgerechnet werden. „Auf alle Fälle wollen keinen High-Society-Verein.“ Denn wahrscheinlich würden sich einige die Mitgliedsbeiträge nicht mehr leisten können, wenn sie aufgrund der erhöhten Kosten angehoben werden müssten.

Zu hohe Zahlen

„Die Zahlen sind zu hoch. Und 100 Prozent Nutzungsgebühren sind eine rein theoretische Möglichkeit, wenn der Betriebsausschuss sagen würde: Wir wollen keinerlei Rabattierung mehr“, erklärte Heiko Leihe, Leiter der Kulturunternehmung, zu der auch die Schwimmhalle gehört, gegenüber der LVZ. „Wir differenzieren aber auch beim SSV jetzt schon. Für den Reha-Sport zum Beispiel, der einer kommerziellen Nutzung entspricht, werden 100 Prozent verlangt. Andere Vereine haben aber überhaupt keine Ermäßigung. Wir wollen auch keine Leipziger Verhältnisse, wo der unorganisierte Nutzer gar nicht mehr in die Hallen kommt.“ Er werde sicher keine 100-prozentigen Gebühren zahlen müssen, aber es könne weitere Differenzierungen, heißt unterschiedliche Konditionen für unterschiedliche Nutzung, geben. Im September werde die Ausschuss-Sitzung stattfinden. Die Stadt kalkuliert in diesem Jahr mit 957 000 Euro Zuschuss für die Kulturunternehmung, großer Teil geht in die Schwimmhalle. Unterstützung von Land oder Landkreis gibt es dafür nicht.

Von Heike Liesaus

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