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Eilenburger Stadtbibliothek seit 25 Jahren auf dem ehemaligen Kasernengelände

Kultur Eilenburger Stadtbibliothek seit 25 Jahren auf dem ehemaligen Kasernengelände

Die Stadtbibliothek in Eilenburg befindet sich in einem Jubiläumsjahr. Seit 25 Jahren hat sie ihren Sitz im Haus 3 des ehemaligen Kasernengeländes in der Muldestadt. Seither gab es Höhen und Tiefen zu überwinden. Unter anderem das schlimme Hochwasser hatte der Einrichtung zugesetzt.

25 Jahre Bibliothek in der Eilenburger Dr.-Belian-Straße 3: Leiterin Elke Fritzke, Auszubildende Yvonne Richter und Bibliothekarin Silke Altmann (von links) sind das aktuelle Team.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Elke Fritzke erinnert sich noch genau: „Uns hatte es hier hinten voll erwischt. Bis zur zweiten Regalebene stand die braune Brühe, obwohl wir etwas höher liegen.“ Die Leiterin der Eilenburger Stadtbibliothek spricht über das verheerende Mulde-Hochwasser von 2002. „Das schöne Parkett wölbte sich, konnte nur noch beseitigt werden. Malerarbeiten fielen an, was besonders ärgerlich war. Denn erst ein Jahr zuvor wurde alles neu gestrichen.“

Nachfolger der Verkaufsstelle für NVA-Offiziere

Das Hochwasser stellt eines der prägenden Ereignisse in der wechselvollen Geschichte der Stadtbibliothek dar. Einer Einrichtung, die jetzt ein besonderes Jubiläum begangen hat. „Wir sind inzwischen seit 25 Jahren im Haus 3 des ehemaligen Kasernengeländes“, berichtet Fritzke und ergänzt: „Am 12. Februar 1992 haben wir hier erstmals unsere Tore geöffnet.“ Zuvor verweilte die Bibliothek jahrzehntelang in der Wallstraße 5. Dort seien allerdings die Räume viel zu eng gewesen.

„Wir sind dann ins Erdgeschoss sowie die erste Etage gezogen“, erinnert sich Fritzke, die alles selbst mit erlebt hat, feierte sie doch im vergangenen Jahr ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. „Unten war die Erwachsenenbibliothek, zusammen mit dem Stadtarchiv. Oben der Bereich für die Kinder.“ Zu DDR-Zeiten diente das neue Domizil unter anderem als Verkaufsstelle für NVA-Offiziere. „Dass sich jetzt alles im Erdgeschoss befindet, ist seit 1998 der Fall. Damals wurden mehrere Durchbrüche gemacht“, so Fritzke, „sodass wir anschließend knapp 400 Quadratmeter zur Verfügung hatten. Eben so viel, wie wir auch heute noch unser Eigen nennen dürfen.“

Mitglied im Onleihe-Verbund Leipziger Raum

Als markant hat sich für die Bibliotheksleitern auch die Umstellung der gesamten Ausleihe vom Buchkartensystem auf eine digitale Verbuchung erwiesen: „Das war eine immense Arbeit. Zehntausende Medien mussten in den Computer eingepflegt werden, jeder Nutzer hat einen eigenen Chip bekommen. Am Ende war das aber auch eine große Erleichterung.“ Seit dem Beitritt zum Onleihe-Verbund Leipziger Raum im Herbst 2014 bietet ihre Einrichtung zudem die Möglichkeit, digitale Bücher auszuleihen. „Damit können alle Leser mit einem gültigen Leseausweis von zu Hause aus auf über 8000 eBooks und Ähnliches zurückgreifen, ganz ohne zusätzliche Kosten“, betont Fritzke freudestrahlend. Im vergangenen Jahr sei das immerhin mehr als 1500 Mal genutzt worden.

Rund 1200 aktive Leser

Der Vor-Ort-Bestand der Bibliothek umfasst aktuell rund 36 000 Medieneinheiten. Dazu gehören insbesondere Kinder- und Jugendliteratur, Sachliteratur und Belletristik, aber auch Hörbücher, CDs und DVDs sowie Videospiele. Die Zahl der aktiven Nutzer belaufe sich auf rund 1200, die der Neuanmeldungen auf knapp 180. „Viele unserer Leser waren früher als Kinder hier“, verkündet Fritzke, „haben Eilenburg zwischenzeitlich verlassen und kommen jetzt mit ihren eigenen Sprösslingen wieder hier her.“ Bei den kleinen Lesern sei das „Märchenzimmer“ sehr beliebt. Mit Sitzsäcken ausgestattet, biete es ein kuscheliges Leseambiente für regelmäßige Vorlesenachmittage .

Kundin seit vielen Jahren ist Ursula Post. „Es ist toll, dass es die Stadtbibliothek gibt“, sagt sie mit fünf zum Teil dickleibigen Büchern in der Hand. Sie leihe alle drei bis vier Wochen etwas aus. Auch weil vor allem aktuelle Titel offeriert werden. „Die Mitarbeiterinnen sind auf Zack, geben sich große Mühe. Wenn Bücher nicht da sind, dann bestellen sie diese auf Wunsch. Das ist ein guter Service“, so die Ruheständlerin.

Von Matthias Klöppel

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