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Eilenburger Stadtpark: Anwohner warnen vor Schäden durch Flutschutz

Stadtpark-Pflege Eilenburger Stadtpark: Anwohner warnen vor Schäden durch Flutschutz

Der Baumbestand des Eilenburger Stadtparkes soll Zuwachs erhalten. Auch mit Arten, die „feuchte Füße vertragen“, wird im Rathaus informiert. Denn aufgrund der Flutschutzmaßnahmen am Rande des Parks befürchten Naturfreunde Bodenveränderungen, die dem Bewuchs Schaden zufügen könnten

Für die notwendige Teichsanierung im Stadtpark hat die Verwaltung zurzeit keine Mittel frei.

Quelle: Karin Rieck

Eilenburg. Böse Zungen behaupten in Eilenburg, das Schmetterlingswiesen-Projekt im Stadtpark sei eine gute Gelegenheit, dort bei den Pflegearbeiten zu sparen. Das wird von Petra Zimmermann, Fachbereichsleiterin Bau- und Stadtentwicklung im Rathaus, vehement dementiert. „Für die Mäharbeiten, die von der Stadtwirtschaft zwei- bis dreimal im Jahr ausgeführt werden, gibt es einen genauen Übersichtsplan, in welchen Abschnitten der Rasen in wechselnden Abständen kurz geschnitten wird und dafür in anderen Bereichen wieder wachsen kann.“ Wie berichtet, gehört Eilenburg zu den Kommunen, die mit einem speziellen Wiesenpflegekonzept in Sachsen Grünflächen faltergerecht bewirtschaften, um für Schmetterlinge und andere Insektenarten wie Wildbienen oder Heuschrecken neue Lebensräume zu erschließen. Darauf hätte es viel positive Resonanz gegeben, so Zimmermann. Dass der Park deswegen nunmehr einen ungepflegten Eindruck hinterlassen würde, dazu sei ihr keine Kritik bekannt.

Zuwachs für die grüne Lunge

Vielmehr stellt sich die Stadt auf Zuwachs in ihrer wichtigsten grünen Lunge ein. „Bei Rundgängen wurde Anfang Juni mit fachlicher Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes abschnittweise Vorschläge für Neuanpflanzungen von jungen Bäumen erarbeitet.“ Der bereits 2003 in einem Gestaltungskonzept vorgeschlagene Weg im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung 2002 werde weiter verfolgt. Vor allem einheimische Arten sollen in die Erde. Im Bereich nördlich des Teiches soll der Bestand – soweit das aus Verkehrssicherungsgründen möglich ist – sich selbst überlassen, also Auenwald bleiben. „Hier wird vorerst nicht nachgepflanzt“, informiert die Amtsleiterin. Der Bereich westlich der Bahnhofstraße solle mit besonderen Baumarten, nicht unbedingt einheimischen, belebt werden.

Neue Bäume sollen „nasse Füße“ vertragen

Für Herbst stehen insgesamt 25 Laubbäume auf dem Pflanzplan: Weide, Schwarzpappel, Rotbuche, Hainbuche, Scharlach-, Rot-, Stiel-Eiche, Platane, Eibe, Magnolie, eventuell auch Ungarische Eiche, Flügelnuss, Eisenholzbaum, Esskastanie. Je nach Standort, so Zimmermann, müsse vorher geprüft werden, inwieweit diese Baumarten auch „nasse Füße“ vertragen. Schäden am Baumbestand, die mit der veränderten Boden-Situation durch die Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Mühlgrabens in Verbindung zu bringen sind, könnten aber nicht nachgewiesen werden. Deshalb würden zurzeit auch keine Konzepte verfolgt, um Flutschutz und etwaige Staunässe zu vereinbaren.

Experte warnt vor Baumschäden

Vor einem Jahr hatte Park-Anwohnerin Inez Laaser mit Unterstützung eines Experten gewarnt: Die Spundwände am Mühlgraben würden Veränderungen in der Bodenstruktur bewirken, die den Baumbestand auch im Stadtpark in den nächsten Jahren stark negativ beeinflussen könnten. Erste Anzeichen dafür in ihrem eigenen Garten, einem Flächendenkmal, wurden bereits sichtbar. Doch weder im Rathaus, noch im Stadtrat habe man für die Probleme Gehör gefunden. „Wir recherchieren weiter und suchen für uns privat nach Lösungen.“ Verfaulte Bodenbereiche seien entsorgt, frische Erde mit Sand vermischt worden und eine Entwässerung geplant. „Ein wissenschaftliches Gutachten zu dieser Problematik kostet einen unteren dreistelligen Betrag“, so Laaser, „an dem ich mich beteiligen würde.“

Die Stadtverwaltung kontrolliert, wie gehabt, zunächst den vorhandenen Baumbestand entlang der Wege im zweijährigen Turnus. Entsprechend der Ergebnisse werde eine Fachfirma mit den notwendigen Pflegearbeiten beauftragt.

Von Karin Rieck

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