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Eilenburg Eilenburger Theater-Gruppe bringt die Heinzelmännchen-Sage auf die Bühne
Region Eilenburg Eilenburger Theater-Gruppe bringt die Heinzelmännchen-Sage auf die Bühne
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07:00 28.06.2016
Eilenburger spielen die Heinzelmännchen-Sage in der Nikolaikirche auf neue Weise. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Heinzelmännchen haben Angst vor Fressfeinden und vor Menschen. Das war neulich in der Nikolaikirche zu lernen. Mit dem Theaterstück „Des kleinen Volkes Hochzeitsfest“ wurde sich auf außergewöhnliche Weise der Eilenburger Sage genähert und das Publikum in den vollen Bankreihen begeistert. Nun dürfen die Eilenburger schon aufs nächste Projekt gespannt sein, bei dem Laientheater und Püchauer Schweizerhaus zusammenarbeiten.

25 Darsteller standen beim ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Da stürmte eine Stadtführerin die Kirche, die sie kurzerhand zur Eilen-Burg erklärte. Und aus Touristen wurden während des Gesprächs mit der Heinzel-Ethnologin Prof. Dr. Dr. Gabour verschiedene Heinzelmännchen-Charaktere. Zu besagten natürlichen Fressfeinden der Heinzel gehörten übrigens Katzen. Mit den Menschen verhielt es sich offenbar differenzierter. Denn Pepe, das Grafenkind, freundete sich mit den kleinen Männlein an, die es bei seinen Streifzügen übers Schlossareal zufällig entdeckt hatte. So durfte es eine Hochzeit mitfeiern. Da wurde das beliebte Spiel „wie gut kennen sich Braut und Bräutigam“ gespielt, intonierte die Heinzelmännchen-Band Melodien mit Body-Percussions. Da gab es eine lachende Braut und einen eitlen Bräutigam. Aber auch weinende Trauzeuginnen, die der verpassten Chance nachtrauerten. Jedoch wurde im Festtrubel nicht so genau aufgepasst. Schon ging die Heimlichkeit flöten. Und Pepes Grafen-Oma bildete sich leider beim Blick auf die lebhafte Gesellschaft ein gravierendes Fehlurteil: „Gesindel!“, vertrieb sie die Heinzel aus dem Untergrund der Eilenburg. Die sind bis heute verschwunden. Und die neugierigen Touristen wurden nach der intensiven Bewunderung der Burg von der Reiseleiterin schon zur nächsten Sehenswürdigkeit getrieben.

Der Stadtkirche kam die Aufführung jedenfalls zu Gute. Die Hälfte der Spenden, die am Ausgang eingesammelt wurden, sollen für den Wiedereinbau des kriegszerstörten Gewölbes Verwendung finden. Die andere Hälfte ist für die Kinder- und Jugendarche gedacht. Denn diese ist ebenfalls fürs gemeinsame Theater engagiert.

„Es ist unglaublich: Vor vier Wochen wurde gerade mit dem Projekt begonnen“, freute sich Nadine Fritzsche, Vorsitzende des Theatervereins, am Ende der Vorstellung. Dabei hatten die Laien-Darsteller jeweils nur wenige Stunden Zeit. Nun soll es in den Sommer- und später in den Herbstferien in kompakter Form weitergehen mit dem Theaterprojekt für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, das sich künstlerische und zeitgemäß mit Geschichte und Tradition der Stadt auseinandersetzt. In der ersten Augustwoche wird von Montag bis Donnerstag in der Arche geübt. Am Freitag laufen Generalprobe und Aufführung in der Nikolaikirche. Ähnliches ist dann noch einmal in den Herbstferien geplant.

Ferienkinder und Jugendliche, die mitmachen wollen, können sich noch anmelden per E-Mail unter info@schweizerhaus-puechau.de oder kiju-arche@gmx.de.

Von Heike Liesaus

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