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Eilenburg Eilenburger Torhaus birgt Überraschungen
Region Eilenburg Eilenburger Torhaus birgt Überraschungen
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00:25 27.09.2018
Architekt Uwe Giersdorff und Hans Poltersdorf (von links) vor dem Torhaus. Quelle: Ilka Fischer
Eilenburg

Das Torhaus am Burgturm zieht die Blicke der Besucher des Eilenburger Burgberges auf sich. Vor dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, an dem der Zahn der Jahrhunderte kräftig genagt hat, stehen Bauzäune, auf dem Dach flattert eine Plane. Darunter und drum herum verstecken sich viele Überraschungen.

Blick auf das Torhaus am Eingang des Burgberges. Es soll 2019 als Besucherzentrum eröffnet werden. Quelle: Ilka Fischer

Das Ziel, das Torhaus als Informations- und Besucherzentrum bis Ende des Jahres zu eröffnen, wurde von der Wirklichkeit längst eingeholt. „Gewollt hätten wir Ende des Jahres, aber Frühjahr oder auch Sommer 2019 ist realistischer“, sagt Hans Poltersdorf, der für den Burgverein als Bauherr firmiert und der nicht nur vor Ort, sondern vor allem auch im heimischen Büro mitunter mehrere Stunden täglich für das bisher größte Vorhaben in Vereinsregie im Einsatz ist.

So viel kostet die Sanierung

2015 hat der Burgverein, der sich 1994 nach dem Brand des Amtshauses mit dem Ziel gegründet hat, dieses sowie die gesamte Berganlage wieder aufzubauen, das Torhaus gekauft. 2018 konnte der Burgverein, der eine 90-prozentige Förderung des Freistaates erhält, mit dem Umbau des Torhauses als Besucher- und Informationszentrum beginnen.

So möchte der Verein mithelfen, den Burgberg und seine Anlagen wieder aufzubauen. Die erste Kostenschätzung von knapp 300.000 Euro musste inzwischen auf über 450.000 Euro nach oben korrigiert werden. Die Eigenleistungen der Vereinsmitglieder kommen da noch oben drauf. So haben diese auch mit der großzügigen Unterstützung von Remondis von Januar bis April unter anderem 25 Container mit Schutt befüllt und weggefahren. Das Torhaus wurde als solches erst mal wieder aus Unrat und Wildwuchs „herausgeschält“.

Christian Rother (vorn) und Rico Grabe von K+S Laußig beim Untermauern der Wände in der künftigen Teeküche. Quelle: Ilka Fischer

„Das ist eine Abenteuerbaustelle“, bringt es Hans Poltersdorf auf den Punkt. „Wir mussten feststellen, dass es so gut wie keine Fundamente unter dem Gebäude gibt.“ Mitunter fehle an dem Haus, das wohl über 500 Jahre alt sein dürfe, sogar das ansonsten damals übliche Natursteingeröll. Erschwerend käme die Hanglage für das Grundstück mit rund 5000 Quadratmeter Garten und Wald hinzu. Des Weiteren musste der Architekt Uwe Giersdorff feststellen,dass das Haus nicht nur kein Fundament hat, sondern auch auf schlechtem Baugrund steht. „So wird es richtig kompliziert.“ Die Wände hätten damit immer nur Stück für Stück untermauert werden können. Auch der Dachstuhl sei in einem sehr schlechten Zustand und selbst das, so Hans Poltersdorf, „ist noch geschmeichelt“. Da die alten Lehmdecken in dem 70 Quadratmeter großen Haus erhalten bleiben sollten, konnte man das Dach auch nicht einfach abnehmen. „Hätte man dies getan“, so Uwe Giersdorff, „wäre alles zusammengefallen.“ Das droht jetzt nicht mehr. Denn derzeit werden bereits die inneren Fachwerkwände errichtet. Demnächst wird der Dachstuhl ausgebessert. „Danach“, so schätzt Uwe Giersdorff ein, „wird es dann fast ein normaler Bau sein.“ Das Haus, so schätzt er ein, wird auf jeden Fall noch in diesem Jahr dicht. Der Winter kann dann für den Innenausbau genutzt werden.

Eröffnungstermin unklar

Die Mitglieder des Burgvereins sind dann im Frühling noch einmal bei der Gestaltung der Außenanlagen gefragt. Wann aber das Torhaus tatsächlich als Besucherzentrum öffnet, dazu wagt auch die Vereinsvorsitzende Steffi Schober derzeit keine Prognose. „Sicher ist, dass wir im 25. Jahr unseres Bestehens dieses Torhaus der Öffentlichkeit zugänglich machen werden. Wir würden uns freuen, für die kommenden Aufgaben rund um das Torhaus weitere Mitglieder oder Helfer gewinnen zu können. Der Burgberg braucht viele fleißige Heinzelfrauen und Heinzelmänner.“

Von Ilka Fischer

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