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Eilenburger Unternehmen wollen schnelleres Internet – jetzt sollen sie zahlen

Breitbandausbau Eilenburger Unternehmen wollen schnelleres Internet – jetzt sollen sie zahlen

Eilenburg ist Vorreiter in Sachen Digitale Offensive. Trotzdem gibt es Unzufriedenheit im Rathaus: Fürs Gewerbe reichen die geförderten 50 Mbit/s Downloadrate meist nicht. Die Firmen wollen mehr – doch wer soll das bezahlen?

Das Datennetz soll auch für Eilenburg ausgebaut werden.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Es wird weiter gewebt am Breitbandnetz Eilenburgs. Derzeit ist die Fortsetzung des Ausbaus mit dem Landesprogramm Digitale Offensive Sachsen (DIOS) in Arbeit. „Dabei ist Eilenburg ist Vorreiter“, stellt Heiko Leihe, verantwortlich für Wirtschaftsförderung in der Stadt, fest. Jedoch gibt es Schattenseiten: „Wir können in Gewerbegebieten nicht weitermachen. Denn es wird nichts gefördert, was über 50 Mbit liegt. Dabei wollen wir dort auch den Glasfaserausbau haben.“ Die 50 Mbit Downloadrate mag für private Haushalte völlig ausreichend sein, doch für Industrie und Gewerbe reiche sie oft nicht. „Das stellt eine Hürde für die Ansiedlung von Logistik-Unternehmen dar. Aber die Kabelverzweiger in den Gewerbegebieten sind bereits ertüchtigt“, erklärt Leihe. Eilenburg will also noch mehr Internet für die Gewerbegebiete. Allerdings habe er nun ernüchtert feststellen müssen, dass das Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur auch nur den Breitbandausbau für Raten bis zu 50 Mbit fördert, berichtet Leihe. Deshalb müsse nun Plan B ins Auge gefasst werden. „Wir müssen direkt auf die Unternehmen zugehen. Und fragen, ob sie sich mit am Glasfaserausbau beteiligen. Wir wissen auch von Seiten der Anbieter, dass es Interessen gibt, da entgegenzukommen.“ Dann müsse geklärt werden, ob auch die Stadt helfen könnte, dafür müsse aber die Debatte geführt werden.

Zu wenig Netz

„Die aktuell anliegende Versorgung reicht für unsere Zwecke nicht. Wir haben deshalb eine Funklösung“, sagt Marco Bücker, Disponent bei der Spedition Weigelt. „All unsere Programme laufen nur online, ob Routenplanung, Frachtbörsen, auf die sechs Mitarbeiter auch ständig zugreifen müssen.“ Im Autohaus Dzengel ist man mit der bisherigen Situation nicht zufrieden: „Wenn früh alle Firmen anfangen, aufs Internet zuzugreifen, wird alles langsamer“, erklärt Seniorchef Kurt Dzengel. „Eigentlich hoffen wir schon, dass es mit dem jetzigen Ausbau besser wird.“

Mit Hilfe der DIOS-Fördermittel werden derzeit die Bereiche in der Stadt ausgebaut, für die kein kommerzieller Versorger den Eigenausbau realisiert oder zumindest angekündigt hat. Das ist vor allem in den Ortsteilen Wedelwitz, Kospa, Zschettgau, Pressen und Behlitz der Fall.

Nach der Ausschreibung erhielt die Deutsche Telekom für diese Gebiete den Zuschlag. Diese hatte bis vorigen November noch auf eigene Rechnung Gebiete mit insgesamt mehr als 7000 Haushalten in Eilenburg-Mitte und Ost sowie in Doberschützer Ortsteilen zur Anschluss-Möglichkeit an die schnellere Datenautobahn verholfen. Dort ist nun ein maximales Tempo beim Herunterladen von bis zu 100 Megabit pro Sekunde und beim Hochladen 40 Mb/s möglich. Weitere Gebiete in der Stadt sind von der Primacom erschlossen.

Inbetriebnahme im Jahr 2018

Für Gebiete, die derzeit den Breitband-Ausbau bekommen, erhält die Telekom über das Förderprogramm die Mittel zur Deckung der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke. Denn in Regionen mit wenigen Anliegern, vor allem auf dem Land, übersteigen die Investitionen in die Anlagen die zu erwartenden Erlöse. Somit ist für kommerzielle Unternehmen ein Ausbau wirtschaftlich nicht machbar. Dann muss die Allgemeinheit einspringen.

Erste Verträge im März

Eilenburg hatte als eine der ersten Städte in Sachsen den Fördermittelbescheid erhalten. Nun wird der Ausbau bis zum Jahresende realisiert. Doch in einigen Fällen könne die Inbetriebnahme erst im nächsten Jahr erfolgen. „Ab März ist es dann soweit, dass die Verträge abgeschlossen werden können“, sagt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos).

Von Heike Liesaus

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