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Eilenburger Wäscherei-Team wehrt sich

Offener Brief Eilenburger Wäscherei-Team wehrt sich

Die Wäscherei Wagner soll abgerissen werden, um die Grünflächenpläne am Nordring zu vollenden? Die Eilenburger Stadträte stehen offenbar mehrheitlich weiterhin zum einmal gefassten Beschluss. Bisher war der Mietvertrag zwar immer wieder verlängert worden. Doch nun soll Ende des Jahres endgültig Schluss sein. Jetzt melden sich die Mitarbeiterinnen zu Wort.

Die Wäscherei Wagner am Eilenburger Nordring 14 leistet weiterhin Abriss-Widerstand.
 

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg.  Den bisher letzten LVZ-Beitrag, der über die Stadt-Pläne zum Abriss der Textilpflege Wagner berichtet, haben sie ausgeschnitten und auf der Ladentheke angebracht. Darunter liegen die Unterschriftenlisten: Unter „Nein“ haben darauf bisher zirka 800 Kunden ein Kreuz gemacht und dahinter ihr Signum gesetzt. Auch Erika und Franz Täubrecht, 82 und 85 Jahre alt, die gerade einen guten Anzug zur Reinigung bringen, reagieren auf die Problematik angesprochen spontan: „So ein Blödsinn. Warum soll man das machen, wegen so einem bissel Grünzeug? Und wo sollen wir denn sonst mit unseren Sachen hin?“ Heidelinde Matthes (66) aus Wölpern, die unmittelbar danach eine warme Jacke abliefert, findet dafür ebenso nur ein Wort: „Wahnsinn. Mehr ist dazu gar nicht zu sagen.“

800 Unterschriften haben die Mitarbeiterinnen der Wäscherei gesammelt, zeigen Gudrun Kühn, Karla Prix-Richter und Ina Günther

800 Unterschriften haben die Mitarbeiterinnen der Wäscherei gesammelt, zeigen Gudrun Kühn, Karla Prix-Richter und Ina Günther.

Quelle: Heike Liesaus

Offener Brief

„So reagieren die Kunden eigentlich immer“, sagt Grudrun Kühn, eine der Mitarbeiterinnen. Sie und ihre fünf Kolleginnen und ein Kollege, die in der Wäscherei am Eilenburger Nordring und der Filiale Bad Düben tätig sind, haben nun einen offenen Brief an den Eilenburger Oberbürgermeister und die Stadträte gesandt. Denn sie verstehen nicht, dass nach so vielen Jahren des Schwebezustands nach wie vor an den Abrissplänen festgehalten wird. Zum Jahresende soll der Mietvertrag endgültig auslaufen und das kleine Gehöft entsprechend jahrzehntelanger Planungen abgerissen werden. Vor mehr als einem Jahrzehnt waren viele Gebäude am Nordring abgerissen worden, um den Grüngürtel anzulegen. Für die Mitarbeiter der Textilpflege ist das unfassbar: „Wir bekommen aus erster Hand den jahrelangen Kampf um den Fortbestand unserer Einrichtung mit. Der ursprüngliche Beschluss, Kauf des Grundstücks am Nordring, eine Umsetzung des Betriebes, Abriss und Begrünung konnte nicht umgesetzt werden. Es findet sich innerstädtisch kein alternativer Standort, welcher die Umweltauflagen erfüllt“, fassen sie in ihrem Brief noch einmal Geschichtliches zusammen.

Einfach weiter wie bisher

Die Mitarbeiterinnen wollen einfach weiterhin das tun, was sie in den vergangen 25 Jahren taten. Sie versetzen nicht allein Jacken, Hosen, Kleider in sauberen Zustand. Sie glätten Hemden, Blusen und Wäsche, reinigen Anzüge des Technischen Hilfswerks, ebenso Jalousien, Gardinen für Betriebe, Autohäuser, Schulen, Verwaltungen bis hin zur Tischwäsche von Gaststätten, Bettwäsche von Hotels. Sind für Ärzte und Apotheken tätig. Auch die Papierfabrik Stora Enso, für die Wäscherei seit 1994 arbeitet, hat extra ein Schreiben geschickt, dass sich für den Erhalt ausspricht.

Stadträte in der Pflicht

Die Chefin, Cornelia Wagner, wolle die Arbeitsplätze auf alle Fälle und die Dienstleistung für Eilenburg, Bad Düben und Umgebung erhalten. Heißt: Sie will den Betrieb auch übers Rentenalter hinaus weiterführen und dann ihrem Nachfolger übergeben. „Wir sind krisenfest. Wäsche muss doch immer gewaschen werden“, erklärt Karla Prix-Richter. Außerdem sei der Betrieb doch schuldenfrei. Die Stadträte als gewählte Vertreter der Bürger Eilenburgs seien doch in der Pflicht, deren Interessen zu vertreten, argumentieren die Mitarbeiterinnen in ihrem Brief, das bedeute doch auch einen funktionierenden Betrieb und Arbeitsplätze zu erhalten. „Denn soviel ist gewiss, ist die Einrichtung erst einmal geschlossen, kommt kein derartiger Ersatz nach. Und eine Wohnstandortkampagne ist nutzlos, wenn es keine funktionierend Infrastruktur gibt. Rentenstelle, Bankfilialen, Krankenkassenfilialen, Bäcker, Fleischer, Foto-Optik, Gastrobetriebe haben in Eilenburg schon für immer geschlossen.“ Und das sei nun mal keine gute Werbung für die Stadt.

Am Montag, 22. August, soll im geschlossenen Teil der Sitzung des Stadtausschusses ab 18.30 Uhr im kleinen Saal des Bürgerhauses noch einmal über den Fall Nordring 14 beraten werden.

Von Heike Liesaus

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Eilenburg nordring 14
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