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Eilenburg Eilenburger Wäscherei steht weiter vor ungewisser Zukunft
Region Eilenburg Eilenburger Wäscherei steht weiter vor ungewisser Zukunft
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00:31 31.03.2018
Cornelia Wagner (rechts) kämpft um den Erhalt der Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter Uwe Müller (Fahrer), Viola Meißner (Büglerin), Martina Riske (Wäscherin) und Gudrun Kühn (Büglerin/Annahme). Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Abriss oder Nicht-Abriss, Grünfläche oder Erhalt: Ein baldiges Ende in der emotional aufgeladenen Debatte um die Textilpflege Wagner ist nach wie vor nicht in Sicht. Für Konfliktstoff sorgt derzeit ein neuer Nutzungsvertrag, der Cornelia Wagner vorliegt. Doch die Inhaberin des Reinigungsbetriebes am Eilenburger Nordring 14 verweigert dem Dokument ihre Unterschrift.

Mehrere Male hatte die Stadt Eilenburg Wagner eine Mietverlängerung zugestanden – zuletzt bis Mitte 2020. Das Problem: Der dazu im November 2016 gefasste Stadtratsbeschluss ist bis heute nicht umgesetzt worden. „Stattdessen hat mir die Stadt einen nagelneuen Nutzungsvertrag vorgelegt, der die Abriss-Variante forciert und gravierende, existenzgefährdende Punkte enthält“, ärgert sich die Geschäftsfrau.

Großteil des Gewerbes sei in Gefahr

Unter anderem soll ihr das Schriftstück nur den Wäscherei-Betrieb garantieren, die Textilreinigung jedoch untersagen. Damit würde der Großteil ihres Gewerbes wegfallen. Sie müsste Arbeitsplätze streichen. Genau das will sie aber vermeiden. „Das sind meine Angestellten. Die, die jeden Tag ihre Pflicht tun. Und die müsste ich entlassen?“, fragt die Chefin. Außerdem solle sie Bauunterhaltungen in Höhe von bis zu 15 000 Euro an den Gebäuden vornehmen. Und das, obwohl immer noch von Abriss die Rede sei.

Wagner, die im vergangenen Oktober 25-jähriges Geschäftsjubiläum feierte, will den Vertrag nicht annehmen. „Wir leben in einem Rechtsstaat. Gewählte Vertreter der Bevölkerung sollten den mehrheitlichen Willen akzeptieren“, sagt sie. Die über 60-jährige Inhaberin will, dass zumindest der Beschluss zur Mietverlängerung bis 2020 umgesetzt wird. Später soll die Wäscherei einmal an ihren Sohn übergehen. „Es geht darum, den Betrieb für die Stadt Eilenburg zu erhalten“, betont Wagner.

Viele Eilenburger unterstützen die Wäscherei

Sie verweist auf ein schuldenfreies Geschäft, auf die Verantwortung für ihre Belegschaft und die hohe Akzeptanz, die das kleine Gehöft in der Region genießt. Viele Eilenburger stehen hinter ihr, haben sich mit ihrer Unterschrift für einen Verbleib des Betriebes ausgesprochen, darunter rund 1800 Privatpersonen und etwa 60 lokale Einrichtungen wie Praxen, Gaststätten und Pflegehäuser. Diese Möglichkeit der Willensbekundung, so die Unternehmerin, bestehe auch weiterhin am Standort und in Bad Düben.

Ihre Kritik an dem vorgelegten Nutzungsvertrag hat Wagner, inzwischen anwaltlich vertreten, in der jüngsten Stadtratssitzung dargelegt. Seitdem fand ein – wie sie es formuliert – „konstruktives Gespräch“ im Rathaus statt: „Wir waren bemüht, die prägnanten Punkte auszuräumen.“ Davor habe ihr Anwalt in ihrem Namen und ihres Sohnes erneut Antrag auf Erwerb des Grundstückes Nordring 14 gestellt. Nun sollen weitere Gespräche folgen.

OBM räumt unterschiedliche Ansichten zum Vertrag ein

Dass es unterschiedliche Ansichten zum Vertrag gibt, sagt auch OBM Ralf Scheler (parteilos). Deshalb sei er bisher nicht unterzeichnet. Behauptungen, das Papier würde bestimmte Nutzungsarten untersagen, weist er zurück. Nachdem trotz mehrfacher Nachfrage kein Gespräch zwischen Stadt und Cornelia Wagner zustande kam, habe er gegenüber deren Anwalt das Angebot erneuert. „Wir haben uns zu den meisten Teilen der Formulierungen verständigt, einige, die die Gegenpartei gestört haben, sind geglättet.“ Der Anwalt wird zeitnah Stellung nehmen. Scheler geht davon aus, dass eine Lösung gefunden wird, mit dem Endpunkt 30. Juni 2020. Die Stadt ist seit den 90er-Jahren dran, den Grüngürtel umzusetzen. Es sei nicht darum gegangen, die Geschäfts-Existenz vorzeitig zu beenden. Mit Kauf des Wäscherei-Grundstücks habe die Stadt das Mietverhältnis immer wieder verlängert. Am Ziel Grüngürtel hat sich aber nichts geändert.

Von Matthias Klöppel und Kathrin Kabelitz

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