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Eilenburger Weihnachtsbäume wachsen in die Höhe

Baumpflege Eilenburger Weihnachtsbäume wachsen in die Höhe

Schon jetzt hat der Obst- und Gemüsehändler Rainer Klepel die Feiertage im Blick. Um den Eilenburgern schöne Weihnachtsbäume anbieten zu können, gönnt er sich keine Pause. Die Pflege des hölzernen Nachwuchses läuft das ganze Jahr über.

Rainer Klepel sorgt auf seiner Plantage in Wedelwitz für den richtigen Schnitt der künftigen Weihnachtsbäume.

Quelle: Wolfgang Sens

Wedelwitz. Rainer Klepel hält es ganz nach Sepp Herbergers berühmtem Ausspruch „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Nur dreht sich bei dem Eilenburger Obst- und Gemüsehändler nichts um Fußball, sondern Weihnachtsbäume, die auf seiner Plantage in Wedelwitz herangezüchtet werden. Nach den Feiertagen bleibt Klepel nur wenig Zeit zum Verschnaufen, bevor die Arbeit am Gehölz in die nächste Runde geht. „Im Moment wird der Grunddünger geschmissen“, erklärt Klepel. Das sei unabdingbar für das Wachstum seiner Nordmanntannen, Blaufichten, serbischen Fichten, Schwarzkiefern und Buchsbäume, die auf der rund drei Hektar großen Plantage im Eileburger Ortsteil Wedelwitz heranwachsen. Doch das allein reicht nicht. Auch das Wetter muss mitspielen. „In den letzten Jahren war der April immer sehr trocken. Da haben wir viele Pflanzen verloren“, berichtet Klepel. „Gott sei dank hat es jetzt allerhand geregnet und die Pflanzen sehen relativ gut aus.“

Damit am Ende aus einem kleinen Setzling ein stolzer Weihnachtsbaum wird, reichen jedoch nicht nur Dünger und genügend Wasser. „Jeder Baum muss außerdem regelmäßig überprüft und beschnitten werden“, betont der Händler. „Außerdem müssen mitunter die Terminaltriebe gerichtet und dafür angebunden werden, damit alles gerade wächst.“ Nur so kommt die gewünschte Form zustande. Der größte Aufwand wird hingegen nicht am Gehölz selbst, sondern zwischen den Reihen betrieben. „Wenn die Vegetation beginnt, geht es mit Gras- und Unkrautmähen los. Das nimmt das ganze Jahr – von Januar bis November – in Anspruch und ist ein Riesenaufwand“, weiß Klepel. Die Mähmaschinen müssen durch jede einzelne Reihe fahren, „es sei denn, die Bäume werden größer und wachsen enger zusammen. Dann hält sich die Arbeit in Grenzen.“

Im Juli und August beginnen die auf dem Papier noch weit entfernten Feiertage bereits damit, größere Schatten zu werfen. In dieser Zeit werden verkaufsfähige Bäume mit richtiger Form und Größe gekennzeichnet, bevor sie im Winter in den direkten Feldverkauf gehen. „Die Leute gehen in die Reihen, können sich ihren Baum aussuchen und selbst absägen. „Das ist ein relativ gutes Geschäft, das reibungslos funktioniert. Und der Kunde ist zufrieden“, sagt Klepel. Vielen Leuten sei es außerdem wichtig, auf diesem Weg ein frisches Gewächs aus der Region zu bekommen. „Wenn die Bäume aus Dänemark kommen, wurden sie meistens schon im September oder Oktober geschlagen und verlieren auf dem Weg hierher schon viele Nadeln. Deswegen hat unser Feldverkauf über die Jahre auch regen Zuspruch gefunden“, denkt der Händler.

Übermäßig zufrieden zeigt sich Klepel mit der vergangenen Saison nicht: „Von einer mittleren Ernte kann man sprechen. Sie war nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut.“ Der feuchte April sei aber schon mal ein gutes Zeichen für dieses Jahr. Dann muss nur noch das Wetter an den eigentlichen Verkaufstagen stimmen, denn „wenn es regnet oder zu warm ist, ist der Absatz schlecht.“

Von André Pitz

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