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Eilenburg Eilenburger Windhund-Club bereitet 85. Geburtstag vor
Region Eilenburg Eilenburger Windhund-Club bereitet 85. Geburtstag vor
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00:33 30.07.2015
Sprint-Spezialisten: Greyhounds sind die zweitschnellsten Säugetiere der Welt. Quelle: pirvat
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Eilenburg

Ein Highlight steht bevor: Am Wochenende feiert der Verein seinen 85. Geburtstag mit einer Internationalen Windhundspezialausstellung am Sonnabend und mit dem 4. Wertungslauf der Windhund-Champions-League, zu der 100 Starter erwartet werden, am Sonntag.

Der Verein registrierte in den vergangenen Jahren gestiegenes Interesse aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Aber auch Niederländer waren zum Landessiegerrennen im Juni da. Sicher geben da auch die guten Bedingungen den Ausschlag, vermuten die beiden Vereinsmitglieder. Mittlerweile würden Sandbahnen bevorzugt. Denn dort ist die Verletzungsgefahr geringer. Die Krallen der Windhundpfoten können nicht in Wurzeln hängen bleiben. Gewässert werden muss aber erst recht, erklären beide die technischen Hintergründe. Sonst wirbelt der Staub. "Nach dem Anfeuchten wird gewalzt und dann noch eine Stahl-Gitter-Matte drüber gezogen", geht Arnold ins Detail. Schließlich ist er bei solchen Vergleichen für die Technik verantwortlich. Insgesamt werden an die 20 Helfer für solch ein Event gebraucht. Die Liste der Positionen reicht vom Bahnbeobachter über Einlass, Hasenaufsetzer, Moderation, Sekretariat, Tierarzt bis hin zum Zielgericht. Selbst der "Hasenzug", das Bewegen des Büschels aus Absperrbändern und einem Stück Fell per Seilzug rings um die Bahn, will gelernt sein.

Die Start-Boxen, aus denen die ungeduldigen vierbeinigen Sprinter hervorschnellen, sind solide und selbst gebaut. "Dafür gibt's keinen Hersteller. Auch wenn alles genau vorgeschrieben ist", so Lemm. Zum Glück gebe es Mitglieder mit entsprechenden technischen Hintergründen und Einfühlungsvermögen. "Ich habe selbst eine Hundezucht. Da macht man das so gut wie möglich", erklärt Arnold. Er ist bereits seit mehr als 30 Jahren auf den Greyhound gekommen und immer noch fasziniert: "Wenn die zu sechst vorbeikommen, wackelt die Erde", beschreibt er das Erleben während des Rennens. Immerhin bringen die Vierbeiner bis zu 35 Kilo auf die Waage und beschleunigen auf bis zu 75 Kilometer pro Stunde. "Andererseits sind Windhunde relativ faul", verrät Arnold. Eine Minute Sprint, dann sei Schluss. Vorteil für Halter: Tag für Tag stundenlange Ausläufe, bei denen Herrchen etwa mit dem Rad hinterherhetzen muss, verlangt der Greyhound, obwohl schnellste Hunderasse und zweitschnellstes Säugetier, nicht.

Doch kein Halter will erleben, dass sein Tier im Rennen stürzt. Gefährliche Verletzungen könnten die Folge sein. "Auch deshalb lässt man die Hunde höchstens acht bis zehn Rennen im Jahr laufen", erklärt Windhund-Experte Lemm. Für ihn sei das schon zu viel der Aufregung. Er hält nur noch einen einzigen Hund. Selbst großzügige Kurvenradien seien ausschlaggebend. "Es gibt Rennbahnen, da kommt kein Greyhound mehr hin", stellt er fest. Die kleineren Whippets dagegen passieren mit geringerem Risiko engere Kurven. Pluspunkt für Eilenburg sei sicher auch die idyllische Lage in der Muldenaue. Riesige Bäume spenden Schatten. Die Möglichkeit der großzügigen Bahn hatte den Club letztlich nach Eilenburg gezogen. 1930 wurde er in Leipzig gegründet, seit 1980 ist er hier.

Das Zusammenspiel von Hunden, Haltern, Bahn und Helfern ist am Wochenende im Bürgergarten zu erleben. Sonnabend ab 10 Uhr: Spezialausstellung mit 14 Rassen, Finale gegen 15 Uhr. Sonntag ab 9 Uhr: nationales Rennen, ab 14 Uhr Finalläufe der Sieger der einzelnen Rassen. Eintritt frei, Anfahrt ab Markt in Eilenburg ausgeschildert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2015
Heike Liesaus

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