Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburger Züchter sauer: Vogelgrippe-Maßnahmen gefährden Kulturgut
Region Eilenburg Eilenburger Züchter sauer: Vogelgrippe-Maßnahmen gefährden Kulturgut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:56 23.02.2017
Ein Tierpark-Bild aus vergangenen Tagen: Die Pfauen müssen jetzt im Stall bleiben.   Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Eilenburg

Nichts ist mit Auslauf. Ob im Eilenburger Tierpark oder in den Höfen und Gärten der Hobby-Züchter. Die Bewegungsfreiheit fürs Geflügel ist seit Dezember eingeschränkt. Nun haben sich die Auflagen mit der Ausweisung eines Sperrbezirks rund um Eilenburg verstärkt. Bei einem toten Schwan wurde der Geflügelpestvirus nachgewiesen.

Desinfektionsmatten im Tierpark

Für Hühner und Pfauen, die sich sonst zwischen Tierpark-Besuchern tummeln durften, sind die Freiheiten bereits seit Dezember arg eingeschränkt. Seitdem gilt die Stallpflicht wegen Vogelgrippegefahr in der Region. Die jetzt verschärften Auflagen betreffen vor allem die Zweibeiner: „Desinfektionsmatten müssen ausgelegt werden, die Tiere dürfen nicht transportiert werden und es dürfen keine betriebsfremden Personen zu den Vögeln“, zählt Tierparkleiter Stefan Teuber auf. Der Eilenburger Zoo ist natürlich trotzdem geöffnet.

Seit Dezember mussten zum Beispiel Vogelvolieren von oben mit Matten abgedeckt sein. Die Gitter ringsum waren mit zusätzlichen Netzen so zu sichern, dass auch kleinere Wildvögel nicht durchkommen, denn sie könnten das Virus übertragen. Für die Bewohner dieser Anlagen dürfte das kaum Unterschiede zum bisherigen Leben machen. Doch die Emus zum Beispiel dürfen nicht auf die Koppel, sind seit Dezember in ihrem Stall. Hühnern und Pfauen geht es genauso wie den großen Schreitvögeln. Insgesamt leben 14 Geflügelarten im Tierpark. Da ist es schon eine Herausforderung, alle, die sonst tagsüber im Freien sind, unter Dächern unterzubringen. „Ein chinesisches Kampfhuhn kann nicht mit den Pfauen zusammenbleiben“, so Teuber. Kritisch könne die Situation werden, wenn die Balzzeit kommt. „Dann müssen wir sicher auch die Pfauenhähne getrennt unterbringen.“

Geflügelzüchter in Sorge

Unter den Hobbyzüchtern der Region haben einige ihre Enten abgeschafft, berichtet Karl-Heinz Schleinitz, der Vorsitzende der Rassegeflügelzüchter Eilenburg und Umgebung. Die Schnattertiere brauchen Wasser und Platz. Zudem sollte eigentlich im März mit der Zucht wieder angefangen werden. Aber ob es mit dem Liebesleben klappt, wenn Licht und Luft fehlen, wird bezweifelt. Bei all dem befürchtet Schleinitz, dass gerade die älteren Züchter ihr Hobby für immer bleiben lassen. „Da geht viel verloren.“ Denn der Erhalt der verschiedenen Rassen gehöre zum Kulturgut. „Sonniges Wetter wäre gut. Dann entspannt sich die Lage“, schätzt Tierparkleiter Teuber. Dann gehen Grippe-Infektionen bei Mensch und Tier zurück. Auch solche mit dem Vogelgrippe-Virus, das erstmals Anfang 2014 in Südkorea entdeckt wurde. Damals mussten 12 Millionen Nutztiere zur Eindämmung der Infektion getötet werden.

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der nordsächsischen Kreisstadt Torgau erfolgt am Mittwoch der erste Spatenstich für eine Pilzfabrik. Ein koreanisches Unternehmen will künftig Speisepilze wie die schmackhaften Seitlinge züchten und von Nordsachsen aus den gesamten europäischen Markt beliefern. Dafür werden Millionen investiert.

23.02.2017

Nach dem Fund eines toten Schwans vor etwa einer Woche in Eilenburg hat das Landratsamt die Große Kreisstadt sowie die Stadtteile Hainichen und Wedelwitz zum Geflügelpest-Sperrgebiet erklärt. Es ist bereits der neunte Fall von Vogelgrippe in Nordsachsen.

22.02.2017

Schuhmacher wird häufig als aussterbender Beruf bezeichnet. Mario Vogel weiß das nur zu gut. Er ist der letzte verbliebene Handwerker dieser Zunft in Eilenburg. Die Kunden wissen aber seine Arbeit zu schätzen. Kommen gern zu ihm, auch weil er ein besonderes Maskottchen hat.

22.02.2017
Anzeige