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Eilenburger diskutieren über Asylpolitik

Eilenburger diskutieren über Asylpolitik

Die Asylpolitik war bei der jüngsten Einwohnerversammlung in Eilenburg-Mitte im Gespräch. Bei diesem Treffen war diesmal neben dem Oberbürgermeister als Gesprächspartner der Landtagsabgeordnete Jörg Kiesewetter (CDU) dabei.

Eilenburg. Mit diesem Thema müssten sich letztlich alle Gemeinden des Landkreises Nordsachsen beschäftigen, erklärte Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos). Denn es wird erwartet, dass die Zahl der Flüchtlinge, die der Landkreis aufnimmt, bis Ende des Jahres auf 2000 steigt. Derzeit sind es 916. Das bedeutet, dass nach Eilenburg noch einige mehr kommen. Sicher stünden noch genug Wohnungen im privaten und kommunalen Bereich leer. Inwieweit ein zentrales Heim errichtet werden müsse, sei noch nicht entschieden. Er halte die Asylpolitik in Eilenburg durchaus für "vernünftig". Bisher habe er keine Reaktion von Anliegern, die damit grundsätzlich ein Problem hätten. "Doch wir müssen uns mit Integration auseinandersetzen. Es soll keine Kultur parallel zur Gesellschaft entstehen", so Wacker.

Kiesewetter erinnerte an das Acht-Punkte-Programm der Landesregierung, das aufgestellt wurde, um Probleme bei Erstaufnahme, Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Asylbewerbern in den Griff zu bekommen. Doch es sei auch zu beachten, dass es Spezifika bei der Unterbringung in Flächenlandkreisen gegenüber Großstädten gibt. Zum Beispiel müsse berücksichtigt werden, dass Sozialarbeiter längere Anfahrtswege zwischen den von ihnen Betreuten haben. Generell sei auch die Sprache nach wie vor wichtiges Thema.

Die Fragen der Einwohner drehten sich indes vor allem um die Unterbringung: Warum werden zum Beispiel in Delitzsch derzeit Wohnblöcke abgerissen? In denen hätten doch Asylbewerber ohne Probleme gemischt mit den Einheimischen untergebracht werden können? In diesem Falle gehe es seines Wissens nach um betriebswirtschaftliche Fragen und Fördermittel, bemerkte Kiesewetter, der auch Stadtrat in Delitzsch ist.

Besprochen wurde aber auch, wohin sich private Vermieter wenden können, die eine Wohnung zu vergeben hätten. "Wir hatten auch schon Deutsche, da waren wir froh, dass sie wieder ausgezogen sind. Und andererseits hatten wir damals einen Russlanddeutschen eingestellt, bei dem die Kollegen heute noch froh sind, dass sie ihn haben", berichtete einer der Besucher von seinen Erfahrungen.

Tatsächlich wolle der allergrößte Teil der Asylbewerber, die in Eilenburg ankommen, einfach nur seine Ruhe und sich integrieren, erklärte Wacker. Vorurteile gegenüber dieser Mehrheit seien deshalb nicht angebracht. Der Anmieter von Unterkünften sei jeweils der Landkreis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2015
Von Heike Liesaus

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