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Region Eilenburg Eilenburger hilft durch den Behördendschungel
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08:25 28.02.2018
Frank Pötzsch berät künftig Erwachsene im Mehrgenerationenhaus. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Wer fühlt sich nicht manchmal als Analphabet? Zum Beispiel, wenn es um Fragen des digitalen Lebens geht, oder wenn er einen amtlichen Brief deuten oder ein Formular ausfüllen soll? Im Eilenburger Mehrgenerationenhaus Arche soll in der kommenden Woche ein neues Angebot starten, das sich an Erwachsene richtet, die sich aus irgendeinem Grund am Rand ihrer Möglichkeiten sehen.

Individuell und in der Gruppe

Frank Pötzsch wird einmal wöchentlich eine Sprechstunde für individuelle Beratungen abhalten. An ihn kann sich also wenden, wer Hilfe mit Behördenbriefen, Formularen oder auch Bewerbungsschreiben braucht. „Wir wollen da vertrauensvolle Ansprechpartner sein“, erklärt Yvonne Pötzsch, Leiterin der Arche. Außerdem soll jeweils donnerstags ein Lerncafé unter seiner Leitung stattfinden. Dort wird es dann in einer Gruppe je nach Bedarf zum Beispiel um Schreib- oder Tabellenprogramme, um Alltagssituationen am Computer gehen. „Da kann zum Beispiel auch aufgezeigt werden, wo Seiten für Preisvergleiche zu handhaben sind“, erklärt der 61-Jährige. „Im Vordergrund soll bei den Teilnehmern stehen: Ich will etwas lernen. Dabei ist auch Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln.“ Denn dafür stehen einschlägige Seiten im Netz bereit.

Alltags-Probleme

„Zielgruppe sind Erwachsene, die Deutsch sprechen können, aber im Alltag Probleme haben“, umreißt Yvonne Pötzsch, Leiterin der Arche den Ansatz es neuen Projekts , das mit Fördermitteln für Lese-Schreib-und Rechenkompetenz unterstützt wird. „Die Gesellschaft ist inzwischen gespalten. Auf der einen Seite sind diejenigen, die immer mehr wollen, auf der anderen Seite diejenigen, die erkannt haben, dass es noch um etwas anderes geht. Ich glaube, das haben sich hier alle auf die Fahnen geschrieben. Denn das ist unterstützenswert und ich kann es nun mal zeitlich einordnen“, erklärt Frank Pötzsch, warum er sich nun ebenfalls im Mehrgenerationenhaus engagiert, wo sein Bruder als Jugendberater der Diakonie ein Büro hat und seine Schwägerin als Archeleiterin tätig ist. „Es war nicht einfach, jemanden dafür zu finden“, stellt Torsten Pötzsch fest. Sein Bruder hat die Ausbildung zum Diplomagraringenieur, arbeitet seit Jahrzehnten im Außendienst. Damit bringt er reichlich Erfahrung im Umgang mit Menschen ein. Außerdem kennt Frank Pötzsch die Probleme aus dem eigenen Umfeld: „Ich habe im Prinzip vier Leute zu betreuen, die älter sind als ich. Das geht oft schon los, wenn ein belangloses Schreiben von der Sparkasse eintrifft, bei dem erst einmal zu entscheiden und zu klären ist: Muss ich überhaupt darauf reagieren? Was wollen die eigentlich von mir?“

Das Angebot Hilfe für Erwachsene in Alltagssituationen startet am Donnerstag, dem 8. März, im Treff des Eilenburger Mehrgenerationenhauses Arche, Nikolaiplatz 3, ausnahmsweise mit der Sprechstunde. Diese findet sonst jeweils dienstags von 15 bis 17 Uhr statt. Das Lerncafé soll sich jeweils donnerstags zur gleichen Uhrzeit etablieren.

Von Heike Liesaus

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