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Eilenburg Eilenburger macht mobil gegen illegalen Müll in der Muldeaue
Region Eilenburg Eilenburger macht mobil gegen illegalen Müll in der Muldeaue
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00:34 19.05.2018
Dreieinhalb Stunden waren Chris Daiser und seine Helfer unterwegs – das ist einer der Haufen an Müll, den sie gesammelt haben. Quelle: Foto: privat
Eilenburg

Der Eilenburger Chris Daiser ärgert sich über Müll in der Landschaft – und will gemeinsam mit anderen etwas dagegen tun. Das aber ist nicht so einfach. Diese Erfahrung musste er jetzt machen – aufgeben will er deshalb nicht.

Kaum Reaktionen auf Facebook-Auftritt

Erst vor Kurzem ist der 25-Jährige aus den alten Bundesländern zurück in seine Heimatstadt gezogen und seit dem viel im Stadtgebiet, aber eben auch in der Muldeaue unterwegs. Was der junge Mann dort sieht, regt ihn auf. Alte Autoreifen, Teppiche, Unrat, Schrott, selbst Windeln liegen im Grün. Dinge, da ist Chris Daiser sicher, die bewusst irgendwo im Nirgendwo entsorgt wurden. Einen Müllsack habe er schon immer dabei, wohl wissend, dass er nur einen Bruchteil sammeln kann. Mit einer konzertierten Aktion wollte der junge Mann deshalb dieser Tage dem Müll mit Helfern zu Leibe rücken. Über Facebook startete er einen Aufruf – Resonanz darauf gab es allerdings kaum. Letztlich fanden sich mit seinem Bruder Tim Oliver und der Eilenburgerin Uta Strenger nur zwei Freiwillige.

„Schon auf dem Weg zum eigentlichem Ziel haben wir uns viel von herumliegendem Müll ablenken lassen und teils dort gesammelt. Somit sind mehrere Haufen entstanden.“ Gefunden wurde allerlei: Stromleitungsverkleidungen, ein Kühlschrank, ein Kanister mit einer unbekannten stechenden Flüssigkeit, Schrankteile, Bitumenblöcke, jede Menge Autoreifen, Straßenpinguine, Kühlbox, Zeltplane, Glas, Plastikflaschen und Styropor sowie Verpackungen.

Chris Daiser, Bruder Tim Oliver und Uta Strenger sammelten Müll. Quelle: privat

Mithelferin Uta, die angesichts der Mengen doch einigermaßen geschockt war, habe im Vorfeld mehrere Leute gefragt, aber oft nur die Antwort erhalten: „Ich räume doch nicht für die Assis den Müll auf.“ Chris Daiser hält dagegen: „Wir haben uns größtenteils um die Abfälle gekümmert, welche durch die Hochwasser angeschwemmt wurden.“ Die Natur interessiere nicht, woher der Müll komme, „sondern nur, dass es Schadstoffe sind, die den Boden und damit Pflanzen und Tieren schädigen“.

Nächstes Jahr soll neue Sammelaktion starten

Aus dieser Überzeugung heraus will er eine neue Aktion starten, zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr, weil das Grün zu dieser Jahreszeit mittlerweile doch einen Großteil des Unrates in der Muldeaue bedecke. Auch der Aufruf zur Mithilfe, der diesmal zu kurzfristig erfolgt sei, solle eher erfolgen. Seine Intentionen hatte er auch vor dem Stadtrat erläutert, um Mithilfe und Unterstützung der Räte und der Stadt geworben. Die hat er beim Entsorgen des Mülls bekommen. Auch bei Remondis kommen die Aktivitäten des jungen Eilenburgers gut an. „Wenn es um Umweltschutz geht, immer“, sagt Geschäftsführer Volker Wagner, der in Kontakt mit Daiser treten will. Gemeinsam mit der Tschanter-Schule hat das Unternehmen gerade eine Müllaktion gestartet, im Juni soll es eine weitere geben.

Von Kathrin Kabelitz

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