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Eilenburg Eilenburger sammelt Sachsen-Wortschatz
Region Eilenburg Eilenburger sammelt Sachsen-Wortschatz
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13:57 19.05.2015
Ulf Zaschke zeigt seine geordnete Wort-Sammlung. Quelle: Heike Liesaus

Seit rund 40 Jahren hält der mittlerweile 65-jährige frühere Maschinenschlosser die Ohren auf und sammelt, was an Wort-Denkmälern ankommt. Mittlerweile hat er auf den Seiten eines A5-Notizbuches etwa 1300 bis 1400 alphabetisch geordnet eingetragen und die Qual der Sachsen-Wortwahl. - Die Sachsen haben sowas wie Schdreechbeene für Streichhölzer oder bimblich für zimperlich erfunden, sagt er. Es sei viel abgewandelt und eingesächselt worden: "'Ich hab's auf der Plautze', kommt aus dem Slawischen. Da heißt das Lunge." Badalchen für hartes Arbeiten dagegen sei dem Französischen entlehnt. Es gebe schon einiges Derbes, stellt er fest: "Aus dem Greize leiern", wenn jemandem etwas quasi abgepresst wird. Nicht wirklich nett klingt auch "Breedseecher", mit dem erklärt wird, welchem Geschlecht ein Baby zuzuordnen ist. Die Redewendung "Jeh, mit Jott aber jeh" sei etwas Spezielles für die Region, die lange preußisch besetzt war.

"Sachsen ist meine Heimat", begründet Zaschke seine Sammellust. Auch wenn seine Großmutter und seine Mutter aus dem Sudetenland stammten. Er selbst lebt seit seinem zweiten Lebensjahr in Eilenburg.

"Wenn mir nachts etwas einfällt, muss ich das sofort aufschreiben." Tagsüber ist er auch immer mit Zettel und Stift ausgerüstet. "Es kommt immer wieder etwas Neues in Gesprächen mit anderen Leuten. Dann heißt es: Zack, Zettel raus."

Ein Kumpel habe ihm die Sammlung auch auf CD gebrannt. "Das war schon eine mühevolle Arbeit." Lautschrift verwende er aber für sein Verzeichnis nicht. Sammelgelegenheit gibt es durchaus bei den Hobbies, die er mit "Radfahren, Wandern, Biertrinken" angibt. Wobei der Eilenburger mit seinem Wander-Freundeskreis gerade wieder in Thüringen unterwegs war. Der ist allerdings für das Sachsen-Wort-Sammeln nicht ganz so ergiebig: "Wir kommen von überall zusammen, haben auch Bayern dabei." Dass sein Sprachschatz indessen über die eigene Nachkommenschaft weitergegeben wird, sei eher unwahrscheinlich. "Meine Tochter wohnt in Berlin und möchte da nicht so auffallen."

Gefeiert werden die gewählten Sachsen-Wörter am 3. Oktober im Schauspielhaus Dresden und 19. Oktober im Academixer-Keller Leipzig. Bis 30. Juni können auch LVZ-Leser Vorschläge schicken, per Mail an kultur@lvz.de oder Karte an LVZ-Kulturredaktion, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig; Betreff "Sächsisches Wort des Jahres".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014
lis

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