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Eilenburg Eilenburger übersetzen alte Kriegs-Schriften
Region Eilenburg Eilenburger übersetzen alte Kriegs-Schriften
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05:26 20.04.2018
Peter Hennig und Gerd Kürsten (rechts) blicken auf eine kleines Stück ihrer Arbeit. Beide sind seit vielen Jahren Mitglied im Eilenburger Geschichts- und Museumsverein. Quelle: Foto: Birgit Rabe
Eilenburg

Der Dreißigjährige Krieg, dessen Beginn sich 2018 zum 400 Mal jährt, machte Mitgliedern des Eilenburger Geschichts- und Museumsvereins in den vergangenen Monaten viel Arbeit: Sie übersetzten Hunderte bis Tausende Schriftstücke. Lange schlummerten sie vergessen in vielen Archiven, doch Günter Tempelhof hatte sie aufgestöbert. Er begann schon vor einigen Jahren auf das damals noch relativ weit entfernte Jubiläum aufmerksam zu machen. Wegen seines Drängens beschlossen im April 2014 die Museumsleiter aus Bad Düben, Eilenburg, Delitzsch, Torgau, den Jahrestag gemeinsam festlich zu gestalten.

Diese Dokumente, die Tempelhof fand, waren mit der Hand geschrieben, enthielten allgemeine oder detaillierte Kriegsereignisse, Beschwerden, waren einfache Briefe, Listen und vieles mehr. Alles wurde im zu der Zeit üblichen Deutsch verfasst. Chronisten waren beauftragt, das Kriegsgeschehen, Schlachten, Siege, Verluste festzuhalten. Nebenbei schrieben sich Privatpersonen und Soldaten Briefe, verfassten Adel und Kriegsherren Schriftstücke. Sie hielten damit alle ein kleines Stück des Zeitgeschehens fest. Puzzleteile, die nun zusammengesetzt werden.

Geschichts-Puzzle

„Diese vielen Schriftstücke zu lesen und zu verstehen, wäre eine Arbeit, die einen Museumsmitarbeiter auf Jahre beschäftigen würde“, schätzt Andreas Flegel, Leiter des Eilenburger Museums, ein, das über dieses Personal nicht verfügt. Daher halfen Mitglieder des Eilenburger Geschichts- und Museumsvereins bei dieser Sisyphusarbeit.

Gerd Kürsten hat Hunderte von Schriftstücken „übersetzt“, was bedeutet, die verschiedenen Handschriften zu entziffern. Dazu kommt, dass viele der genutzten Begriffe heute nicht mehr gebräuchlich sind und daher oft gerätselt werden musste, was sich hinter einem bestimmten Wort versteckt. Heraus kam ein gut lesbarer Ordner voll interessantem Material mit Bezug zur Stadt Eilenburg. Peter Hennig, zweiter Mitstreiter aus dem Verein, hat sich dem Thema Friedenslieder aus dieser Zeit gestellt. Er forschte vor allem über den Eilenburger Organisten Johann Hildebrand. Viele der Schriftstücke und auch Liedtexte werden nun Einzug die geplanten großen Ausstellung des Eilenburger Museums finden. Sie wird im Mai eröffnet.

Von Heike Liesaus

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