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Eilenburger und Besucher zieht es nun noch öfter auf den Burgberg

Burgberg-Sanierung Eilenburger und Besucher zieht es nun noch öfter auf den Burgberg

Die Freifläche rund um die Heinzelberge, ein ehemaliges Gefängnis, hat auf dem Eilenburger Burgberg ihr Gesicht gründlich gewandelt. Täglich lockt der Aussichtspunkt die Besucher, die zur Gestaltung ganz unterschiedliche Ansichten äußern.

Der Blick schweift über das neue Areal rund um die Heinzelberge und über die Muldestadt Eilenburg.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die Freifläche rund um die nagelneue Heinzelberge-Pension auf dem Eilenburger Burgberg hat sich grundlegend gewandelt. Bauzäune sind an dieser Stelle nach den üblichen technischen Abnahmen verschwunden. Bis Mitte August soll noch vor dem alten Amtshaus aufgeräumt werden, teilt Petra Zimmermann, Fachbereichsleiterin Bau und Stadtentwicklung im Rathaus, mit. „Die Akustik im Lauschberg funktioniert auch, hier sind Fördermittel aus dem Verfügungsfond geflossen.“

Petition mit Teilerfolg

Auch bei der Gestaltung der Außenanlagen konnte die Stadt Förderquellen anzapfen. Insgesamt wurden etwa eine halbe Million Euro investiert. Und unter den Bürgern, die jetzt öfter auf den Schlossberg pilgern oder dort wohnen, ist die Aussicht sowohl über den neu gestalteten Platz als auch die unbestritten schönste auf die Muldestadt so manchen Kommentar wert: „Im Großen und Ganzen ist die Gestaltung gut gelungen“, räumt Matthias Erler ein. Vor etwa einem Jahr hatte der Bewohner eines markanten Grundstücks unmittelbar am Burgtor noch mit einer Petition an den Sächsischen Landtag versucht, moderne Architektur-Teile im Umfeld der Heinzelberge zu verhindern. „Aber da waren planungstechnisch alle Messen schon gelesen, eine Baugenehmigung lag bereits vor und ich bekam vom Petitionsausschuss die Auskunft samt Begründung, weshalb der Beschwerde nicht abgeholfen werden könne.“ Damit will Erler auch die gut 500 Bürger nunmehr auf diesem Weg informieren, die seinerzeit die Petition unterzeichneten. Stolz sei er allerdings darauf, dass dank des Engagements der Denkmalfreunde die Erinnerung an den Bergfried, der in den 1970er-Jahren einstürzte, nicht als geschotterte Fläche übrig blieb, sondern ein Stück wieder aufgemauert wurde. Auch die Poller für die Verkehrsberuhigung findet er gut. „Und die beleuchtete Pergola in der Abenddämmerung, das hat was.“

Burgberg-Pilger wünschen sich mehr Grün

Andere Anwohner vermissen wiederum mehr Grün auf der großen Pflasterfläche und befürchten, dass irgendwann Unkräuter zwischen Platten und groben Steinen sprießen könnten, was keiner mehr beherrscht. „Außerdem fragen Besucher, die sich hier nicht auskennen, was beispielsweise die Mauerteile des alten Bergfrieds bedeuten. Da fehlen Erklärungen“, sind sich Hans-Jürgen Sprenger und Werner Sylvester einig. Die sich zudem über Grünstreifen am Zaun ihres Wohnhauses wundern, auf dem sich das gerade sprießende Gras nur dann mähen lässt, wenn die Steine heruntergelesen werden. „Alles schön geworden“ loben indes zwei Krankenhaus-Mitarbeiterinnen, die der Pausen-Spaziergang gerade aufs Gelände führt und die sich hier ebenfalls mehr Grün und mehr Sitzgelegenheiten wünschen, Abfallbehälter und „vielleicht auch mal ein Café an dem schönen Aussichtspunkt“. Diesbezüglich habe sich bei der Gestaltung des Umfeldes der Dübener Burg in den vergangenen Jahren mehr getan“, vergleichen sie.

Beschilderungen sollen noch folgen

Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen auf dem Schlossberg hätten großen Einfluss auf die Projektierung des Platzes gehabt, stellt Petra Zimmermann wiederholt fest. So wurden die Außenkanten der historischen Mauerkronen des Schlosses von der Pergola aufgenommen, für die keine Begrünung vorgesehen war. Das Schloss wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, prägte lange als Ruine das Bild über der Stadt. Und animierte einst gar Johann Wolfgang von Goethe, der von Leipzig aus in Eilenburg eine seiner Geliebten besuchte, unter diesem Eindruck Jahre später die Ballade vom „Hochzeitsfest auf der Eilenburg“ zu verfassen. Geräusche des „kleinen Volkes“ der Heinzelmännchen aus dem Berg simuliert übrigens die Kunst-Spiel-Erlebnis-Installation „Lauschberg“ auf dem neuen Vorplatz. „Die Beschilderung einschließlich der Erläuterungstafeln ist noch in Arbeit“, erwidert die Bauamtsleiterin. Es zeichne sich aber schon ab, „dass nicht alles 2016 umgesetzt werden kann“. Das Thema Begrünung, auch bezüglich der Pergola, sei von der Stadtverwaltung nochmals ins Gespräch gebracht worden. „Hierzu haben wir noch keine abschließende Meinung erarbeitet.“ Jenseits der alten sanierten Mauer – hinter dem neuem Nebengebäude der Pension – solle aber noch ein Kräutergarten entstehen. Baubeginn könnte, wenn alles gut geht, noch in diesem Jahr sein.

Von Karin Rieck

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