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Eilenburg Eilenburgerin erinnert an Pressels Weltenbummler Gustav Kögel
Region Eilenburg Eilenburgerin erinnert an Pressels Weltenbummler Gustav Kögel
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19:35 29.06.2017
Auch in Ungarn berichteten Zeitungen über die Weltenbummler, zeigt Birgit Rabe. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Zu Fuß rund um die Welt laufen? Und das vor mehr als 120 Jahren? Das hat ein Mann aus Pressel getan. Die Eilenburger Naturpark- und Stadtführerin Birgit Rabe hat Material über die Erlebnisse und Stationen zusammengetragen. Sie setzte sich sogar mit Nachkommen eines Mitwanderers in Verbindung, die glücklicherweise Aufzeichnungen sogar in Buchform zusammengefasst hatten. Die Ergebnisse der Recherchen über Gustav Kögel, der 1860 in Pressel geboren wurde, fasste Birgit Rabe in einem Vortrag zusammen. Beim Treffen des Schwerhörigenvereins hatte dieser nun Premiere.

Am Anfang zündete sie dabei ein Kerzenlicht an. Symbol dafür, dass es um eine Reise in eine Zeit ging, als elektrisches Licht noch nicht verbreitet war. „Heute gibt es Handys, GPS. Wie sich die Wanderer damals orientierten, können wir kaum noch nachvollziehen“, stimmte Rabe ihre Zuhörer ein.

Der gebürtige Presseler muss jede Menge Energie besessen haben. Zwar war der gelernte Schneider wegen falscher Geschäftsversprechungen in Kolumbien gelandet, doch ließ er sich davon nicht aus der Bahn werfen. Kögel ging nach New York, bewarb sich, nachdem er in der Zeitung davon las, bei einer Wette: Zuerst ging es um eine Durchquerung der Vereinigten Staaten von Küste zu Küste. Die Eindrücke, aber auch die mediale Aufmerksamkeit müssen den Mann aus der Heide veranlasst haben, weiterzumachen. Zumal Wetten dieser Art offenbar in Mode waren. Als ein Aufruf zur fußläufigen Welten-Umrundung in weniger als zwei Jahren kam, war er dabei.

Birgit Rabe erzählte den Vereinsmitgliedern von Wüstendurchquerungen, Raubtier-Angriffen, Empfängen, Treffen mit gekrönten Häuptern und davon, dass Kögel es durchaus schaffte, noch auf einen Abstecher in Pressel vorbeizukommen. Kögel besuchte sein Heimatdorf auch später immer mal wieder, starb aber in Chicago. Heute erinnert ein Rundwanderweg in Pressel an ihn.

Von Heike Liesaus

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