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Eilenburg Eilenburgerin erlebt das Weihnachtsfest zum siebten Mal am anderen Ende der Welt
Region Eilenburg Eilenburgerin erlebt das Weihnachtsfest zum siebten Mal am anderen Ende der Welt
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10:00 26.12.2016
Mara Schneider (rechts) mit ihrem Töchterchen in „Wettkampfkleidung“ für den Santa Fun Run. Quelle: privat
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Eilenburg/Whangarei

Was macht eine ehemalige Eilenburgerin im roten Weihnachtsmannkostüm mit Kind, Wagen und jungen Frauen im ähnlichen Outfit vor einer Einkaufspassage in Neuseeland? Viele werden Mara Schneider noch aus der Zeit kennen, als sie die lokale Sportseite der LVZ betreute. Oder aus ihrer Kinder- und Jugendzeit in der Muldestadt. Nun ist sie als junge Mutter am anderen Ende der Welt weihnachtlich unterwegs? Per Facebook klärt sie auf: Mit ihrem Töchterchen hat sie beim Santa Fun Run, einen Benefiz-Lauf, mitgemacht. Dazu kam’s eher zufällig. „Eine Freundin hatte sich und ihre beiden Jungs dafür eingetragen. Dann kamen ihr aber zwei andere Weihnachtsfeiern dazwischen. Sie hat jemanden gesucht, der ihren Platz übernimmt. Ich hab’ mir gedacht: Warum nicht?“ Schließlich ging es um eine gute Sache: Der Lauf wird von KidsCanteen, das krebskranke Kinder unterstützt, und einem lokalen Radiosender, der auch das Bild auf Facebook postete, ausgerichtet. „Neuseeland hat ja leider auch eine der höchsten Krebsraten der Welt. Statistisch gesehen trifft es einen von drei Kiwis im Laufe des Lebens“, erklärt die 34-Jährige. In der weltweiten Krebsstatistik belegen Australien und Neuseeland die Plätze drei und vier. Denn besonders Hautkrebs-Erkrankungen spielen dort eine große Rolle. Nur Dänemark und Irland haben noch höhere Raten zu beklagen.

Für einen guten Zweck

Die Startgebühren des Fun Runs kommen der Hilfsorganisation zugute und die Teilnehmerinnen machen in ihren roten Kostümen gleich noch optisch auf das Anliegen aufmerksam. Für die junge Mutter und Wahl-Neuseeländerin indessen war eine Benefiz-Aktion dieser Art kein Novum. Im April will sie zum dritten Mal beim Relay for Life dabei sein, das von der dortigen Krebsstiftung ausgerichtet wird. Dabei geht ein ganzes Team an den Start. 18 Stunden lang ist die Strecke zu besetzen. Wie schnell jeder unterwegs ist, spielt dabei keine Rolle. „Wir hatten die vorigen Male einen Plan erstellt, jeweils im Stundentakt sind zwei Leute auf der Strecke. Das ist ein richtig großes Event, mit Musik, Spielen und kleinen Herausforderungen für die Teams. Im Vorfeld werden jede Menge Spendengelder gesammelt. Mir hat das so gut gefallen, dass ich es jetzt jedes Jahr mache“, erzählt die frühere Eilenburgerin.

20 Grad plus zu Weihnachten

Sie lebt jetzt in Whangarei im Norden der Nordinsel. So um die 20 Grad Celsius waren dort über die Feiertage angesagt. Inzwischen wachsen die Tomaten im Garten. So ein Weihnachtsfest in Neuseeland, „das fühlt sich halt auch beim siebten Mal wie Sommerferien an“, gibt Mara Schneider unumwunden zu. Überall wird auch Werbung für den Urlaub gemacht. „Weihnachten im Sommer passt einfach nicht. Mir fehlen Kälte, Weihnachtsmarkt, Tannenbäume.“ Doch Neuseeland ist ihre neue Heimat geworden. Dabei war es 2010 erst einmal nur weit genug weg, um eine Auszeit zu bekommen. Eine Au-pair-Stelle für ein Jahr war geplant. Dann kam die Liebe zum Land und sehr bald die zu einem Neuseeländer dazu. Sie widmet sich nun der Arbeit mit Kindern, hat dafür ein Fernstudium an der University of Auckland gemacht. Nun ist sie schon seit fast drei Jahren „Kindergärtnerin“. Eine Tätigkeit, die in Neuseeland mit der Bezeichnung „Early Childhood Educator“ eher als die einer Lehrerin eingestuft wird. Ganz aufgegeben hat sie das Schreiben aber nicht: Sie unterstützt einen Freund, der eine Website unterhält, die sich an Neuseeland-Reisende richtet. Nun macht seit zehn Monaten das Töchterchen das Glück perfekt. Selbst wenn es sich anders anfühlt: Weihnachten gibt es auch in Neuseeland. Am Strand von Whangerei lassen sich prima Schnee-Engel machen. Im Sand.

Von Heike Liesaus

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