Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburgs Bürgerpolizisten werben für ihren Beruf
Region Eilenburg Eilenburgs Bürgerpolizisten werben für ihren Beruf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 04.05.2018
Die Eilenburger Bürgerpolizisten Mario Golle (rechts), Jens Weimann (Links) und Thomas Hanitzsch (hinten) werden vorgestellt. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Eilenburg

Gar nicht so einfach, das Trio der Eilenburger Bürgerpolzisten vollständig anzutreffen: „Kollege Hanitzsch ist jetzt erst einmal in der Grundschule Jesewitz“, erklären Mario Golle und Jens Weimann. Was aber schon mal zeigt, was die vorrangige Aufgabe der „BüPos“, wie sie im Revier genannt werden, ist: Prävention. Die fängt in diesem Fall bei den Jüngsten an, mit Schulwegtraining. „Außerdem ist das Gelegenheit, für unseren Beruf zu werben“, erklärt Mario Golle. Kinder sind nun mal neugierig darauf, was die Polizei so macht. Das bringt Kontakte, stellt Vertrauen her. Alles wichtige Elemente im Bürgerpolizisten-Leben.

Und das sind auch Gründe, warum sich die drei in ihren blauen Uniformen immer mal wieder bei den Arche-Mittwoch-Vorträgen oder im Café International unter den Besucher sind und manchmal in die Diskussion einmischen. „Die Menschen, die dort hinkommen, haben in der Heimat und auf ihrem Fluchtweg nicht immer gute Erfahrungen mit Uniformen gemacht. Wir wollen zeigen, dass wir nicht für den Machterhalt der Herrschenden da sind, sondern als Polizei für alle Bürger“, beschreibt es Mario Golle.

Interkulturelle Arbeit

Weiterbildung gehört ebenfalls dazu, ob nun Digitalfunk oder interkulturelles Verständnis. „Es ist einfach gut, wenn man weiß, was in Heimatländern wie zum Beispiel Afghanistan zu den Gepflogenheiten gehört und was verpönt ist“, sagt Weimann „Wenn ich dort die Einladung zum Tee ausschlage, beleidige ich den Menschen.“ In der Schule treffen sie auch die Kinder und so ergeben sich die Bekanntschaften mit den Familien.

Sicherheit geht vor

Unterstützung bei Angelvereins-Umweltaktionen, Einsätze bei Mazdalauf, Stadtfest, Walpurgisnacht gehört dazu. Mal wird im Seniorenclub über Sicherheitsfragen aufgeklärt, dann beim Frühlingsfest der Stand für die Fahrrad-Registrierung betrieben. „Aber unsere Hauptaufgabe ist der Streifendienst. Das sind 70 Prozent unserer Zeit. Besonders wichtig ist es, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, so dass wir für die Bürger ansprechbar sind“, erklärt Mario Golle. Es sind nur ein paar Schritte aus dem Polizeirevier am Külz-Ring heraus und schon sind sie mittendrin im Stadt-Geschehen. Da kann es sein, dass der erste Radler zu ermahnen ist, doch bitte den Fußweg zu verlassen. Eilenburg ist Radlerstadt, aber wegen des Verkehrs auf der Leipziger und Torgauer Straße wird gern in den Bereich der Fußgänger ausgewichen. Das ist nun mal nicht erlaubt. „Es ist ja gefährlich, weil jemand, der aus einem Laden tritt, nicht damit rechnet“, stellt Mario Golle fest. „Am einem kombinierten Weg wie am Stadtpark sind zum einen die räumlichen Verhältnisse anders und dort ist zum anderen Verkehr nicht so dicht.“

Vermisstensuche und Amtshilfe

Auch die Kontakte zu den Inhabern der Geschäfte entlang der Magistralen helfen: Als ein Kind beim Schwimmunterricht von der Schwimmhalle auf Wanderschaft ging und gesucht werden musste, wurde überall Bescheid gesagt. Und natürlich Entwarnung gegeben, als es sich wieder angefunden wurde.

Ist im Revier Not am Mann, dann nehmen die Bürgerpolizisten auch die Einbruchsanzeige oder einem Unfall auf. In ihre Zuständigkeit fallen Amtshilfen bei Ermittlungsgesuchen anderer Behörden. Wenn zum Beispiel der Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens irgendwo im Land geblitzt wurde. Es kommt vor, dass für einen Eilenburger ein Haftbefehl vorliegt, weil der ein Knöllchen nicht bezahlte und jegliche Mahnung ignorierte. Sie wissen, welche Strategien sie einschlagen, wenn sich jemand verleugnen lässt, die Wohnungstür nicht öffnet, weil er schon längst mit dem Polizeibesuch rechnet. In solchen Fällen wird meist doch gezahlt, um der Haft zu entgehen.

Mehr als Polizeiarbeit

Das Auto ist vor allem dazu da, um erst einmal in die Stadtteile oder in die Dörfer ringsum zu kommen. Denn in die Zuständigkeit der drei fallen nicht allein das Gebiet der Stadt Eilenburg und ihrer Ortsteile, sondern auch die Gemeinden Doberschütz, Jesewitz und Zschepplin. Doch womit kommen die Bürger auf die Bürgerpolizisten zu? Beliebte Themen sind Querelen mit der Nachbarschaft, ob es nun Parkverstöße oder lang schwelende Streitigkeiten. „Wir werden angesprochen, wenn die Hausmitbewohner den Müll nicht richtig lagern, wenn das Treppenhaus unordentlich aussieht.“ Eigentlich sind das alles keine Polizei-Aufgaben. „Aber wir versuchen trotzdem immer, eine Lösung zu finden, zu vermitteln. Wir haben die Verbindungen zu den Behörden“, stellt Jens Weimann fest. „Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt und mit den Gemeindeverwaltungen. Da wird meist sehr schnell reagiert.

Gefragte Praktika

Mario Golle, der mit seinen 54 Jahren der älteste in der Ü50er-Runde und auch am längsten als Bürgerpolizist im Dienst ist, erinnert an einen Unfall, den ein 80-Jähriger kürzlich auf einem Parkplatz verursachte. „Irgendwann funktioniert das Fahren nicht mehr. Ich habe ihm die Auto-Schlüssel abgenommen, ihn nach Hause gefahren, aber auch die Gemeinde und die Feuerwehr, wo er Mitglied ist, verständigt, damit er Hilfe bekommt und nicht alleine gelassen wird.“ Den dreien ist anzumerken: Sie sind gern Bürgerpolizisten und somit die besten Betreuer für die Schülerpraktika. Die sind begehrt, denn dort gibt es ein interessantes Programm: Streife mitlaufen, Polizeisporttest, selbst eine Exkursion ins Führungs- und Lagezentrum Leipzig sind da im Programm. „Es gibt viele Bewerber dafür.“

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Solch ein Highlight können die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg nicht an zu jedem Tag der offenen Tür präsentieren. In diesem Jahr schon – denn seit einigen Wochen ist die neue Drehleiter da. Und die wird nach der Ausbildung der Kameraden jetzt offiziell in Dienst gestellt.

01.05.2018

Wenn Hexen tanzen und Teufel ihr Unwesen treiben, wenn Feuer lodern und die Menschen trotzdem bester Feierstimmung sind – kann nur eins sein: Walpurgisnacht. Und in der war in unter anderem Eilenburg und Görschlitz wieder einiges los.

01.05.2018

Bei einem schweren Unfall auf der Staatsstraße 4 bei Eilenburg ist am Morgen ein Mann schwer verletzt worden. Er kam aus bisher ungeklärter Ursache mit seinem Wagen von der Fahrbahn ab.

01.05.2018
Anzeige