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Eilenburgs Burgverein kauft sich ein Häuschen

Eilenburgs Burgverein kauft sich ein Häuschen

Hammer-Geräusche, ab und an rumpelt es kräftig im Schuttcontainer, Stimmengewirr. Am Häuschen vor dem Tor zum Burgberggelände in Eilenburg tut sich was. Lange stand es leer.

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In Entdeckerstimmung: Wolfgang Beuche, Matthias Schmidt, Axel Goldmann und Dirk Lippmann (von links) starten ihre Obstbaumsuche.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Aber nun ist der Burgverein Eigentümer. Der will es zum Vereinsdomizil machen. Ein weiter Weg. Die ersten Schritte sind aber gemacht: Müllentsorgung. "Der lag hier teilweise so hoch", zeigt Wolfgang Beuche etwa in Hüfthöhe. Der 78-jährige Burgfreund ist mit dem Gelände, auf dem einst das Eilenburger Schloss stand, bestens vertraut. Er führt regelmäßig Besucher über das Areal. Das Häuschen könnte Heimstätte des Burgvereins werden und Treffpunkt. Eine Ausstellung mit historische Fotos könnte zum Beispiel den Teilnehmern der Touren verdeutlichen, wie es früher auf dem Schlossgebiet aussah.

Beuche gehört zur Baugruppe, die das weitere Vorgehen bespricht. Gerade schaut sich der Zimmerer das Dach an. Vorn liegen schon historisch korrekt Biberschwänze. Auf der Hofseite, wo sich auch ein kleines Nebengebäude mit Schuppen und ehemaligem Schweinestall gruppiert, ist das Dach mit Betonziegeln gedeckt. "Das Haus wurde um 1800 erbaut", erzählt Beuche. Die letzten Eigentümer seien vor einigen Jahren gestorben. Die alten Möbel waren noch da. Zwischenzeitliche Bewohner hatten offenbar noch einigen Müll mehr hinterlassen.

4334 Quadratmeter Garten gehören zur Immobilie. Diese Zahl kennt die Vereinsvorsitzende Steffi Schober auswendig. Wie viele Mitglieder, die bei den Arbeiten helfen, hat auch Dirk Lippmann ein gewisses freudiges Glänzen in den Augen. Es liegt was von Schatzsuche in der Luft, wenn er sich mit Wolfgang Beuche, Axel Goldmann und Matthias Schmidt aufmacht, um Zeugen der ehemaligen Streuobstwiese auf dem Gelände zu suchen. Das ist mit vielen anderen Bäumen überwachsen, die sich selbst ausgesät haben. Aber die Männer finden die Stämme alter Birnen, Äpfel und Kirschen. "Das lässt sich bestimmt wieder anlegen. Dafür gibt es Fördermittel", erklärt Dirk Lippmann. Und Beuche lässt den Blick über den Hang hinunter zur Abt-Straße schweifen: Das alles haben vor Jahrhunderten die Sorben ausgegraben. Und von dort oben, an der Öffnung der Burgmauer, führte eine Brücke zum Gut Eulenfeld. Heute steht dort die Klinik des Kreiskrankenhauses.

Während die Jüngeren die Baumbestände am Hang weiter unter die Lupe nehmen, liest Wolfgang Beuche noch ein paar alte Plastedeckel auf, die das Grün verunzieren, und macht sich auf den Rückweg. Sieben Container, die dankenswerterweise Remondis in Eilenburg zur Verfügung stellte, wurden bereits mit Schutt und Müll gefüllt.

"Wir sind noch bei der Bestandsaufnahme", erklärt Steffi Schober. So werden die Mauern nur von Verkleidungen befreit und Trockenbau auch dann nicht abgebrochen, wenn er aus Gasbetonziegeln besteht und offenbar nicht zum historischen Bestand gehört. Der Denkmalschutz muss einbezogen sein, wenn es an derartige Substanz geht. So sei, bevor die konkreten Pläne vorliegen und diskutiert sind, alles, egal ob Ausstellungs- oder Streuobstwiesen-Idee, nur ein Traum, macht die Chefin der Burgfreunde deutlich.

Aber letztlich dauerte es auch seine Zeit, bis der Verein das Haus sein Eigentum nennen konnte. Vor reichlich einem Jahr hatten die Mitglieder beschlossen, mit der sächsischen Immobilienverwaltung zu verhandeln. Der Raum im alten Gefängnis, das zurzeit zur Pension umgebaut wird, wird also auf alle Fälle gebraucht. "Wir wollen dort unser Büro einrichten", so Schober.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2015
Von Heike Liesaus

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