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Eilenburgs Feuerwehr-Urgestein Gunter Kneiß will Ratgeber bleiben

Generationswechsel Eilenburgs Feuerwehr-Urgestein Gunter Kneiß will Ratgeber bleiben

Stadtwehrleiter Gunter Kneiß wurde in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg verabschiedet und sein Nachfolger André Zimmermann ins Amt gewählt. Der 61-Jährige beendete seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen. Und wenn schon nicht mit Tat, so will er seinen Kameraden doch mit Rat weiter zur Seite stehen

Standing Ovations: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr bedanken sich mit Applaus für die Dienstzeit des nun ehemaligen Wehrleiter Gunter Kneiß.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Wenn Jahreshauptversammlungen mit ihren Bilanzen und Auszeichnungen schon etwas Besonderes im Feuerwehrleben sind, dann setzte die am Freitagabend im Eilenburger Depot noch eins drauf. So formulierte es Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Und so sah er es nicht allein. Denn dort vollzog sich ein Generationswechsel: Gunter Kneiß wurde als Stadtwehrleiter verabschiedet, André Zimmermann einstimmig ins Amt gewählt.

Entlastung der alten und Wahl der neuen Leitung, das war ein Akt von wenigen Minuten. Das Lebenswerk dahinter deuteten die Redner an: Kneiß habe in vielerlei Hinsicht als Partner des Landkreises in Sachen Brand- und Katastrophenschutz gewirkt. Die Eilenburger Wehr, der heute 105 Kameraden, davon 77 im aktiven Dienst, angehören, hat sich unter seiner Regie zum festen Posten im Bereich des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung im Landkreis entwickelt. „Sie ist Partner für die umliegenden Städte bis hinein in den Landkreis Leipzig“, würdigte Nordsachsens Ordnungsdezernentin Angelika Stoye die Verdienste. „Ich habe viel von Ihnen lernen dürfen. Sie haben den Landkreis auf den Brandcontainer gebracht.“

1994 die Stadtwehrleitung übernommen

Herbert Poltersdorf, in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung Bürgermeister der Muldestadt und heute Ehrenmitglied der Feuerwehr, erinnerte an die Begegnung, als ihm der Bewerber für die Stelle des Sachbearbeiters Brandschutz vorgestellt wurde: „Das geht nicht. Der kommt doch nicht die Leiter hoch. Aber innerhalb von 20 Minuten hatte er mich überzeugt.“ Und das war nur der Anfang. Ralf Scheler blickte auf den weiteren Werdegang des heute 61-Jährigen zurück: 1994 übernahm Gunter Kneiß, seit 1972 Feuerwehrmitglied, die Stadtwehrleitung, wirkte beim Bau des heutigen Feuerwehrdepots mit, ebenso bei der Zusammenführung der Stadtteil- und Ortsfeuerwehren, führte die Einsätze bei den Jahrhundertfluten. „Dabei wählte er recht häufig unkonventionelle Wege, hatte ein regelrechtes Gespür für Gefahrenabwehr. Er etablierte den Brandausbildungscontainer in der Stadt, und die Ausbildungskurse in Schweden. Hervorzuheben sind seine Kreativität und der Blick für Neues.“ Weitere Stärken: Menschenführung, Händchen für Disziplin in der Truppe. Kneiß habe sich selbst bei familiären Dingen der Kameraden gekümmert, oder um Ausbildungsstellen des Feuerwehrnachwuchses. „Urlaub und Freizeit waren viele Jahre ein Fremdwort und das rund um die Uhr. Da gehört viel Idealismus dazu“, so Scheler.

Nachfolger André Zimmermann, als dessen Stellvertreter André Misch und Roy Kiesewetter gewählt wurden, ist sich jedenfalls bewusst: „Er hinterlässt große Fußstapfen, die auszufüllen sind.“ Der 32-Jährige sieht die nächste große Herausforderung nun in der Beschaffung der Drehleiter, für die Landkreis und Stadt bereits Mittel eingeplant haben. Das Projekt stehe ganz oben auf der Förderliste, erklärte Angelika Stoye.

Stehende Ovationen zum Abschied

Für Gunter Kneiß, der sich mit gesundheitlichen Problemen auseinandersetzen muss, gab’s stehende Ovationen und die gelb-blaue Schleife für den Titel „Ehrenkommandant der Stadt Eilenburg“. Keine Frage: Er wird weiterhin oft im Feuerwehrdepot sein. Er verspricht auch als Neumitglied der Altersabteilung: „Mit Rat werde ich weiterhin zur Seite stehen.

Von Heike Liesaus

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