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Eilenburg Eilenburgs Händler sind alarmiert – Gefälschte 50-Euro-Scheine im Umlauf
Region Eilenburg Eilenburgs Händler sind alarmiert – Gefälschte 50-Euro-Scheine im Umlauf
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10:00 27.02.2016
Selbst das falsche Zurückgeben von Wechselgeld ist bei findigen Kriminellen zur Masche geworden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Jedes Mal beim Blumenkauf eine neue Kriminalgeschichte: Vor einigen Wochen war’s ein Mann, der beim Eilenburger 3D-Flowers wie in einigen anderen Geschäften versucht, gefälschte 50-Euro-Scheine umzusetzen. Und vor ein paar Tagen tauchte bei den Floristen ein Paar auf, das mit gewissen Tricks um Wechselgeld betrügt. Dann gab es die Serie von Handtaschenraub bei älteren Menschen. Sind aber Eilenburger Einzelhändler generell verstärkt Kriminalität ausgesetzt, gerade wenn sie alleine im Laden stehen? Eine Umfrage in der Leipziger und Torgauer Straße bestätigt das nicht.

„Es war kurz vor Ladenschluss. Eine Frau suchte sich einen Blumentopf aus, für 13.95 Euro. Bezahlt wurde mit einem 100-Euro-Schein. Ich hatte kein großes Wechselgeld mehr, nur viele kleine Scheine. Sie sprach kaum Deutsch. Dann kam der Mann hinter dem Regal vor. Er fing an, mich abzulenken. Auf einmal schob sie mir die Pflanze wieder zu, legte das Wechselgeld zurück und wollte ihren 100-Euro-Schein wieder“, erzählt Floristin Kornelia Zschau. Beim Rausgehen machten die beiden noch etwas Tumult, ein Blumenstrauß samt Vase wurde umgeworfen. „Als ich zur Besinnung kam, merkte ich: Beim Wechselgeld fehlten 60 Euro.“ Ein paar Tage später fiel noch auf, dass das Sparschwein mit den Trinkgeldern fehlte.

Kommt so etwas verstärkt vor? Nebenan im Schreibwarenladen Heinrich schütteln die beiden Senior-Inhaber den Kopf: „Wir sind seit 1992 im Geschäft. In dieser Zeit passierten, toi, toi, toi, eher Lappalien“, sagt Karin Heinrich. Im vorigen Jahr habe es aber einen Einbruchsversuch gegeben, die Tür hatte Stand gehalten. Das sei in einem benachbarten Geschäft nicht so gewesen. Auch Anke Mönicke vom gleichnamigen Lederwarengeschäft kann nicht klagen: „Bei uns haben solche Vorfälle definitiv nicht stattgefunden, auch Ladendiebstahl nicht. Das mag auch daran liegen, dass die Kundenfrequenz geringer ist. Es also generell ruhiger zugeht. Außerdem habe ich die alte Geschäftseinrichtung. Das ist vielleicht auch ein gewisser Schutz.“ Denn damit liegen kleineren Sachen wie Portmonees unter Glas.

Elektronikhändler Klaus Gabrecht verzeichnete indes im vorigen Jahr zwei Vorfälle: „Es wurde versucht, eine Vitrine von der Wand abzurücken, um an die Fotoapparate heranzukommen. Einmal waren es offenbar Deutsche. Das andere Mal Leute aus Osteuropa“, fügt er hinzu. In diesem Fall sei es eine Zunahme gegenüber den Jahren vorher. „Aber nach der Wende waren es wildere Zeiten.“ Beim Antik- und Trödelladen, beim Tante-Emma-Laden von Max Rainer Klepel, im Blumengeschäft Sunflowers und auch bei Fernseh-Trybusch wird abgewunken: nicht betroffen. „Vor sieben Jahren hatte sich mal ein Mann betrunken die Taschen mit Matchboxautos vollgestopft, und vor einiger Zeit hatte ein älterer Mann in einem Anfall von Verwirrung ein Fahrrad von draußen mitgenommen und einige Meter weiter in die Hecke geworfen“, erzählt Heidrun Keil vom Secondhand-Geschäft. Bei Karla Henze von Sunflower wird immer mal versucht, falsche 50 Euro-Scheine einzuwechseln. Sie ist auf der Hut.

In einem Textil-Geschäft ist die Spur der 100-Euro-Betrüger wieder zu finden. Genau vor der Tür hatte der alarmierte 3D-Flower-Chef das Paar noch aufgegabelt. Es kam zu einer Rangelei. Das Geld wurde nicht herausgegeben. Die beiden hatten sogar Kinder im Auto, das ein italienisches Kennzeichen trug, wird kopfschüttelnd berichtet. „Die Frau hatte sich ein T-Shirt ausgesucht. Aber ich konnte die 100 Euro tatsächlich nicht wechseln“, sagt die Verkäuferin im Textil-Shop. „Der Mann hatte mich abgelenkt. Es war irgendwie auch bedrohlich. Später habe ich festgestellt, dass tatsächlich ein T-Shirt fehlte. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man abends allein im Laden ist.“

Von Heike Liesaus

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