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Eilenburg Eilenburgs Handwerk feiert ins neue Jahr
Region Eilenburg Eilenburgs Handwerk feiert ins neue Jahr
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19:30 17.01.2019
Rund 180 Gäste waren beim Neujahrsempfang der Stadt Eilenburg im großen Saal des Bürgerhauses. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Für Mathias Kluge war es eine Premiere. Der 40-jährige Zimmermann aus Taucha ist es zwar gewohnt, auf Richtfesten den Richtspruch zu verlesen, eine Rede vor großem Auditorium auf einem Neujahrsempfang wie dem am Mittwochabend im Eilenburger Bürgerhaus zu halten aber eher nicht. Der dreifache Familienvater nahm es gelassen: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Kluge, der der Bruderschaft Rolandsschacht angehört, erzählte im Beisein seiner Amtsbrüder Sven Hengst aus Obergräfenhain 2 und Richard Bartusch aus Beucha vom Werdegang eines Zimmermanns und der Walz, auf der er von 2009 bis 2012 auf der ganzen Welt viel erlebte und lernte, in dieser Zeit sich bis auf 60 Kilometer nicht seinem Heimatort nähern und kein Handy bei sich haben durfte.

Eilenburgs geballte Handwerkerschaft war am Mittwoch zum Neujahrsempfang im Bürgerhaus vertreten.

Handwerk ist das Motto des Abends

Mathias Kluge reden zu lassen, war kein Zufall, vielleicht der Bekanntschaft mit OBM Ralf Scheler aus seiner Zeit als Chef der Handwerkskammer zu Leipzig, vor allem aber dem Thema des Abends geschuldet. Eilenburg stellt seit Jahren seinen Neujahrsempfang unter ein Motto, anno 2019 hieß das: Handwerk. Ein angedeuteter Rohbau auf der Bühne, Schrauben und Muttern als Tisch-Deko – zudem waren rund 180 Inhaber, Geschäftsführer und Mitarbeitern von Eilenburger Unternehmen im Saal des Bürgerhauses und damit der größte Teil der 200 in der Handwerksrolle registrierten Fachbetriebe versammelt. Die Muldestadt ist im großen Reigen gut vertreten. Deutschlandweit gibt es rund eine Million Handwerksbetriebe, in Sachsen sind es 55 000, in Nordsachsen rund 3000.

Handwerk ist Vorbild in Sachen Wertschöpfung und -erhaltung

Um deutlich zu machen, wie wichtig das Handwerk in Sachen Wertschöpfung, aber auch Werterhaltung ist, braucht Ralf Scheler nicht lange überlegen und verweist auf die lange Liste der erfolgreich realisierten oder angeschobenen Projekte in der Stadt. Wohl wissend, dass seitens der Politik nicht immer nur Unterstützung kommt, „denken wir an den Datenschutz und den Umgang mit diesem, was zu großen Unsicherheiten bei den Firmen führt oder die vor einigen Jahren eingeführte Vorfälligkeit der Sozialabgaben.“ Dennoch, was entstanden ist, kann sich sehen lassen. Hortneubau in Ost, Spielplatz in Hainichen, Quartier Rollen-, Karlstraße gehören anno 2018 dazu, in diesem Jahr stehen beispielsweise Tschanter-Anbau, Umbau des Multifunktionsgebäudes auf dem Plan. Doch der OBM weiß, es gibt Wermutstropfen: „Wir sind zwar gut aufgestellt, aber Defizite sind sichtbar.“ Das zeigt auch der Blick auf die Liste der seit Jahren aufgeschobenen Vorhaben wie Stadtparkteich, Amtshaus, Sanierung der Dorfteiche in Ortschaften, der Fußweg- und Straßenausbau. Gründe dafür gibt es einige: fehlende oder überzeichnete Förderprogramme, fehlende Eigenmittel oder weil ein anderes Vorhaben wichtiger gewesen ist.

Land und Bund sind in puncto Unterstützung gefragt

Scheler appellierte in diesem Zusammenhang, für eine „ordentliche Finanzausstattung der Kommunen zu sorgen, damit diese mehr Handlungsspielraum haben. Wir können Bund und Land sprichwörtlich immer nur wieder kräftig auf die Füße treten, aber nicht alle einzeln, sondern die Kommunen gemeinsam.“ Angesichts von 13 Milliarden Euro, die Sachsen an Rücklage habe, könnte sich der Freistaat mit einem Bruchteil der verbesserten Entwicklung in den Städten und Gemeinden widmen.

Kultivierte Kofferkapelle macht Musik

Während drinnen die Felix Kralacek’s Kultivierte Koffer-Kapelle Swing, Jazz und Evergreens, gewürzt mit Trompeten-Solis, spielte, legten draußen im Foyer die Wirte von vier Eilenburger Lokalen letzte Hand am Bufett an. So wie schon im Vorjahr sorgten auch diesmal Gastronomen der Muldestadt fürs lukullische Wohl: Kültzschauer Kartoffelsack, Restaurant Chang Chen, Pizzeria Rustica und Strandhotel. Beste Einstimmung für den Rest des Abends, bei Wasser, Wein oder Bier, auf jeden Fall aber angeregten Gesprächen.

Von Kathrin Kabelitz

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