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Eilenburgs Heinzelmännchen zieren künftig die Fenster des Stadtmuseums

Werbe-Aktion Eilenburgs Heinzelmännchen zieren künftig die Fenster des Stadtmuseums

Die Mittel für die Gestaltung von fünf Fenstern des Museums im Roten Hirsch habe jetzt den Segen des Stadtentwicklungsfonds bekommen. Auf den acht von Sprossen unterteilten Segmenten zwinkert ein rotbemütztes Männlein dem Betrachter zu. Auch weitere Persönlichkeiten sollen künftig Fenster zieren. Die Werbe-Aktion sorgte für Diskussionen.

Museumschef Andreas Flegel zeigt sich mit dem ersten Test für das Heinzelmännchen-Fenster zufrieden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Am liebsten würde das Museumsteam in Eilenburg gleich alle neun Fenster des historischen Roten Hirschs an der Torgauer Straße für Werbezwecke gestalten. Die Mittel für fünf bekamen dieser Tage den Segen des Stadtentwicklungsfonds. Die städtische Kulturunternehmung und der Fonds teilen sich dafür die Kosten jeweils etwa zur Hälfte. Schon im vergangenen Jahr war ein Angebot für die Fenstergestaltung, das einen Umfang von 3160 Euro für Entwürfe, Folien und Montage ausweist, eingeholt worden. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsfonds debattierten dazu noch diverse Details.

Gesprächsstoff bot jetzt ein erster Entwurf für den Fenster-Prototypen, der Eilenburgs Heinzelmännchen gewidmet werden soll. Auf den acht von Sprossen unterteilten Segmenten, jeweils 40 mal 30 Zentimeter groß, künden Textausschnitte zu den Sagengestalten und zwinkert ein rotbemütztes Männlein dem Betrachter zu. Mit dem fleißigen kleinen Volk beschäftigten sich bekanntlich auf ganz unterschiedliche Weise zahlreiche Dichter. Goethe inspirierten sie 1802 zum „Hochzeitslied“, die Brüder Grimm verfassten 1816 „Des kleinen Volkes Hochzeitsfest“, Ludwig Bechstein erzählte 1853 vom „Graf von Eilenburg und den Zwergen“ und Bruno Lossa erfand die Geschichte von den „Heinzelmännchen auf der Eilenburg“. An sie soll auf den Klebefolien erinnert werden. Außerdem „gibt es tausende Varianten, wie die Heinzelmänner ausgesehen haben könnten“, nahm Museumschef Andreas Flegel Bedenken den Wind aus den Segeln, die unter anderem lauteten: Dass der Zipfel der Zwergenmütze nicht in ein Segment darüber hineinragen sollte, weil er dann wie abgeschnitten wirke. Und ob die Zitaten-Schriftbilder nicht zu modern seien und lieber die Schreibweise zu Zeiten ihrer Schöpfer angewendet werden sollte. Vorschläge der Stadträtinnen Christiane Prochnow (Die Linke) und Ellen Häußler (FUW) sowie von Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zur Wahrnehmung der Grafiken von außen und innen versuchte Flegel bereits mit einem Probe-Folienkleben kurz nach der Zusammenkunft aufzugreifen. Dabei zeigte er sich überzeugt, dass die Endfassung vielen gefallen werde. „Die Wahrnehmung sowie der Bezug zu unseren Exponaten ist gegeben“, sagte er. Und auch die anderen vier Fenster sollen mit dem Prototyp zusammenpassen. Ein weiteres zeigt berühmte Eilenburger, die Inhalte der anderen seien noch nicht spruchreif.

Seit einigen Jahren gibt es in Eilenburg den sogenannten Stadtentwicklungsfonds, über den auch kurzfristig Maßnahmen umgesetzt werden können, die nur bedingt förderfähig sind. Die Höhe des Etats legt der Stadtrat fest. 2016 sind es etwa 12 000, im vergangenen Jahr waren es 20 000 Euro einschließlich des Preisgeldes vom Städtewettbewerb „Ab durch die Mitte“. Momentan sind Ideen bezüglich des Heinzelmännchen-Themas einer der Schwerpunkte – ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die Stadt. Dem Vergabegremium gehören 17 Mitglieder an, darunter Stadträte sowie Vertreter der Stadtverwaltung, städtischer Einrichtungen und von Vereinen.

Von Karin Rieck

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