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Eilenburg Eilenburgs Kinderstadt ist schon wieder Geschichte
Region Eilenburg Eilenburgs Kinderstadt ist schon wieder Geschichte
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07:00 05.07.2016
Eine Woche lang bauen Kinder an ihrer Stadt. Inzwischen ist sie schon wieder abgetragen. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Zum Schluss hieß es frei nach den Sportfreunden Stiller: „Applaus, Applaus“. Der Text war für die Eilenburger Kinderstadt adaptiert. Der Dank ging an die Teamer, die den Bewohnern der Kinderstadt halfen, ebenso wie an die Köche der DRK-Katastrophenschutz-Gruppe, die in den vergangenen fünf Tagen rund 300 Portionen Mittagessen gekocht hatten. Bewegender Abschied vom bunten Leben, das für eine Woche auf der Freifläche am Mehrzweckgebäude an der Halleschen Straße tobte: Beim Abschlussprogramm glitzerten einige Rührungs-Tränen in den Augen.

Nun ist die Stadt bereits verschwunden, das Areal beräumt. Weg ist die Hütte von Karl, Tom Jakob und Paul, die sogar mit einem Safe ausgestattet war und an die Collin, Luca, Siggi und Nick „Rubikob-Café“ geschrieben hatten. Weg ist der Turm mit dem Windrad darauf, der alles überragte und dessen Gestell Christoph und Hannah bemalt hatten. Er war eines der Objekte der Einsteins, der Forscher-Gruppe. „Die gab es diesmal das erste Mal“, erklärte Sozialpädagoge Sven Wildberger, während er gemeinsam mit den anderen Helfern noch ein paar leere Getränkekisten für den Abtransport stapelt. Da wurde sich auch mit erneuerbaren Energien beschäftigt.

Wird es auch 2017 eine Kinderstadt in Eilenburg geben? Eine Frage, die voraussichtlich schon beim Teamer-Treff im September, wo alles noch einmal ausgewertet wird, anzusprechen ist. Nach Eilenburg-Ost und Berg wäre nun eigentlich die Mitte der Stadt dran. Einzelne Stücke wie das Windrad können eingelagert werden. Vielleicht lässt sich das nächste mal wirklich mit Windenergie Strom machen. Dass Sonnenenergie Wasser zum Kochen bringen kann, hatten die Kinder mit der Schüssel einer Satteliten-Antenne getestet, die sie mit spiegelnder Folie beklebten. Außerdem bauten die „Girlies“ Wippe und Marktstände, die „Mediengruppe“, die diesmal von den Helfern des Sächsischen Ausbildungs und Erprobungskanals unterstützt wurden, hielten alles in Bild und Ton fest. Unter den 40 Mädchen und Jungen, die da ihre Stadt auf Zeit gestalteten, waren auch fünf Flüchtlingskinder. Durchs Abschlussprogramm führte ein Junge, der aus Libyen stammte.

„Diese eine Woche ist sehr intensiv, da wurde viel gemacht. Es sind enge Bindungen entstanden“, stellt Wildberger fest. „Von den Kindern hatten wir ein wunderbares Feedback. Fast alle Wünsche gingen in Erfüllung.“ Denn die wurden am Anfang anonym in einer „Zeitkapsel“ gesammelt. Jeder durfte aufschreiben, was er von der Woche erwartet. „Das mit dem Eisessen haben wir einfach bei all dem verpasst“, bilanziert Wildberger. „Und mit der Explosion hat’s auch nicht geklappt. Die hatte sich einer von den Einsteins gewünscht.“

Von Heike Liesaus

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