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Eilenburg Eilenburgs Marienkirche soll ihre Glocken-Stimme wieder bekommen
Region Eilenburg Eilenburgs Marienkirche soll ihre Glocken-Stimme wieder bekommen
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00:35 17.05.2018
Karina Höfs an der Glocke der Eilenburger Marienkirche. Die Glocke ist seit Juni 2016 verstummt, nun kann sie repariert werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Seit Juni 2012 ist die Glocke der Eilenburger Marienkirche verstummt. Der Grund: Der Turm ist marode, eine schwingende Masse darin würde weitere Schäden anrichten. Das war aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr zu verantworten. „So musste der Läutebetrieb eingestellt werden“, erklärt Hans-Jürgen Stock, der als Baubeauftragter der Kirchgemeinde für das Gotteshaus fungiert.

Doch nun gibt es das Signal, dass die Marienkirche ihre Stimme wiederbekommt: Die Gemeinde erhielt eine Fördermittelzuwendung der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Kiba) in Höhe von 25 000 Euro. „Die evangelische Kirchengemeinde ist dafür sehr dankbar“, freut sich Hans-Jürgen Stock. Dank dieser und anderer Zuwendungen könne das Projekt, das insgesamt 50 000 Euro kostet, nun im Juni/Juli starten. Vor allem hatten Gemeindemitglieder und viele Bürger Eilenburgs mit ihren Spenden dafür gesorgt, dass der Eigenanteil zur Finanzierung des Projekts gedeckt werden kann.

Die Marienkirche in Eilenburg  Quelle: Wolfgang Sens

Kriegsauswirkungen

Die Probleme gehen letztlich auf die Kriegseinwirkungen im April 1945 zurück. Denn damals war die gesamte Anlage schwer beschädigt worden. Glocke, Schäden an Glockenstuhl und -joch konnten in den Nachkriegsjahren nicht immer mit fachgerechten Mitteln notdürftig repariert werden. Schließlich standen weder Geld noch Material zur Verfügung nicht zur Verfügung. Nun hatten über die Jahre Korrosionserscheinungen, Temperaturschwankungen und vor allen Dingen der ständige Lastwechsel beim Läuten zu der Sperrung geführt. „Der Gemeindekirchenrat hat sich nun für eine Instandsetzung der gesamten Anlage entschieden. Die dazu erforderlichen Planungen sind abgeschlossen“, erklärt Stock. Doch um die Glocke zu reparieren, sind spezielle Schweiß-Apparaturen nötig. Diese können nicht in den Kirchturm geschafft werden. Die Glocke muss aus dem Turm heraus. Dazu muss dessen Mauerwerk an der Seite geöffnet werden. Und natürlich ist auch ein entsprechenden Transport der Glocke nötig. In der Zeit, in der das Instrument in der Werkstatt weilt, sollen dann Glockenstuhl, Joch und der Fußboden in der Turmebene repariert, beziehungsweise erneuert werden.

„Es bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung des Vorhabens zügig verläuft und dass die Glocke, die nachweislich im Jahr 1625 gegossen wurde, wieder ertönen wird“, so der Baubeauftragte.

Es bleibt bei einer Glocke

50 000 Euro soll das Projekt kosten. „Dabei haben wir Glück, dass die Glocke repariert werden kann“, stellt Karina Höfs vom Gemeindekirchenrat fest. Anfangs hieß es, dass eine neue angefertigt werden muss. Das hätte die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde sicher überstiegen. Ebenso wurde die Idee, wieder zwei Glocken in den Turm zu hängen, nicht verfolgt. Denn einst gab es tatsächlich zwei Stück im Turm der Marienkirche. Eine davon musste in Kriegszeiten für Rüstungsmaterial abgeliefert werden.

Insgesamt wurde der Finanzbedarf zur Sanierung der Marienkirche vor drei Jahren auf 1,3 Millionen Euro geschätzt. Damals waren dann die Türmchen über dem Portal repariert worden. So ist auch der Glockeneinbau ein kleiner Schritt. „Es sind viele Baustellen offen. Wir wollen nun erst einmal das eine Projekt schaffen und werden dann sehen, wie es weitergeht“, so Karina Höfs: „Zumal es ja auch an der Nikolaikirche Bedarf gibt.“

Von Heike Liesaus

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