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Eilenburg Eilenburgs Mehrgenerationenhaus mit Festgottesdienst eröffnet
Region Eilenburg Eilenburgs Mehrgenerationenhaus mit Festgottesdienst eröffnet
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06:00 06.02.2017
Yvonne Henselin (rechts) begrüßt die Gäste nach dem Gottesdienst in der Räumen des Mehrgenerationenhauses am Nikolaiplatz. Quelle: Foto: Kathrin Kabelitz
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Eilenburg

Angelika Schiller-Bechert hat viel zu tun an diesem Samstagnachmittag. Hände schütteln, Umarmungen, ein freundliches Lächeln, ein kurzes: Wie geht’s? Die Pfarrerin ist zurück an ihrer einstigen Wirkungsstätte. Wenn auch nur für kurze Zeit. 2011 verließ sie die Muldestadt in Richtung Gräfenhainichen, wirkt jetzt in der Dresdener Region. „Es war unser Wunsch, dass sie den Gottesdienst zur Eröffnung des Mehrgenerationenhauses hält“, sagt Yvonne Henselin von der Eilenburger Kinder- und Jugendarche. Jener Institution am Nikolaiplatz, die von Schiller-Bechert einst ins Leben gerufen wurde und die nach 18 Jahren Bestehen nun die Stufe des Erwachsen-Seins und mit dem Status Mehrgenerationenhaus eine neue Qualität erreicht hat.

„Eigentlich war es das ja schon immer“, sagt die Pfarrerin. Für Menschen aller Couleur sollte die Arche ein Ort des Nachdenkens, des Zu-sich-Kommens, des Miteinanders sein. „Der Anfang war nicht nur vom Wohlwollen begleitet, weil es Meinungen gab, dass Sozialarbeit nicht meine Aufgabe sei, sondern das Verkünden das Evangeliums.“ Ein Widerspruch sei das für sie nie gewesen, „gerade durch die Arbeit in der Arche haben wir gezeigt, dass wir nicht nur von Gott reden, und andere auffordern, in dessen Namen zu handeln, sondern dies selbst tun.“ Das Band der Liebe verbinde. Wie sie das meinte, ließ die Pfarrerin die Gäste selbst erkunden. Am Eingang hatte jeder einen Wollfaden erhalten. Grün, rot, gelb oder orange – die Farben sind die für die Hoffnung und das Erwachen, die Liebe und das Aktivsein, die Sonne und die Güte, die Geduld. Zusammen mit weiteren Farben ergeben sie jene Verbindung, die für das Miteinander und die Liebe steht. „Jeder von uns hat diese Farben in sich“, animierte Schiller-Bechert die verblüfften Gäste im Altarraum, die jeweils anders farbigen Bänder zu suchen, diese aneinander zu knüpfen. „Das schwierigste ist, man muss aufstehen und sich bewegen, um auch die anderen Bänder zu finden. Je mehr wir uns vernetzen, desto mehr sind wir belastbar und können an der guten Sache mitwirken “. So, wie beim Mehrgerengenerationen-Haus.

Aktiv werden, das mussten die Mitarbeiter der Arche um Yvonne Henselin, als es darum ging, den Fortbestand des Treffs für die kommenden Jahre finanziell zu sichern und die Idee für das Haus der Generationen umzusetzen, Förderung zu beantragen Das es klappte, daran haben Stadt, Kreis und Parlamentarier großen Anteil, dankte Torsten Pötzsch, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, der nach dem Weggang der Pfarrerin die Arche leitete. Zwei Jahre, bis klar war – nebenberuflich geht das nicht. Das Amt blieb gewissermaßen in der Familie, weil seit dem Yvonne Henselin, Pötzschs künftige Ehefrau, die Einrichtung führt. Deren Aufgabe wird es weiter sein, die verschiedenen Angebote zu koordinieren. Der Schwerpunkt wird nicht mehr allein bei Kindern und Jugend, sondern bei der ganzen Familie gesetzt. Allen Menschen offen – unabhängig von Alter oder Herkunft – wird das Haus bleiben. Jede und Jeder ist willkommen. Mittelpunkt jedes Mehrgenerationenhauses ist der Offene Treff, der in diesem Fall die Arche ist.

All das aber wird ohne das Ehrenamt nicht gehen. Das weiß auch Yvonne Henselin, die all den Helfern dankte. Auch jenen, die diesen Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und Bastelangeboten zu einem sehr angenehmen machten. Und an dem sich viele umschauten. So wie Landrat Kai Emanuel (parteilos), Tobias Münscher-Paulig, Geschäftsführer des Diakonischen Werks, die CDU-Bundes- und Landtagsabgeordneten Marian Wendt und Jörg Kiesewetter, Eilenburgs Oberbürgemeister Ralf Scheler (parteilos) oder der Doberschützer Orts-Chef Roland Märtz.

Von Kathrin Kabelitz

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