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Eilenburgs Musikwerkstatt: Mehr als nur Bühnentechniker

Veranstaltungen Eilenburgs Musikwerkstatt: Mehr als nur Bühnentechniker

Seit Mitte der 90er-Jahre sorgt die Musikwerkstatt auf Eilenburgs Bühnen für perfekten Klang und einen reibungslosen Ablauf. Was der Verein dafür haben will? Gut gelaunte Künstler und ausgelassene Gäste. Morgen in einer Woche ist das auch so.

Packen immer selbst mit an: Vorstand Alexander Fiebeler (rechts) und sein Stellvertreter Max Menzel.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Wenn Alexander Fiebeler und Max Menzel die Türen der Musikwerksatt Eilenburg aufschließen, machen sie das in erster Linie nicht für sich. Die Räume im Haus VI an der Dr.-Belian-Straße dienen dem Verein als Basislager. Von hier schwärmen sie aus, um Musikern in und um Eilenburg die Bühne zu bereiten. Auch seine erste eigene große Veranstaltung plant der Verein in der Musikwerkstatt. Das „pap-per-la-papp“ findet in einer Woche auf der Festwiese an der Kastanienallee statt.

Selbstloser Anspruch

„Wir wollen Leuten, die davon leben, nicht die Arbeit wegnehmen“, sagt Max Menzel. Denn er und die zwölf Mitglieder des Vereins verleihen Ton- und Lichttechnik, bauen Bühnen auf oder helfen Veranstaltern bei der Durchführung – ehrenamtlich und nicht kommerziell. Alles für den schmalen Taler. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, spreche sich der Verein mit den regionalen Unternehmen, die hauptberuflich in der Branche aktiv sind, ab. Ihre Aufgabe sehen die Mitglieder vor allem darin, jungen Eilenburgern zu zeigen, was für ein Aufwand hinter einer Veranstaltung steckt – „nicht nur feiern“. Und natürlich helfen sie, wo sie nur können, um Events aller Art technisch durchzuführen.

Die Musikwerkstatt gibt es seit 1996. Ihre Wege führten sie seither beispielsweise ins Just in Eilenburg, in die Baderscheune, zum FC Eilenburg, ins Rinckart Gymnasium, aufs Stadtfest oder zum Biker-Treff nach Ammelshain. „Wir wollen, dass es den Künstlern auf der Bühne gut geht – dann geht es uns auch gut“, erklärt Fiebeler den eigenen Anspruch.

Das Wissen weitergeben

Andreas Müller gründete die Musikwerkstatt aus dem offenen Jugendhaus „peu á peu“. Er helfe weiterhin dem Verein und stehe als eine Art Mentor zur Verfügung, sagt Fiebeler. Der 29-Jährige und Max Menzel sind Ende der 2000er-Jahre durch ihre Begeisterung für Technik und Konzerte zum Verein gestoßen – bilden heute sogar den Vorstand. Fiebeler ist hauptberuflich Elektriker und Menzel Fachangestellter für Bäderbetriebe. Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Musikwerkstatt brachte ihnen ein besseres Verständnis für Technik, unzählige Kontakte, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und viele „schlaflose Nächte“, sagt Menzel scherzhaft. Zudem stimme sie die positive Resonanz, der Mitgliederzuwachs und die gestiegene Nachfrage zufrieden. Nach Festen wie „Rock auf’m See“ oder der „Walpurgisnacht“ kommen die Besucher vorbei und „loben uns für die gute Qualität, obwohl es keiner gelernt hat“, sagt der 23-Jährige.

Am 5. August bringt der Verein sein „pap-per-la-papp“ auf die Festwiese. „Es ist die erste ganz große Veranstaltung in dieser Art und Weise von uns“, sagt Fiebeler. Dafür habe der Verein die komplette Planung, das Booking und das Sicherheitskonzept übernommen. Selbstverständlich werden sie auch die Bühne selbst aufbauen. Rat und Tipps gib’s dabei von den erfahrenen Mitgliedern und Andreas Müller. Auch von der Eilenburger Stadtverwaltung habe die Musikwerkstatt große Hilfe erhalten, sagt Menzel.

Jeder kann mitmachen

Um das technische Wissen zu bewahren und an die unterschiedlichen Generationen weiterzugeben, gibt es immer wieder Workshops. Das sei aber keine trockene Theorie, sondern knallharte Praxis. Dann werde das Mischpult mit den Boxen verbunden und geschaut, was rauskommt – oder eben nicht(s), sagt Fiebeler.

Das Startkapital für die Musikwerkstatt gaben sich die sieben Gründungsmitglieder selbst, stellten beispielsweise ihre privaten Anlagen zur Verfügung. Von den derzeitigen Einnahmen aus Verleih und Veranstaltungsbetreuung gehe eine gesetzlich festgelegte Aufwandsentschädigung an die Mitglieder. Vom Rest werden neue Geräte wie Boxen und Traversen, Zubehör wie Gaffa-Tape und Kabel oder andere, für die Reparatur notwendige Materialien angeschafft.

Damit das ehrenamtliche Projekt auch in Zukunft eine helfende Hand für Eilenburgs Veranstaltungen sein kann, braucht der Verein fortwährend neue engagierte Leute. Wer Interesse an Technik hat und Musik begeistert ist, kann sich einfach über die Facebookseite, auf www.musikwerkstatt-eilenburg.de oder direkt bei Veranstaltungen an die Musikwerkstättler wenden.

Von Mathias Schönknecht

Eilenburg, Dr.-Belian-Straße 51.4558187 12.6396661
Eilenburg, Dr.-Belian-Straße
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