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Eilenburg Eilenburgs OBM Ralf Scheler träumt von 20.000 Einwohnern
Region Eilenburg Eilenburgs OBM Ralf Scheler träumt von 20.000 Einwohnern
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07:00 29.12.2016
Ralf Scheler schaut optimistisch ins neue Jahr. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Etliche Baumaßnamen und der Start einer neuen Wohn-Kampagne: Beim Blick auf 2016 kommt bei Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (52, parteilos) durchaus Zufriedenheit auf. Was er fürs neue Jahr erwartet, erzählt im Interview.

Wie würden Sie diesen Satz ergänzen: „2016 war für Eilenburg …“?

... der Start in die Wohnstandortkampagne „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ und der Beginn wichtiger Baumaßnahmen und Ansiedlungen in allen Stadtteilen, im Gewerbegebiet am Schanzberg, in der Innenstadt und auf dem Burgberg. Im Stadtteil Ost gab es für den Hortneubau den Startschuss. Der Bodenaustausch wurde ausgeführt. Es kann losgehen, sobald es das Wetter zulässt. 200 Plätze sollen dort entstehen.

Für die Kampagne wurde der mutige Slogan „Das Beste an Leipzig“ entwickelt. Welche Reaktionen kamen dazu bei Ihnen an?

Anfänglich gab es Skepsis. Im Verlauf der letzten Monate aber wurde der Trend durchaus positiv. Das betraf nicht allein die Reaktionen aus Eilenburg, sondern auch die aus anderen Kommunen und aus Leipzig selbst.

Lässt sich das mit Zahlen unterlegen?

Die Statistik zeigte zuletzt für dieses Jahr 110 mehr Zuzüge als Wegzüge. Wir sind jetzt bei 15 930 Einwohnern. Das ist im Vergleich zu einem reichlichen Jahr, damals waren wir bei 15 006, eine sichtbare Steigerung. Die 16 000-Marke ist also zum Greifen nah. Natürlich ist ein kleiner Anteil der Zuweisung der Asylbewerber und der anerkannten Flüchtlinge, die hier wohnen, geschuldet, aber es ist definitiv nicht der alleinige Grund. Der Wanderungs-Saldo kommt zu alldem noch dazu.

Wie viele Flüchtlinge leben in Eilenburg?

260 insgesamt. Davon haben nur 40 mittlerweile das Bleiberecht bekommen. Viele anerkannte Bewerber sind wieder aus der Stadt weggezogen. Insgesamt lässt sich sagen: Die Summe ist in den vergangenen Monaten stabilisiert. Und Eilenburg kommt damit gut klar.

Die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes gehörte zu den vollendeten Projekten dieses Jahres.

Sicher. Aber auch die Gestaltung des Schlossberges und die Eröffnung der Heinzelberge. Das hat alles einen langen Einlaufzeitraum gebraucht. Nun ist es geschafft. Dazu kommt, ebenfalls mit der Wohnstandort-Kampagne verbunden, die Schaffung von Bauplätzen, die Sanierung von Wohnraum, egal ob nun bei größeren Gesellschaften wie der städtischen Eilenburger Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft oder bei der Wohnungsgenossenschaft. Hier wird der Bestand in den entsprechenden Zustand versetzt. All das sind Standortfaktoren, ebenso wie die Edeka-Ansiedlung. Sie spielt auch eine wichtige Rolle für die gesamte Stadtentwicklung. Diese ist ja in ihrer Gesamtheit angefasst worden durch die Beschlüsse zum Flächennutzungsplan. Dann hatten wir die Überplanung der Baugebiete: Der Abriss der Garagen am Jacobsplatz für die zukünftige Bebauung oder das Wohngebiet Grüner Fink. Auf der Leipziger Höhe hat sich gerade in den letzten Jahren wieder jede Menge getan, sind Grundstücke bebaut worden. Dort war lange Zeit Stillstand. 2016 hatten wir in jeder Ratssitzung Verkaufsbeschlüsse für Grundstücke. Das ist nicht allein jede Menge Arbeit in der Verwaltung. Auch sämtliche Auftragsbücher der Wirtschaft sind derzeit ausgebucht.

Andere Objekte sind dagegen ein Dauerärgernis wie das ruinierte Gebäude an der Muldeflutbrücke.

Wie behalten es im Blick. Was wir tun können, tun wir. Bei privaten Objekten ist das allerdings sehr schwierig, gibt es kaum Zugriffsmöglichkeit. Beim ECW-Verwaltungsgebäude indessen, das uns gehört, gibt es in jüngerer Zeit wieder verhaltenen Optimismus. Wir glauben, dass es nun nicht mehr lange dauern wird, bis wir eine Nachnutzung dort bekommen.

Gibt es einen neuen Stand in Sachen Edeka-Ansiedlung?

Dort werden wir Anfang Februar den Notar-Termin zum Grundstücksverkauf haben. Das heißt, es ist jetzt alles geklärt, was im Vorfeld zu klären war. Es wird zügig an der Umsetzung gearbeitet.

Beim Eilenburger Neujahrsempfang 2017 soll es besonders um den Erhalt von Denkmalen und Kunst im öffentlichen Raum gehen. Weil die Notwendigkeit besteht?

Eher nein. Wenn sie die Fotos der Denkmalliste durchschauen, die es bei Wikipedia gibt, dann ist verblüffend, welchen tiefen Sanierungsgrad die Baudenkmale in Eilenburg haben. Der größte Teil ist saniert. Es gibt das eine oder andere verfallene Objekt, aber nicht den großen Nachholebedarf und Verfall in der Menge. Das ist also nicht der Anlass. Im Gegenteil, es ist eine Form der Anerkennung. Ein Denkmal zu sanieren, ist aufwendiger als ein Normalgebäude.

Im Grußwort für die Festtage zitierten Sie Mark Twain mit „Alle Träume können in Erfüllung gehen, wenn wir nur den Mut haben, sie zu verfolgen“. Welchen Traum hätten Sie für Eilenburg?

Dass wir es schaffen, in den nächsten Jahren den Trend des Einwohnerwachstums fortzusetzen. Dass wir in absehbarer Zeit, damit meine ich in fünf bis zehn Jahren, wieder die 20 000-Einwohner-Grenze überschreiten, dass wir voll ausgelastete Gewerbegebiete mit einer gut laufenden Wirtschaft, ausgelastete Kindertagesstätten und Schulen haben sowie öffentliche Einrichtungen, die gern besucht werden. Und dass die S-Bahn-Verbindung nach Leipzig noch mehr Erfolg hat fürs Pendeln zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen.

Interview: Heike Liesaus

Von Heike Liesaus

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