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Eilenburg Eilenburgs Obdachlosenheim schließt zum Jahresende
Region Eilenburg Eilenburgs Obdachlosenheim schließt zum Jahresende
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09:53 18.11.2016
Das Haus an der Mudel war seit den 1990er-Jahren Obdachlosenheim. Zum Jahresende wird es geschlossen. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Die Entscheidung ist gefallen: Das Obdachlosenheim Eilenburg im Haus an der Mulde wird zum Jahresende geschlossen. Die Auslastung der zehn Betten ist gesunken. Die Verwaltung hatte in den vergangenen Wochen Belegungszahlen, Wirtschaftlichkeit sowie den möglichen Bedarf unter die Lupe genommen und entschieden: Die Bewohner sind günstiger in Wohnungen unterzubringen. „Sie bekommen einen Sozialbetreuer, der aber für mehrere Personen zuständig sein wird“, erklärt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Derzeit betreut die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig das Objekt und die Nutzer, die dort übernachten können.

Aktuell sei die Stadtverwaltung dabei, für vier Personen eine Unterkunft zu finden, sie bei Umzug und Neustart sowie den behördlichen Formalitäten unterstützen, so die Information aus dem Rathaus. Letztlich seien die Kosten mit dieser Lösung für die Stadt geringer. Die Wohnungen können bei der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft angemietet werden. Die Kosten dafür und für die Betreuung werden vom Sozialamt des Landratsamtes übernommen. Eilenburg ist eine der letzten Städte in der Nachbarschaft, die ein solches Obdachlosenheim vorhält. Auch in Delitzsch gibt es bereits seit Jahren kein Obdachlosenheim mehr. Und teilweise seien deshalb schon die Betroffenen zum Beispiel aus Wurzen nach Eilenburg geschickt worden.

Die Nutzer werden auf Einweisungsverfügung von Polizei oder Stadtverwaltung in Notunterkünften beherbergt. In anderen Notfällen, zum Beispiel wenn ein Brand Einwohner obdachlos machte, wurde bisher auf Ferienwohnungen der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft zurückgegriffen.

Wie das Haus an der Mulde weiter genutzt werden soll, ist noch nicht besprochen worden. „Schließlich hat es eine besondere Lage“, erklärt Heiko Leihe, zuständig für Wirtschaftsförderung in der Stadt. Im Rücken der Stadtfriedhof, auf der anderen Seite der Blick zur Mulde. Laut Vermerk in der Stadt-Chronik ist der Standort mit dem des „Siechhauses“ identisch, das nach der großen Pest im Jahre 1681 niedergerissen und im gleichen Jahr wieder aufgebaut wurde. Die Stadt werde die neue Situation zum Anlass nehmen, um ihre Immobilien-Nutzung zu prüfen. „Aber wir haben da weder Notstände, noch besteht ein Vermarktungszwang für das Haus an der Mulde“, stellt Leihe fest.

Die Unterkunft für Obdachlose gab es seit den 90er-Jahren. Es beherbergte früher ein Beratungsbüro und einen Versammlungsraum des Erwerbslosentreffs, ebenso Büros der Stadtverwaltung.

Von Heike Liesaus

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