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Eilenburg Eilenburgs Polizeichef: "Haben eher mit einheimischen Straftätern zu tun"
Region Eilenburg Eilenburgs Polizeichef: "Haben eher mit einheimischen Straftätern zu tun"
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Polizeihauptkommissar Harald Schmich äußert sich zu Sicherheitsbedenken bei Asyldebatten in Eilenburg und Bad Düben. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg/Bad Düben

Das macht Schmich nicht zuletzt auch Bürgern immer wieder klar, die bei verschiedenen Anlässen zurzeit Sicherheitsbedenken äußern, wenn es um die Asylproblematik und geplante Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in Eilenburg, Bad Düben und Doberschütz-Sprotta geht. In Einwohnerversammlungen betont er stets: Es gebe aktuell keinerlei Häufungen von Straftaten im Bereich Eilenburg/Bad Düben durch Nichtdeutsche.

Die Polizeistatistik veröffentliche dazu regelmäßig die Belege. So wurden im Revierbereich 1356 Straftaten im Jahr 2013 registriert und 620 Tatverdächtige ermittelt, darunter waren 31 Nichtdeutsche. Das entspricht fünf Prozent Anteil, legte der Revierchef jüngst in der Einwohnerversammlung in Eilenburg-Ost dar. 2014 seien 1409 Straftaten im Revierbereich registriert und 611 Verdächtige ermittelt worden, darunter 41 Nichtdeutsche (6,7 Prozent). "Das ist kein exorbitanter Anstieg." Im Vergleichszeitraum für dieses Jahr seien diesbezüglich ebenfalls bisher keine wesentlichen Verschiebungen festzustellen gewesen. "Wir haben eher mit unseren einheimischen Straftätern stark zu tun", so Schmich. "Auch im Bereich der Nichtdeutschen gibt es sicherlich nicht nur Mauerblümchen", räumt der 57-Jährige aber ein.

Dauerthemen sind fürs Eilenburger Revier neben dem Geschehen im Straßenverkehr vielmehr Drogendelikte und der daraus resultierende Anstieg im Bereich der Beschaffungskriminalität sowie die steigende Anzahl der Fahrraddiebstähle. Hiesige könnten zudem durchaus weniger Vorschub für Straftaten leisten, so die Erfahrungen der Eilenburger Polizei. Unbeaufsichtigte Taschen beim Einkauf, ungesicherte Fahrräder im öffentlichen Raum, Wertgegenstände wie Taschen, Laptops oder Handys, die offen in Fahrzeugen präsentiert werden, all das nennt der Revierleiter als Beispiele. "Wenn solche Dinge schon zurückgelassen werden, dann nicht von außen deutlich sichtbar", empfiehlt Schmich. Auch beim kurzzeitigen Verlassen des Fahrzeuges, um Kinder in die Schule oder die Kita zu bringen oder an der Tankstelle zu bezahlen, stehen Fahrzeuge offen, bleiben Schlüssel stecken. "Eine bessere Einladung kann man gar nicht hinterlassen, um böse Buben zu motivieren: Hier ist was zu holen", warnt der Erste Polizeihauptkommissar, der seit Jahresbeginn das Polizeirevier in Eilenburg leitet.

Karin Rieck und Heike Liesaus

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