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Eilenburgs Remondis-Chef: Beim Sperrmüll gibt es immer wieder Irritationen

Abfalltrennung Eilenburgs Remondis-Chef: Beim Sperrmüll gibt es immer wieder Irritationen

Abfalltrennung im Allgemeinen und Sperrmüll im Besonderen, sind kompliziert hierzulande. So scheiden sich an der Frage Sperrmüll oder nicht mitunter die Geister am Sammelcontainer auf dem Eilenburger Remondis-Gelände an der Wurzener Straße. Seit einigen Jahren sind die Straßensammlungen in Eilenburg aufgegeben, wird Selbstanlieferung oder individuelle Abholung gesetzt. Ersters ist kostenlos. Doch nicht alles wird unter dieser Rubrik angenommen. Das führt zu Unmut. Andererseits muss auch nicht für alles, was auf der Sperrmüll-Ausschlussliste steht, gezahlt werden, klärt Geschäftsführer Volker Wagner auf.

In Eilenburg gab es vor der Abschaffung der Straßensammlung solche Bilder, wie hier in Bad Düben. Die Kurstadt ist mittlerweile ebenfalls auf das Bringe- und Abholsystem umgestiegen.

Quelle: Nico Fliegner

Eilenburg. Neulich wurde ein Mädchenzimmer in einem der Eilenburger Ortsteile „ausgespittelt“. Fünf sperrige Wegwerfstücke hatte der ordnungsliebende und müllsortierende Vater übrig. Die lud er in den Kofferraum, um sie zur Annahmestelle bei Remondis Eilenburg an der Wurzener Landstraße zu bringen. Nun ist die Straßensammlung in der Muldestadt und ihren Ortsteilen zwar vor sechs Jahren einem System mit kostenlosem Bringen und kostenpflichtigem Abholen gewichen. Aber trotz Vor-Ort-Transport war die Abgabe in diesem Fall nicht kostenlos. 1,80 Euro befand der Mitarbeiter, der die Container überwachte, die Annahme wert. „Ich habe ihm zwar 2 Euro gegeben, aber ungerecht finde ich’s trotzdem“, so der Einwohner. Im Ortschaftsrat hatte Volker Wagner, Geschäftsführer bei Remondis in Eilenburg, das Wie und Warum der Sperrmüll-Annahme erklärt. Denn es gibt immer wieder Anfragen und Irritationen. Und gerade die Einwohner der Ortsteile finden es ungerecht. Schließlich laufen in den Nachbardörfern nach wie vor die Straßensammlungen. Und dort kannvor „alles“ vor die Tür gestellt werden kann. „Aber dort muss es der Landkreis, müssen es die Anwohner am Ende auch bezahlen“, so Wagner.

Was in Eilenburg als Sperrmüll gilt, ist in der Abfallsatzung festgelegt. Ganz grob gesagt, sei Sperrmüll all das, was nicht in die Restmülltonne passt, erklärte der Remondis-Chef. Das war einige Zeit nicht so streng kontrolliert worden, aber als immer mehr der Kleinteile und selbst Gelbe Säcke als Sperrmüll angeliefert wurden, sei in Absprache mit dem Rathaus genauer hingesehen worden, erklärte Wagner. Generell funktioniere das Bringesystem aber super. „Ich denke, die Kollegen sind nicht kleinlich.“

Es stellte sich zudem im Lauf der Diskussionen mit den Einwohnern heraus: Es ist vielen nicht bekannt, dass so einiges, was laut Liste nicht zum Sperrmüll gehört, trotzdem kostenlos angenommen wird. Das betrifft zum Beispiel das Fernsehgerät, die Waschmaschine oder die elektrische Zahnbürste. „All das gehört zu einem anderem System, welches über die Händler finanziert wird“, erläuterte der Remondis-Geschäftsführer. „Alles, was einen Stecker hat“, brachte es Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) auf den Punkt. Aber auch für Batterien und Leuchtstoffröhren oder Energiesparleuchten gibt es spezielle Sammelbehälter auf dem Betriebsgelände des Unternehmens. Altkleider gehören ebenso nicht in den Sperrmüll. Es gibt es für sie andere Kanäle. Sind sie noch tragbar, könnten sie am besten in der für Kleiderkammer für Bedürftige abgegeben werden. Ansonsten stehen es überall in der Stadt Altkleider Rücknahmebehälter, die von Remondis aufgestellt sind.

Ein anderer Fall: „Neulich hatte ich eine eher kleine Tüte mit Isoliermaterial von einer Heizung. Da habe ich 20 Euro bezahlt“, berichtete ein Rentner. „Das war auch verpackt. Für mich ist das unverständlich.“ Möglicherweise war die Umhüllung als nicht dicht genug befunden worden, vermutete Wagner. Denn in solchen Fällen sei reißfeste Verpackung vorgeschrieben. Noch keine Lösung gebe es derzeit übrigens für die Abgabe von Bau-Styropor, das als Dämmstoff eingesetzt wurde. Mit Monatsbeginn gilt dieser Stoff als gefährlicher Abfall. Bislang habe er keinen Weg gefunden, wohin Remondis Eilenburg diese Abfälle liefern kann. Der Hintergrund: Die Europäische Union hat den Stoff als gefährlichen Abfall eingestuft, weil er das Flammschutzmittel Hexabromcyclodadecan enthält. Es steht im Verdacht, sich im Körper anzureichern und fortpflanzungsschädlich zu sein. Bisher waren 7000 Milligramm pro Kilogramm zulässig, nun nur 1000 Milligramm. Nicht betroffen ist das normale Verpackungs-Styropor. Allerdings wissen nun weder private Hauseigentümer, die ihr Haus sanieren, noch Bau-Firmen, wohin damit. Remondis kann es nicht annehmen, bevor nicht geklärt ist, wohin es weitergegeben werden kann.

Aber Material, das aus Neu-, Um- und Ausbauten stammt, ist ohnehin kein Sperrmüll. Das trifft auch auf Gegenstände, die schwerer als 75 Kilo und/oder deren Fläche größer als 1 mal 2 Meter ist zu, auf Abfälle aus Haus- und Stallentrümpelungen, oder auf Kraftfahrzeugteile, insbesondere Altreifen.

Informationen: auf www.eilenburg.de, der Rubrik Bürgerservice. Kontakt Remondis Eilenburg: Telefon 03423 690130

Von Heike Liesaus

Eilenburg 51.4597557 12.617702
Eilenburg
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