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Eilenburgs Stadtchef wirft Schwimmverein „Maßlosigkeit“ vor

Streit um Hallengebühren Eilenburgs Stadtchef wirft Schwimmverein „Maßlosigkeit“ vor

Um die Nutzung der Eilenburger Schwimmhalle schwelt ein Konflikt zwischen Stadtverwaltung und dem nunmehr aufgelösten Verein „Die Haie“. Der Schwimmverein wirft der Stadt mangelnde Unterstützung vor. Dies sei ein Grund für die Auflösung zum Jahresende gewesen. Die Stadt wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe.

In der Schwimmhalle in Eilenburg hängt zurzeit der Haussegen schief.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Am Dienstagmorgen war Frust bei Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) angesagt. Er hatte in der LVZ von den Eilenburger „Haien“ gelesen. Der Schwimmverein löste sich zum Jahresende auf. Einer der Gründe: Es fehle „jegliche Unterstützung von Seiten der Heimatstadt Eilenburg“, wurde der Vereinsvorsitzende Tilo Niedermanner zitiert. Die wettkampfwilligen Sportler wollen nun zum Leipziger Postschwimmverein übertreten. Niedermanner ist erst im Dezember deutscher Meister geworden. Doch „Haie“-Erfolge wie Weltmeisterschafts-Medaillen, European-Masters-Games-Titel, Landesmeistertitel oder Teilnahmen an der Triathlon-Weltmeisterschaft in Hawaii reichten offenbar nicht, um auch nur eine geringe Unterstützung oder Anerkennung durch die Stadt Eilenburg oder den Landkreis zu erhalten. „Maßlosigkeit“, sagt Scheler dazu. Und: „Bodenlose Frechheit.“

Der Verein bekommt nach Angaben der Stadtverwaltung 50 Prozent Rabatt auf die Sondernutzungsgebühr. „Das darf man anderen Vereinen gar nicht erzählen“, sagt Heiko Leihe, Leiter der städtischen Kulturunternehmung, zu der die Schwimmhalle gehört. Dabei sei die Entscheidung, den „Haien“ diese Vergünstigungen zusätzlich zu den ohnehin mit der Sondernutzung verbundenen Subventionen einzuräumen, im Betriebsausschuss der Kulturunternehmung durchaus umstritten. Denn im Gegensatz zum Schwimmsportverein (SSV) trainieren dort nur Erwachsene. Der Verein aber sollte eigentlich eine Gruppe im Schwimmsportverein sein, die verstärkt bei überregionalen Wettkämpfen antritt. Er ist gegründet worden, damit nicht für alle der fast 400 Mitglieder die Gebühren an den deutschen Verband gezahlt werden müssen, erläutert SSV-Trainerin Kathrin Niedermanner, die auch dem Haie-Vorstand angehörte. „Wir wollten auch keinen Konflikt reinbringen“, betont Tilo Niedermanner im Gespräch mit der LVZ. Die Lage sei einfach so.

Die Gebührenreduzierung sehe er nicht wirklich als Unterstützung. Denn die zugrunde gelegten Beträge seien von der Stadt einfach festgelegt. Zwar zahlt der Verein statt der 32 Euro, die zum Beispiel Schulen, Polizei und Physiotherapeuten zu berappen haben, nur 16 Euro pro Bahn und Stunde, aber in Leipzig zum Beispiel würde von den Vereinen eine ebenfalls reduzierte Gebühr in Höhe von 3,75 verlangt.

Die Stadtverwaltung hält dagegen: „Fakt ist: Jeder andere Verein, außer die Wasserwacht, zahlt die normale Gebühr für Sondernutzer. Dabei handelt es sich zudem um eine recht intensive Nutzung. Und wir wollen auch keine Verhältnisse wie in Leipzig, wo ein normaler Badegast kaum ein Zeitfenster mehr vorfindet“, erklärt Heiko Leihe. Gerade bei den zur Verfügung gestellten Bahnzeiten gab es vor einiger Zeit schon Diskussionen. Der Schwimmsportverein mit seinen fast 400 Mitgliedern will sich aber mit den zur Verfügung gestellten Zeiten arrangieren. Generell sieht er auch keine Probleme, die Gebühren zu tragen. Es handelt sich nur um den viel kleineren wettkampforientieren Verein „Haie“, der jetzt nach Leipzig geht.

Jedoch scheint der Konflikt zwischen SSV und der Kulturunternehmung weiter zu schwelen. „Die Frage ist: Wer ist Gast und wer hat die Verantwortung?“, beschreibt Heiko Leihe die Rollenverteilung. Die Schwimmhallen-Mitarbeiter würden letztlich alle von Problemen im Umgang berichten. Sicher könne die Hausordnung interpretiert werden. Aber die Mitarbeiter müssten sie durchsetzen. Und das sei gegenüber den charismatischen Trainern zum Teil schwer. Es müsste ständig debattiert werden. Von Seiten der Niedermanners wiederum wird das nicht so gesehen: „Wir kommen mit ihnen super zurecht.“ Auch mit Leihe seien gute Gespräche geführt worden.

Von Heike Liesaus

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