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Eilenburg Eilenburgs Stadtrat entscheidet am Montag über Handelsstandorte
Region Eilenburg Eilenburgs Stadtrat entscheidet am Montag über Handelsstandorte
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17:40 04.05.2017
Begrünte Reste des einstigen ECW-Kraftwerks. Auf dem Gelände an der Ziegelstraße will Edeka bauen, hier soll ein neuer Handelsstandort ausgewiesen werden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Die Diskussion um die Handelsstandorte Schondorfer Mark, ehemals Marktkauf, gegen Ziegelstraße, wo Edeka angesiedelt werden soll, beschäftigte die Eilenburger, aber auch viele Einwohner des in den Nachbargemeinden in den vergangenen Wochen und Monaten. Am Montag steht dazu eine wichtige Entscheidung auf der Tagesordnung des Stadtrates. Die Änderung des Eilenburger Flächennutzungsplanes (FNP) sollen festgelegt werden. Da geht es unter anderem auch um das Wohngebiet Grüner Fink. Doch die meiste Aufmerksamkeit gilt der Ausweisung des ehemaligen Kraftwerksgeländes an der Ziegelstraße als Handelsstandort und des bisherigen Einkaufszentrums Schondorfer Mark als Gewerbegebiet. Diesen Standort am östlichen Stadtrand Eilenburgs verließ Marktkauf vor zweienhalb Jahren. Heute sind dort aber noch der Toom-Baumarkt und einige Einzelhändler ansässig.

Leitlinie

Die Stadt erklärt in der Begründung, zum einen, dass ein FNP kein Baurecht begründet. Andererseits müssen sich aber künftige Bebauungspläne an dieser Leitlinie orientieren. Heißt: Der Flächennutzungsplan ist wichtige Voraussetzung zur Schaffung von Baurecht für Edeka. Auf der anderen Seite aber würden Eigentümer der Immobilie an der Schondorfer Mark für Umbauten von Handelsflächen über die bereits geltende Genehmigung hinaus keine Erlaubnis bekommen. Trotzdem wird von der Stadt immer wieder betont, dass nach wie vor die Ansiedlung eines Nahrungsmittlers ermöglichen würde. Doch ist ebenso klar: Neue Mieter werden für die Schondorfer Mark aufgrund der Beschränkungen und der heraufziehenden Konkurrenz-Situation noch schwerer zu binden sein. „Die ’Wegplanung’ der Schondorfer Mark ist eine Enteignung von Privateigentum“, hatte Georg Sehling im Namen der neuen Eigentümer-Gesellschaft Domicil Hausbau mitgeteilt.

2000 Unterschriften

Im Vorfeld des anstehenden Stadtrats-Entscheids meldete sich erneut die Bürgerinitiative „Erhalt des Einzelhandelsstandortes An der Schondorfer Mark“ zu Wort. „Die Ausweisung erfolgt offenbar gegen den Willen des Eigentümers der Immobilie und mit einer minimalistischen Beteiligung der Bürger der Stadt Eilenburg und der benachbarten Gemeinden“, heißt es in dem Schreiben an die LVZ-Redaktion. „Seit Ende des Jahres 2016 engagieren sich mehrere Bürger für den Erhalt des Einzelhandelsstandortes An der Schondorfer Mark. Um mehr Aufmerksamkeit im Stadtrat zu erhalten, gründeten sie im Februar 2017 eine Bürgerinitiative und sammelten mit ihren Argumenten rund 2000 Unterschriften von Bürgern aus Eilenburg und Umgebung. Die Stadtverwaltung reagierte mit Unverständnis und einer Erwiderung im Amtsblatt. Gesprächsangebote hat die Bürgerinitiative weder von der Stadtverwaltung noch vom Stadtrat erhalten“, so der Vorwurf der BI. „Stattdessen waren Reaktionen aus dem Rathaus zu vernehmen, die das nötige Gespür für eine derartige Situation vermissen ließen.“

Bereicherung

Es gibt auch andere Stimmen. Der Eilenburger Wolfgang Beuche begrüßt die Neuansiedlung: „Edeka kommt nach rund 70 Jahren wieder nach Eilenburg“, so der passionierte Heimatforscher in seinem Brief an die LVZ. „Bereits seit 1919 gehörte dem Edeka-Verband auch der Einkaufsverein der Kolonialwarenhändler e.G.m.b.H. Eilenburg mit 27 Geschäften an.“ Die Edeka selbst sei am 21. Oktober 1907 mit dem Gedanken genossenschaftlicher Selbsthilfe gegründet worden. „Waren die Kaufleute der Anfang des genossenschaftlichen Zusammenschlusses, so sind heute großflächige Anbieter wie die Edeka zur überregionalen Versorgung, eine gern gesehene Bereicherung unseres Handelssystems und damit auch eine weitere Aufwertung unsere Heimatstadt“, so Beuche.

Zentrale Lage

Die Stadt verweist unter anderem auf die zentrale Lage des Neustandorts Ziegelstraße, die günstige verkehrstechnische Erschließung und den ÖPNV-Anschluss. So gehöre die Verknüpfung der Stadtteile Eilenburg Ost und Mitte und aus städtebaulicher Sicht verfolgt die Stadt die Etablierung des Einzelhandelsstandortes an der Ziegelstraße zu den Zielen. Der Beschluss zum Verkauf der Fläche war im Stadtrat mit einer einzigen Nein-Stimme gefallen. Auch die Beschlüsse zu den Änderungen des Flächennutzungsplans im Vorfeld fielen bisher mehrheitlich. „Es ist bedenklich und peinlich, die Investition in Frage zu stellen“, hatte Stadtrat Mathias Gürke (CDU) im April-Stadtrat zusammengefasst.

Der Beschluss Abwägung und Feststellung zum Flächennutzungsplan steht am Montag auf Punkt 5 der Tagesordnung der Stadtratssitzung, die um 16.30 Uhr im Bürgerhaus beginnt.

Von Heike Liesaus

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