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Eilenburgs Tschanter-Oberschule bald mit fünf 5. Klassen

Bildung Eilenburgs Tschanter-Oberschule bald mit fünf 5. Klassen

In Eilenburger Schulen gibt es zusätzlichen Platzbedarf . Die Tschanter-Oberschule stößt an ihre Kapazitätsgrenze. Im Multifunktionsgebäude auf dem Berg wird mit Investitionen in den Brandschutz die Voraussetzung geschaffen, um weitere Kapazitäten zu erschließen.

im Multifunktionsgebäude in der Halleschen Straße im Stadtteil Berg muss der Brandschutz verbessert werden.

Quelle: Stadtverwaltung Eilenburg

Eilenburg. Die Eilenburger Friedrich-Tschanter-Oberschule stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Für das Schuljahr 2016/2017 gibt es 125 Anmeldungen für die Klassenstufe 5. Was bedeutet, dass im nächsten Schuljahr hier statt bisher vier demnächst fünf fünfte Klassen unterrichtet werden müssen. „Damit wird die vorhandene Raumkapazität vollumfänglich genutzt. Es muss zudem Unterrichtsmaterial zusätzlich beschafft werden“, teilte die Stadtverwaltung mit. Neben anstehenden Investitionen in anderen Schulen der Muldestadt ist damit ein zusätzlicher Finanzbedarf in Höhe von 35 000 Euro notwendig. Um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten und auch künftig die attraktiven Unterrichtsbedingungen zu wahren.

Die Oberschule an der Dorotheenstraße im Stadtteil Mitte hat seit ihrer Sanierung und Erweiterung zweifellos an Anziehungskraft gewonnen. Auch für Eltern und deren Viertklässler, die eigentlich nach der Grundschule mit einer entsprechenden Bildungsempfehlung ans Gymnasium wechseln könnten, ist zu hören. Im Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasium sind für die neuen fünften Klassen momentan rund 80 Anmeldungen für drei Klassen bekannt, ist vom stellvertretenden Schulleiter Andreas Fromm zu erfahren. Auch er räumt ein, dass die Oberschule für viele Eltern, die ihrem Nachwuchs mitunter auch die Entscheidung selbst überlassen, die stressfreiere Variante sei. Doch einen neuen Trend – weniger Druck fürs Gymnasium, mehr Interesse für die Oberschule – erkennt er momentan nicht. „Auch mit dem Schuljahresabschlusszeugnis werden noch Empfehlungen fürs Gymnasium gegeben.“ Für die jetzigen Fünften bei Rinckarts habe es im vergangenen Jahr für die vier Klassen wiederum 20 Anmeldungen zum Vorjahr mehr gegeben. Da sei „einiges noch in Bewegung“.

Der Mehrbedarf bei Tschanters werde jedenfalls auch mit einer Doppelnutzung zweier Projekträume, die künftig außerdem als Klassenräume benötigt werden, abgefangen, so der Schulträger. Bekanntlich lernen hier außerdem zurzeit knapp 40 Schüler aus Asylbewerber-Familien in zwei sogenannten DaZ-Klassen Deutsch. Nach dem Gymnasium mit gut 700 Schülern bleibt die Tschanter mit 540 Schülern die Zweitgrößte in Eilenburg. Leiterin Regina Schneider zeigt sich durchaus zufrieden mit dem Zuspruch, der sich auch aus der gestiegenen Qualität in der Oberschule sowohl im als auch außerhalb des Unterrichts im Bereich der Ganztagsangebote ergeben würde. „Um die Hoch- oder Fachschulreife zu erwerben“, merkt sie an, „ist verstärkt nach der Oberschule auch der Wechsel ans berufliche Gymnasium zu beobachten.“

Darüber hinaus investiert die Stadt in die Brandschutzertüchtigung am ehemaligen Mittelschulgebäude im Stadtteil Berg an der Halleschen Straße. Das Multifunktionsobjekt wird außer von der freien Schule Cultus plus auch vom Geschichts- und Museumsverein, vom Burgverein, die Turnhalle für den Vereinssport sowie Räume für Ganztagsangebote der nahen Grundschule Berg genutzt. Das Erdgeschoss des Ostflügels wird, wie berichtet, teilsaniert, um hier vorübergehend Unterrichtsräume für zwei DaZ-Klassen der Berg-Grundschule zu schaffen. Der Brandschutz schreibt für das Gebäude eine Fluchttreppe vor, die von der ehemaligen Mittelschule Eilenburg-Ost wiederverwendet und an das zweite Obergeschoss angebunden werden soll – als Voraussetzung für spätere Bauabschnitte. Dafür, die Abschottung des Treppenhauses zu den Fluren und die Brandschutz-Ertüchtigung der Etagendecken erhofft sich die Stadt aus dem EU-Programm „Efre – nachhaltige Stadtentwicklung“ eine bis zu 80-prozentige Förderung.

Von Karin Rieck

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