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Eilenburg Eilenburgs Werbe-Kampagne ist Forschungsobjekt
Region Eilenburg Eilenburgs Werbe-Kampagne ist Forschungsobjekt
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06:18 27.11.2018
Karsten Winkler schreibt seine Master-Arbeit über Eilenburgs „Lieblingsstadt"-Kampagne Quelle: Eike Friedrichs
Eilenburg

Abwanderung stoppen, Zuzüge gewinnen und Eilenburg als die neue „Perle“ der Region Leipzig etablieren, das sind die drei hochgesteckten Ziele der KampagneLieblingsstadt Eilenburg“. Trägt die Kampagne tatsächlich Früchte, kommen mehr Menschen nach Eilenburg, um dort zu leben? Diese Frage hat sich Karsten Winkler (28) gestellt – auf wissenschaftliche Art und Weise.

Eilenburg wirbt mit dem Slogan „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig" für den Wohnstandort. Quelle: Heike Liesaus

Der gebürtige Oschatzer studiert Geografie in Halle und hat die Kampagne der Muldenstadt zum Thema seiner Abschlussarbeit gemacht. In der Geografie gehe es viel um Bevölkerungsstrukturen, „oft aber stehen Großstädte im Vordergrund, wenn es darum geht Veränderungen zu erforschen", erklärt der Student seine Themenwahl. „Ich wollte mir gerne einmal die Entwicklung in kleineren Städten ansehen. Die Kampagne brachte mich dann auf Eilenburg als Forschungsobjekt". 2016 wurde die KampagneLieblingsstadt Eilenburg“ inklusive der eigenen Homepage unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Ralf Scheler offiziell ins Leben gerufen. „Wir brauchen mehr Einwohner“ das war die klare Devise. 

Einwohnerzahlen steigen in Eilenburg

Auch der Masterstudent Karsten Winkler vertiefte sich zunächst einmal in die Eilenburger Einwohnerzahlen: „In Eilenburg gab es ja seit den 90er-Jahren einen stetigen Rückgang der Einwohner, seit 2014 gehen die Zahlen nun wieder leicht nach oben.“ Sind das möglicherweise schon die ersten Früchte der Kampagne? Karsten Winkler macht sich auf die Suche nach Antworten und beginnt mit Feldforschung. In Eilenburg Ost und an der Leipziger Höhe ist er in den neuen Wohngebieten von Tür zu Tür gegangen, um Zugezogene aufzutun.

An mindestens 60 Türen geklingelt

„Ich habe bestimmt an 60 Häusern geklingelt, sieben geeignete Interviewpartner habe ich schließlich gefunden.“ Die Meisten der Zugezogenen, die hier in Eilenburg ein Haus gekauft haben, kamen tatsächlich aus Leipzig, das ist die erste Erkenntnis seiner Forschung. Mit ihnen sprach er über ihren Hintergrund und die Gründe für die Entscheidung, sich ausgerechnet in Eilenburg niederzulassen. Alleine durch die Kampagne gelockt wurden sie allerdings nicht: „Die meisten hatten schon vorher einen Bezug zu Eilenburg", sagt er relativierend.

„Trotzdem spielte bei der Entscheidung das reiche kulturelle Angebot der Stadt eine Rolle“, so Winkler weiter „und fast alle betonten das Gefühl, auch als Zugezogene sehr willkommen zu sein“. Das wiederum könne durchaus mit der Kampagne zu tun haben, so der Hallenser Geografiestudent.

Neu-Eilenburger fühlen sich willkommen

Lieblingsstadt Eilenburg. Das Beste an Leipzig“, so lautet der Slogan, mit dem Eilenburg seit Sommer 2016 Werbung für sich macht. Winkler hat sich auch mit den Verantwortlichen für die Kampagne getroffen: „Die Kampagne wurde ja auch bewusst etwas provokant formuliert. Es ging einfach darum, die Aufmerksamkeit der Leipziger zu erregen", sagt er. Die näheren Städte um Leipzig wie Markkleeberg, Taucha und Schkeuditz haben schnell von dem Wachstum Leipzigs profitiert. Ob und in welchem Ausmaß sich dieser Speckgürtel um Leipzig weiter ins Umland ausbreiten wird, dazu äußert sich der Masterstudent nur vorsichtig: „Ein ganzheitlicher Trend ist da leider noch nicht abzusehen. Erst einmal bleiben die Einwohnerzahlen stabil und das ist auch schon eine positive Kehrtwende."

Mit Prognosen muss man vorsichtig sein, das weiß jeder Wissenschaftler, und nun gilt es ohnehin erst einmal, die Ergebnisse niederzuschreiben und einzuordnen. Am 7. Februar nämlich ist Abgabe.

Von Anna Flora Schade

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